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Ex-Sportler Tim Lobinger: Er führte seine Tochter trotz Krebserkrankung zum Altar

Tim Lobinger im Mai 2018
Tim Lobinger im Mai 2018
© Eventpress MP/ / Picture Alliance
Der frühere Stabhochspringer Tim Lobinger kämpft erneut gegen eine schwere Krebserkrankung. Trotzdem konnte der 49-Jährige jetzt an der Hochzeit seiner Tochter teilnehmen und sie zum Altar führen.

Der ehemalige Stabhochsprung-Weltmeister Tim Lobinger hat trotz seiner Krebserkrankung seine Tochter Fee zum Traualtar geführt. "An diesem Tag war ich nur der Vater der Braut, nicht der krebskranke Tim. Das tat mir unheimlich gut. Fees Hochzeit war eines meiner Lebensziele. Dass ich das erleben durfte, gibt mir wahnsinnig Rückenwind und Energie, weiterzukämpfen", sagte Lobinger der Zeitschrift "Bunte" laut Vorabmeldung. Die Trauung seiner Tochter habe er vom Krankenhaus aus mitgeplant: "Ich stand zwischen Chemo-Ständern und schwer kranken Menschen und habe mit Fee über ihr Hochzeitskleid gesprochen."

Wegen drei Corona-Infektionen während seiner Chemotherapie sei er vorübergehend auf die Intensivstation gekommen. Dann hätten sich seine Blutwerte aber plötzlich gebessert. Die Ärzte gaben ihm 20 Stunden, um zur kirchlichen Hochzeit nach Limburg zu reisen. "Als ob der liebe Gott wollte, dass ich meine Tochter zum Traualtar führe", sagte der frühere Profi-Sportler. "Diese positiven Emotionen sind mein Treibstoff. Manchmal stottert mein Motor oder er geht fast aus, aber mit solchen Erinnerungen fülle ich meinen Tank wieder auf." An der standesamtlichen Trauung eine Woche zuvor in Düsseldorf konnte Lobinger nicht teilnehmen. "Da ging bei mir komplett gar nichts. Mein Körper war einfach zu schwach."

Tim Lobinger erkrankte erneut an Krebs

Die 27-jährige Fee Lobinger sagte in dem Interview: "Der Termin stand schon relativ früh fest, noch bevor mein Vater diesen schlimmen Krebsrückfall hatte. (...) Wir haben die Hochzeit auch extra aufgesplittet und auf zwei Wochenenden verteilt, damit die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass Papa zumindest bei einer der beiden Feiern dabei sein kann. So ist es dann ja zum Glück auch gekommen."

Bei Tim Lobinger war im März 2017 Blutkrebs diagnostiziert worden. Nach Chemotherapien, Stammzellspenden, zwischenzeitlichen Rückfällen und einem kurzzeitigem Leberversagen im Sommer 2018 galt der 49-Jährige als geheilt. 2020 musste sich Lobinger seinen Worten zufolge aber wieder einer Therapie unterziehen und erhielt zusätzlich Bestrahlungen. "Im Januar 2021 gab es einen Schub. Da fingen die Schmerzen an, stärker zu werden", sagte er im März dieses Jahres dem Magazin "Bunte". Ihm seien mehrere sichtbare Tumore entfernt worden.

jum/AFP/DPA

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