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Waldbrände: Promis in Gefahr

Eine Feuerwalze fegte über Malibu hinweg. Unzählige Prominente wurden evakuiert, eine 17 Millionen-Dollar Villa vernichtet. Aber das Haus von Britney Spears entkam der Feuerbrunst.

Von Frank Siering, L.A.

Das Haus von Titanic-Regisseur James Cameron entkam der Feuerbrunst nur knapp. Olivia Newton-John musste sich und ihre Pferde in Sicherheit bringen, und auch Mel Gibson wurde angewiesen, sein Malibu-Anwesen vorübergehend zu evakuieren. Nur Britney Spears konnte durchatmen. Ihr Haus war in Sicherheit.

Windböen und heiße Santa Ana Winde, in Südkalifornien eine oftmals tödliche Mischung. Am Sonntag - so erste Vermutungen der Polizei - muss dieser Wind ein Stromkabel vom Mast gerissen und ein überspringender Funke das trockene Gehölz in den Malibu-Canyons in ein Flammenmeer verwandelt haben.

Malibu. Hier leben so viele Promis an einem Ort wie nirgendwo sonst auf der Welt. Jennifer Aniston, Billy Murray, Nick Nolte, Mel Brooks. Sie alle besitzen ein Häuschen in dem Millionärsviertel am Pazifik-Strand. Jeff Bridges, David und Courtney Cox Arquette, Tom Hanks, Rital Wilson. Sie alle wissen, dass die Hügel um Malibu herum bei einem Feuer zur Todesfalle werden können. "Das nimmst du in Kauf, wenn du dafür im Paradies leben kannst", sagt Pamela Anderson, die in der "Colony" ein Haus besitzt. Auch die Colony wurde von der Feuerwehr zwangsevakuiert. Insgesamt mussten die Anwohner von mehr als 200 Villen ihre Häuser vorübergehend verlassen.

Drei Residenzen vernichtet

Die meisten Hollywoodianer waren nicht zuhause, als gegen 5.30 Uhr die ersten Flammen die spröden Böschungen herunter Richtung Strand rollten. Drei Residenzen und eine Kirche wurden von der Feuerwalze vernichtet. Darunter eine Luxusvilla im Wert von 17 Millionen Dollar. Das Haus sollte an diesem Wochenende verkauft werden. Mehr als 500 Feuerwehrleute stellen sich noch immer den lodernden Flammen. Der berühmte Pacific Coast Highway wurde bis auf weiteres für den öffentlichen Durchgangsverkehr gesperrt.

Film-Stars wie Matthew McConaughey oder auch Dustin Hoffman leben meist nur den Sommer über in Malibu, um die makellosen Strände und das kristallklare Wasser genießen zu können. Den Rest des Jahres verbringen die Dollar-Millionäre oftmals in ihrer zweiten oder dritten Residenz im 45 Minuten entfernten Hollywood. Hier sind sie näher an den Studios dran, von hier betreiben sie ihr Business. Dustin Hoffman über seine zwei Häuser in ein und derselben Stadt: "Es ist herrlich, dass Du in nur 40 Minuten von einer echten Metropole mit einem pulsierenden Geschäftsherz nach Malibu fahren kannst, ein kleines verschlafenes Strandnest, in dem die Zeit stehengeblieben ist."

10 Millionen für Haus mit Meerblick

Nun, die Uhren in Malibu ticken trotz dieser Aussage von Hoffman allerdings schon im geldverdienenden Business-Takt. Kostet eine Residenz in dieser Gegend doch dieser Tage lockere drei bis vier Millionen Dollar. Für ein Haus mit Meerblick muss der mondäne Immobiliensuchende auch schon mal zehn Millionen Dollar hinlegen. Julia Roberts zum Beispiel kaufte sich ein Grundstück mit Haus für 20 Millionen Dollar - und ließ die Hütte auf diesem schönen Fleckchen Erde erst einmal abreißen, um für weitere 20 Millionen ihr "Traumhaus" bauen zu lassen.

Nun hat das anhaltende Feuer von Malibu also mal wieder alle Anwohnern gezeigt, dass auch ein "kleines, verschlafenes" Millionärsnest vor Naturkatastrophen nicht sicher ist. Südkalifornien durchleidet seit knapp zwei Jahren eine anhaltende Dürreperiode. Sollte in diesem Winter wieder kein Regen fallen, wird das vielleicht die beachliebende Belegschaft Treffer in der Duden-Suche à la Paris Hilton, Lindsay Lohan und Co. freuen, aber der Strandgemeinde droht dann schon sehr bald eine weitere Feuerbrunst. Und beim nächsten Mal könnte auch das Häuschen von Mama Spears dabei sein, so die denn nicht endlich veranlasst, dass das trockene Gestrüpp um ihr Haus herum, abgehackt wird. Das ist nämlich ein Gesetz in Malibu. Und mit Gesetzen kennt sich Britney Spears ja mittlerweile ganz gut aus, oder?