Verleihung des NRW-Landesverdienstorden
Bei Georg Uecker flossen Tränen

Georg Uecker posiert neben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Georg Uecker posiert neben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.
© imago images/Political-Moments / Jens Krick

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Georg Uecker hat am Dienstag den Landesverdienstorden von NRW erhalten. Bei der Verleihung kämpfte er sichtlich mit den Tränen.

Georg Uecker (63) hat am Dienstag in Düsseldorf eine besondere Ehrung erhalten: Der "Lindenstraße"-Star wurde gemeinsam mit seinem Kollegen Claus Vinçon (69) und Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer (85) mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Auszeichnung überreichte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im Rahmen einer feierlichen Zeremonie.

Georg Uecker kämpft mit den Tränen

Für Uecker, der sichtlich bewegt war und auf der Bühne mit den Tränen kämpfte, markierte die Ehrung eine Rückkehr ins öffentliche Rampenlicht nach einer längeren gesundheitlich geprägten Auszeit. Auf Bildern der Veranstaltung ist zu sehen, wie er sich immer wieder Tränen aus den Augen wischt, während er den Orden entgegennimmt.

Die Auszeichnung gilt als höchste Ehrung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Neben Uecker, Vinçon und Geißendörfer wurden zwölf weitere Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles gesellschaftliches Miteinander einsetzen - insbesondere auch im Einsatz für die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen.

Uecker, der seit den frühen 1990er-Jahren mit HIV lebt und zudem eine schwere Krebserkrankung überstanden hat, zeigte sich im Anschluss an die Verleihung stolz und dankbar. Trotz gesundheitlicher Rückschläge gehe es ihm heute "sehr gut", sagte er der "Bild"-Zeitung. Die Auszeichnung empfinde er als große Wertschätzung für langjähriges Engagement.

"Lindenstraße" als Pionierin des deutschen Fernsehens

Besonders eng verbunden ist die Ehrung mit der TV-Geschichte der "Lindenstraße". Die von Geißendörfer entwickelte Serie prägte über Jahrzehnte das deutsche Fernsehen und griff früh gesellschaftliche Themen wie Homosexualität, Aids und Diskriminierung auf. Ein Meilenstein war der erste schwule Kuss in einer deutschen Vorabendserie im Jahr 1990, an dem Uecker in seiner Rolle beteiligt war.

Die "Lindenstraße", die von 1985 bis 2020 lief und über 1.700 Folgen umfasste, gilt bis heute als Pionierin für gesellschaftliche Vielfalt im deutschen Fernsehen. Mit der Auszeichnung würdigt Nordrhein-Westfalen nun auch den kulturellen und gesellschaftlichen Einfluss der Serie und ihrer Macher.

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte in seiner Rede, dass viele der Geehrten über Jahre hinweg dazu beigetragen hätten, Sichtbarkeit zu schaffen und gesellschaftliche Grenzen zu verschieben. In einer Demokratie müsse jeder Mensch frei leben und lieben können - ohne Angst und Vorurteile, so Wüst.

Insgesamt 15 Menschen ausgezeichnet

Neben den "Lindenstraße"-Akteuren wurden unter anderem auch die Podcasterin Ricarda Hofmann, der Schauspieler Ralph Morgenstern sowie zahlreiche weitere Engagierte aus der queeren Community ausgezeichnet, die sich für Aufklärung, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung einsetzen.

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