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Til Schweigers Stiftung zieht Bilanz "Nicht nur für Flüchtlinge"

Til Schweiger
Til Schweiger mischt sich gerne ein - auch beim Thema Flüchtlinge bezog er Position und gründete seine eigene Stiftung.
© Rainer Jensen/DPA
Die Aufregung war groß um Til Schweigers Engagement für Flüchtlinge. Nun hat der Filmstar die erste Bilanz seiner Stiftung präsentiert. Die soll für alle Kinder offen sein.

Was haben die Ice Bucket Challenge und die Til-Schweiger-Foundation gemeinsam? Sie wurden vielfach belächelt und haben doch etwas bewirkt. Die Stiftung des deutschen Filmstars ("Honig im Kopf", "Kokowääh") hat ihren ersten Geschäftsbericht vorgelegt.

In den ersten vier Monaten seien Spendengelder in Höhe von etwas mehr als einer Million Euro zusammengekommen, heißt es. Davon seien rund 643.000 Euro bereits bewilligt worden, teilte die Til-Schweiger-Foundation in Hamburg mit. Rund 20 verschiedene Projekte habe die Stiftung damit unterstützt. "Mittlerweile sind wir schon bei über 30. Viele davon im Bereich Flüchtlingshilfe", heißt es weiter. "Neben unmittelbaren Sofortmaßnahmen wie zusätzlichen Zelten, traumatherapeutischer Stabilisierung und einer mobilen Arztpraxis haben wir vor allem Integration und Sprachförderung von Kindern unterstützt. Mit diesen Maßnahmen konnten wir Hunderte Kinder und Jugendliche erreichen."

Schweiger: Es war "sehr emotional"

Schweiger hat die Stiftung im vergangenen Sommer ins Leben gerufen. Der Geschäftsbericht bilanziert die Arbeit bis Ende 2015. "Das zurückliegende Gründungsjahr war vor allem eines: sehr emotional! Noch während der Gründungsphase wurden die Stiftung und ganz Deutschland von der Flüchtlingskrise eingeholt", schreibt Schweiger im Vorwort. "Hunderttausende suchten Zuflucht, und die staatlichen Strukturen kamen an ihre Belastungsgrenze. Schnell festigte sich medial das Bild der Til-Schweiger-Foundation als Flüchtlingsstiftung." Von Anfang an sei das Projekt allerdings viel breiter aufgestellt gewesen. Der in Hamburg lebende Vater von vier Kindern betont: "Die Stiftung ist für alle Kinder".

Geplant habe er sie schon länger. In der Flüchtlingskrise sollte es dann schnell gehen. Seit dem vergangenen Sommer hatte Schweiger sich in der Diskussion um Flüchtlinge immer wieder zu Wort gemeldet. Vor allem in den sozialen Medien ging es hoch her: Im Juli 2015 schlug Schweiger zurück, ärgerte sich über das "empathielose Pack" und die Ausländerhetze auf seiner Facebook-Seite. Die Auseinandersetzungen waren wochenlang Thema.

Im September stellte Schweiger dann - begleitet von großem Medieninteresse - seine Stiftung vor. Zu deren Unterstützern zählen unter anderem Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU), Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Schauspieler Josef Liefers, Rapper Thomas D und ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber. Wie Bundestrainer Joachim Löw und Springer-Chef Mathias Döpfner gehören sie dem Beirat an.

"Wir machen schwungvoll weiter"

Eine anfangs geplante Flüchtlingsunterkunft in einer ehemaligen Kaserne in Osterode (Niedersachsen) konnte nicht realisiert werden. Danach konzentrierte sich die Stiftung unter anderem auf die Erstaufnahmeeinrichtung in Osnabrück. "In Osnabrück sind in Kooperation mit dem Land Niedersachsen die Bauplanungen abgeschlossen, da soll es den ersten Spatenstich durch das Land Niedersachsen Ende August geben", sagte Stiftungsleiter Christian Specht. 250.000 Euro von der Schweiger-Stiftung fließen dort in den Bau eines Kinderbetreuungszentrums.

Neben der Flüchtlingshilfe, die mit 88 Prozent zu Buche schlägt, hat sich die Schweiger-Foundation auch an einer neuen, im Herbst startenden Arche in Hamburg-Billstedt beteiligt. Ebenso an der Begegnungsstätte Villa Kunterbu(e)nd(nis) in Güstrow Mecklenburg-Vorpommern und dem pädagogisch begleiteten "Kick im Boxring" in Berlin-Neukölln.

Das Jahr 2016 sei ebenfalls super angelaufen, sagte Specht und kündigte an: "Wir machen auf jeden Fall schwungvoll weiter und schieben viele gute Sachen für Kinder und Jugendliche an."

sal/dpa

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