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Leukämie Ärzte rieten ihm, seine Beerdigung zu planen: Tim Lobinger spricht über seinen unheilbaren Krebs

Tim Lobinger
Tim Lobinger kämpft seit 2017 gegen den Krebs
© Stephan Persch / Picture Alliance
Seit Jahren kämpft der ehemalige Stabhochspringer Tim Lobinger gegen den Krebs. Immer wieder hatte er Hoffnung, die Krankheit zu besiegen. Doch auf Heilung kann er heute nicht mehr hoffen, wie er selbst erzählt. 

Es ist ein jahrelang andauernder Kampf, den Tim Lobinger verlieren wird. Der ehemalige Stabhochsprung-Weltmeister hat mit der "Bild"-Zeitung offen über seine Krebserkrankung gesprochen. Seit im März 2017 bei ihm Leukämie diagnostiziert wurde, versucht Lobinger, vom Krebs geheilt zu werden. Doch die Hoffnung musste er nach neuesten Rückschlägen aufgeben. 

Tim Lobinger: Keine Heilung möglich

"Heilung wird es bei mir nicht mehr geben. Mein Krebs ist zu aggressiv", sagt er. "Für jeden Tag, den ich leben und mit meiner Familie verbringen darf, lohnt es sich zu kämpfen. Ich wäre gern beim DKMS LIFE Dreamday aufgetreten, um anderen Krebspatienten Mut zu machen. Es gibt immer kleine Wege, die es einem ermöglichen, Kraft zu schöpfen und nicht die Hoffnung zu verlieren", erklärt Lobinger. 

Hatte seine Prognose nach zahlreichen Chemotherapien und einer Stammzelltransplantation 2017 noch gut ausgesehen, kam der Krebs nur ein Jahr später zurück. Erneut kämpfte Lobinger und gewann gegen die tückische Krankheit. Bis er 2021 den nächsten Rückschlag erlitt. "Los ging es mit Beschwerden an Gelenken. Plötzlich hatte ich überall sichtbare Dellen am Körper. An Beinen, Schulter, Kopf", erklärt er im Gespräch mit der "Bild".

Nach der neuesten Diagnose schlugen die Therapien nicht mehr an wie gehofft. Und so erklärten ihm seine Ärzte Anfang dieses Jahres, dass er sich darauf vorbereiten müsse, den Kampf nicht zu gewinnen. 

Kampf gegen Leukämie

"Im Februar sagten mir die Ärzte, der Tod rücke näher. Ich solle Verfügungen treffen, mich mit meiner Beerdigung befassen und mich von meinen Liebsten verabschieden. Die Gespräche mit meinen Kindern waren hart. Sie wissen, wie schlecht es um mich steht", verrät er. Ein Fünkchen Hoffnung gab ihm eine Immuntherapie, die jedoch nur teilweise wirkt. Für seine Kinder kämpft der Sportler weiter.

Im Juni erzählte er, dass er seine Tochter noch zum Altar führen konnte. "An diesem Tag war ich nur der Vater der Braut, nicht der krebskranke Tim. Das tat mir unheimlich gut. Fees Hochzeit war eines meiner Lebensziele. Dass ich das erleben durfte, gibt mir wahnsinnig Rückenwind und Energie, weiterzukämpfen", sagte Lobinger der Zeitschrift "Bunte". Die Trauung seiner Tochter habe er vom Krankenhaus aus mitgeplant: "Ich stand zwischen Chemo-Ständern und schwer kranken Menschen und habe mit Fee über ihr Hochzeitskleid gesprochen."

Und doch sagt er nach zahlreichen Krankenhausaufenthalten in diesem Jahr: "Das ist kein wirkliches Leben. Das lebenswerte Leben findet draußen statt."

Quelle: "Bild"-Zeitung"Bunte"

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ls

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