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Was macht eigentlich...: ...Ferfried von Hohenzollern?

Der fidele Spross des deutschen Hochadels und gelernte Rechtsanwalt machte vor allem durch seine peinlich vorgelebte Liaison mit einer Nürnberger Witwe Schlagzeilen.

Prinz Ferfried, mangelt es Ihnen an öffentlicher Aufmerksamkeit?

Ganz und gar nicht! Ich führe einen bescheidenen, zurückgezogenen Lebenswandel und genieße ein einfaches, bodenständiges Leben.

Warum zwängen Sie sich dann jetzt in knappe Rennanzüge und heizen über den Nürburgring?

Einfach aus Spaß. Ich habe das Angebot, beim 24-Stunden-Rennen anzutreten, nach einem ärztlichen Check-up und einer Probefahrt gerne angenommen. Hier geht es um Leistung - nicht um Luder.

Ach was! Sie treten für die Internetpornoseite "live-strip.com" an.

Ich würde auch für die SPD fahren, wenn die mir einen Wagen und ein Team sponsern würde. Nun ist es eben ein Dienstleistungsunternehmen. Was da rundherum passiert, interessiert mich nicht. Nicht mal die Boxenluder.

Mit Mitte 60 gehören Sie ja nun auch zum alten Adel!

Also, ich will ja keinem was beweisen, aber ich stelle doch mit größter Zufriedenheit fest, dass ich nach intensivem Training im Fitnessstudio und mit 14 Kilo weniger auf den Rippen inzwischen fitter bin als mancher junge Kerl.

Die "FAZ" empfand Sie schon zu Zeiten von Busenwitwe und Botschaftsluder als "Vorreiter präseniler Sinneslust und spätadoleszenten Überschwangs"...

In diesem Satz sind zwei Wörter drin, die ich erst mal nachschlagen müsste. Aber wenn es die "FAZ" schreibt, wird’s schon stimmen. Die Zeit mit Tatjana war streckenweise sicher ein Possentheater. Mir ist der ganze Schwachsinn über den Kopf gewachsen. Ich bin wirklich froh, dass ich nicht mehr als Ferkel durch die Dörfer getrieben werde. Ich habe da wahnsinnige Fehler gemacht.

Den schwersten schon vor Jahrzehnten. Da haben Sie angeblich fünf Millionen Dollar für eine Pro-forma-Ehe Ihres klingenden Namens wegen abgelehnt...

Damals habe ich noch extrem traditionsbewusst gehandelt. Total bescheuert! Heute würde ich sagen: Her mit der Kohle.

Gebrauchen könnten Sie sie.

Ich habe finanzielle Schwierigkeiten, das streite ich gar nicht ab. Das liegt aber keinesfalls an einem ausschweifenden Leben voller Champagnerpartys. Ich bin seit 14 Jahren trocken.

Hat Ihre Verwandtschaft Sie eigentlich wieder in den Schoß der Familie aufgenommen?

Nein. Und ich werde mich auch nicht groß drum bemühen. Ich laufe jedenfalls ganz sicher nicht mit weißen Fahnen durch die Landschaft und renne niemandem mehr hinterher, dafür bin ich inzwischen doch zu alt. Mit Leuten, die das Individuum nicht achten, die die Nase über andere rümpfen, will ich nichts zu tun haben.

Ihre vor Kurzem von Ihnen geschiedene Exfrau Maja zeigt sich namens des Hauses Hohenzollern schockiert über Ihre Eskapaden...

Also der steht es mal mit Sicherheit überhaupt nicht zu, im Namen unseres Hauses zu sprechen. Schon gar nicht als Angeheiratete! Das zeigt nur ihre extreme Selbstüberschätzung - die Frau hat die Bodenhaftung verloren. Sie war in der Familie nie beliebt, und mit Sicherheit hat keiner Interesse daran, von ihr vertreten zu werden.

Nennt Sie eigentlich noch jemand "Foffi"?

Gelegentlich brüllt mal einer im Supermarkt über die Regale: "Mensch, ist das nicht der Foffi?" Ich brülle dann immer zurück: "Nein! Der Zwillingsbruder." Mein eigentlicher Spitzname ist "Pfaff". Den habe ich im Internat bekommen, weil mein Religionslehrer, der natürlich wusste, dass Papst Pius XII. mein Patenonkel war, mich immer mit den Worten "Du wirst nie ein Pfaffe!" aus dem Unterricht geschmissen hat. Der Mann hatte recht.

Interview: Christoph Wirtz / print