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Was macht eigentlich...: Gabi Kimpfel

Gabi Otten, ehemals Kimpfel, 50, im Hamburger Stadtpark. 1995 heiratete sie den Kaufmann Hans-Jürgen Otten und nahm dessen Nachnamen an. Das Paar lebt in Hamburg-Winterhude.

Zur Person

Gabi Otten, ehemals Kimpfel, 50, im Hamburger Stadtpark. 1995 heiratete sie den Kaufmann Hans-Jürgen Otten und nahm dessen Nachnamen an. Das Paar lebt in Hamburg-Winterhude.
Kimpfel wurde 1979 unter vielen hundert Bewerberinnen als Hans-Joachim Kulenkampffs Assistentin für die legendäre Samstagabendshow "Einer wird gewinnen" ausgewählt (kleines Bild: mit "Kuli" 1983 in der Show). Als "EWG" 1987 eingestellt wurde, verschwand auch die in Halle geborene Schauspielerin vom Bildschirm. Kimpfel kümmerte sich um ihre Boutique, die sie bis 1995 betrieb. Heute arbeitet sie vorwiegend als Fotomodell

Das Interview mit Gabi Otten führte Alexander Kühn

Die Fernsehnation erinnert sich an Sie in Pumphosen und goldenen Kostümen. Warum heute so dezent, in Jeans und T-Shirt?

Was ich bei EWG anhatte, würde ich privat nie tragen. Ich bin kein Rüschen-Typ. Aber damals habe ich mir gesagt: Eine Schönheit schändet nichts - die Kleider mussten ja möglichst ausgefallen sein.

Wie wurden Sie Kulenkampffs Assistentin?

Ich war Mannequin und Fotomodell. 1979 wurde EWG wiederbelebt, nach zehn Jahren Pause. In den Aufrufen der Zeitungen hieß es nur: Das Fernsehen sucht eine Mitarbeiterin. Wenn die was von Kuli geschrieben hätten, dann hätten die Frauen denen die Bude eingerannt - da wäre jede Oma gekommen, nur um ihn zu sehen. Es gab ein Casting mit vielen Bewerberinnen. Ich musste Fragen beantworten und einen langen Gang entlang laufen.

Hat Kuli Sie von Anfang an akzeptiert?

Er mochte mich gern. Er wollte nur, dass ich genug Jobs bekomme. Er fragte zum Beispiel: Hast du auch genug Aufträge als Fotomodell? Erschien ihm das, was ich aufzählte nicht genug, sagte er am Beginn der Sendung nicht nur "Ah, hier kommt Gabi", sondern "Ah, hier kommt Gabi Kimpfel!" Er forderte mich auch - auf seine Art. Er war ja sehr burschikos. Wenn ich ihn schüchtern und leise etwas gefragt habe, donnerte er durch den Raum: "Gabi, sprich lauter, wenn du was willst!"

Was war das Besondere an Kuli?

Er war ein toller Mann: dieser Humor, diese lachenden Augen. Wir konnten stundenlang miteinander quatschen. Einmal nach der Sendung haben wir uns so gut unterhalten, dass er gesagt hat: Komm, ich fahr mit dir im Zug nach Hamburg, dann reden wir noch ein bisschen, du gehst nach Hause, und ich fahre mit dem nächsten Zug wieder zurück. Hat er dann doch nicht gemacht. Aber wir hatten immer einen Riesenspaß miteinander.

Lief da ein bisschen mehr zwischen Ihnen?

Nein, das wäre für mich nie infrage gekommen. Beruf ist Beruf, das Private muss man da raushalten. 1987 war Schluss mit EWG, und Sie wurden Moderatorin. Anfang der Neunziger hatte ich eine eigene Sendung auf RTL, "Ein Platz für Tiere". Da habe ich fast alles selbst gemacht: im Heim die Tiere ausgesucht, die wir vermitteln wollten, sie für die Hamburger Morgenpost fotografiert, mit der wir zusammengearbeitet haben, und einen Text dazu verfasst. Ich habe den Ablauf der Sendung festgelegt und meine Moderation geschrieben.

Und dann haben Sie sich rar gemacht in der Öffentlichkeit. Warum?

Ich wollte Ruhe finden. 1995 habe ich geheiratet. Seit ich Otten heiße, bekomme ich keine Fanpost mehr. Es passiert aber immer noch, dass mich Leute auf der Straße ansprechen: "Ich kenne Sie doch. Warten Sie ... Kulenkampff, nicht wahr?" Darauf bin ich schon ein bisschen stolz.

Wie steht es derzeit um Ihre TV-Karriere?

Ich habe zuletzt vor allem als Model gearbeitet und für Reinigungsmittel und Schokolade geworben. Im Fernsehen hatte ich nur kleine Auftritte: mal fünf Sätze bei "Schwester Stefanie", mal eine kleine Rolle an der Seite von Evelyn Hamann.

Keine Lust auf mehr?

Doch. Ich möchte größere Rollen spielen. Deswegen werde ich mir zum ersten Mal einen Manager nehmen. Kuli hat bei seinem letzten Besuch in Hamburg zu mir gesagt: "Versprich mir, dass du nicht wieder in der Versenkung verschwindest - das darfst du mir nicht antun." Daran denke ich in letzter Zeit öfter.

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