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Tod von Bobby Farrell: Boney-M.-Sängerin klagt Frank Farian an

Schwere Vorwürfe gegen Frank Farian: Boney-M.-Mitglied Liz Mitchell macht den Produzenten und Gründer der Band für das Schicksal von Frontmann Bobby Farrell mitverantwortlich. Farian habe alle finanziell ausgenutzt.

Wenige Tage nach dem Tod des Boney-M.-Tänzers Bobby Farrell hat Leadsängerin Liz Mitchell beklagt, dass das Schicksal der Ex-Mitglieder der Disco-Band traurig sei. Der deutsche Produzent Frank Farian habe sie, Farrell sowie Maizie Williams und Marcia Barrett zwar für die Auftritte bezahlt. Aber an Plattenerfolgen zwischen 1976 und 1982 mit Hits wie "Daddy Cool" und "Rivers Of Babylon" seien sie nicht beteiligt worden, behauptete die aus der Karibik stammende Niederländerin in der Zeitung "De Telegraaf" (Onlineausgabe vom Montag). Sie seien als Schwarze diskriminiert worden, klagte sie. Auch deshalb sei Farrell als unglücklicher Mensch gestorben.

Der 61-jährige Farrell war am Donnerstagmorgen tot in einem Hotelbett in St. Petersburg gefunden worden. Bei einem Auftritt am Vorabend hatte er über Unwohlsein geklagt. Die Obduktion ergab, dass er an Herzversagen gestorben ist. Farrell war bis 1981 der Frontmann der weltweit erfolgreichen und von Frank Farian zusammengestellten Discogruppe Boney M., die in den 70er und 80er Jahren zahlreiche Hits landete. Die Band verkaufte mehr als 50 Millionen Singles und 60 Millionen Alben weltweit.

Die Boney-M.-Mitglieder hätten seinerzeit mit Hilfe von Anwälten "eine gerechte Entlohnung" verlangt, berichtete die 58-jährige Mitchell. Juristen hätten ihnen zwar Honorare in Rechnung gestellt, aber nichts erreicht. "Wie gesagt, ich glaube, dass wir Opfer von Diskriminierung wurden. Man konnte ungestraft finanziell mit uns herumalbern und uns verspotten, denn wir waren halt schwarz und taugten doch zu nichts."

Bobby Farrell 1981 aus Band geworfen

Mitchell räumte ein, dass Farrell nur als Galionsfigur von Boney M. getanzt und kaum selbst gesungen habe, ebenso wenig wie Maizie Williams. "Die zwei machten Playback, und das wurde prima akzeptiert in der Disco-Szene von damals. Farian sang für die Plattenaufnahmen den männlichen Part, während Marcia und ich für die weiblichen Vocals sorgten. Bobby und Maizie waren Tänzer und Schauspieler, da haben wir nie ein Geheimnis draus gemacht." Später sei das als Enthüllung verkauft worden. "Da standen wir als Hochstapler da, und vor allem Bobby wurde lächerlich gemacht."

In der Band gab es länger Querelen. 1981 warf Farian Bobby Farrell raus. Fünf Jahre später löste sich die Band auf. In seiner Solokarriere blieb Farrell der Discomusik treu. 2010 tourte er noch durch Europa und die USA, am 31. Dezember hätte er in Italien auftreten sollen.

Mai/DPA/AFP / DPA
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