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Mobiler Urlaub: Fahrzeug vor Reise checken

Vor Antritt der Urlaubsreise gehört das Auto oder Reisemobil noch einmal gründlich überprüft. Bösen Überraschungen wird damit vorgebeugt, mögliche Mängel können aufgespürt und beseitigt werden.

Beim Check in der Werkstatt kontrolliert der Fachmann die Bremsanlage und die Bremsflüssigkeit ebenso wie die komplette elektrische Anlage. Ein zusätzlicher Stoßdämpfertest wirkt sich zudem positiv auf die Sicherheit und den Fahrkomfort aus. Defekte Stoßdämpfer sind oft für schlechte Bodenhaftung der Reifen verantwortlich. Dadurch entstehen längere Bremswege. Darüber hinaus werden die Kurvenstabilität beeinträchtigt und der Reifenverschleiß erhöht, vor allem, wenn das Fahrzeug voll beladen ist.

Den Reifendruck kann der Fahrer vor dem Urlaub selbst überprüfen. Wegen des schweren Reisegepäcks ist das Luftvolumen auf den empfohlenen "Voll-Lastdruck" zu erhöhen. Die notwendigen Angaben finden sich in der Betriebsanleitung, der Tür-Innenseite oder oft auch im Tankdeckel. Auf Reifenschäden ist genauso zu achten wie auf die gesetzlich festgelegte Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern, die im Übrigen auch für das Reserverad gilt. Auch ist hier zu berücksichtigen, dass bei einer langen Urlaubsfahrt bei hohen Außentemperaturen mit einem starken Reifenabrieb zu rechnen ist. Auf Nummer sicher geht man mit mindestens drei Millimetern Restprofil. Auffälliger Reifenabrieb oder andere Schäden können nicht nur gefährlich, sondern auch teuer werden: In Deutschland werden 50 Euro Strafe und drei Punkte im Flensburger Zentralregister fällig.

Neben den Reifen ist auch der Ölstand zu kontrollieren - gegebenenfalls muss der Schmierstoff nachgefüllt werden. Gereinigte Scheiben und Scheinwerfergläser sorgen für klare Sicht und mehr Sicherheit. Wohnwagenbesitzern ist für ihr mobiles Heim nach längerer Standzeit ein Check bei einer Kfz-Prüfstelle anzuraten. Untersucht werden das Fahrwerk, die Bereifung, die Bremsanlage und die Beleuchtungseinrichtungen.

Bei älteren Wohnwagen, die schon acht bis zehn Jahre ihren Dienst leisten, werden häufig Mängel an der Gasanlage festgestellt. Die Brenner werden krumm und die Leitungen werden mit der Zeit undicht. Die Gasflaschen sind laut Gerätesicherheitsgesetz in rüttelsicheren Halterungen zu montieren. Sie müssen zudem eine Prüfnummer tragen und immer so befestigt sein, dass sie weder rollen noch rutschen können. Wichtig für die Sicherheit unterwegs ist auch, dass die Deichsel-Öse nicht zu viel Spiel hat. Ansonsten kann es passieren, dass der Anhänger plötzlich eigene Wege geht. Beim Beladen des Caravans muss immer genügend Gewicht auf der Deichsel lasten.

Alle wichtigen Dokumente an Bord?

Kopien der wichtigsten Ausweispapiere helfen bestohlenen Urlaubern, Ersatz zu beschaffen. Sie sind dafür getrennt vom Original mit auf Reisen zu nehmen. Neben Pass und Führerschein gehört auch der internationale Kfz-Versicherungsnachweis, die sogenannte "Grüne Karte", zu den Schriftstücken, die zuvor kopiert werden sollten.

Detroit Motor Show: Von praktisch bis phantastisch

Die grüne Versicherungskarte wird seit 1. Januar in einem neuen Erscheinungsbild ausgeben, unter anderem gibt es sie nun auch im DIN-A4-Format. Ihre Funktion hat sich jedoch nicht geändert, sie dient weiterhin als Nachweis einer gültigen Haftpflichtversicherung. Bei Unfällen im Ausland erleichtert sie damit die Schadensregulierung. In vielen Nicht-EU-Staaten müssen Reisende die "Grüne Karte" mitführen. So verlangen laut ADAC Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien, Ukraine und Weißrussland den Nachweis. Auch in Russland herrscht seit Jahresbeginn die Karten-Pflicht. Für die Einreise in EU-Staaten ist der Nachweis dagegen nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil. Denn er enthält Angaben zur Schadensabwicklung und die Telefonnummern der "Grüne Karte"-Büros.

Für Grenzübertritte innerhalb der EU reicht ein Personalausweis. Auch in beliebte Urlaubsländer außerhalb der EU wie beispielsweise in die Türkei gelangt man oftmals mit dem "Perso". In Serbien wird dagegen seit April ein Reisepass zur Einreise erforderlich. Häufig sind auch Kinder nicht von der Passpflicht ausgenommen; Bulgarien und die baltischen Staaten verlangen bei der Einreise einen Kinderausweis oder Kinderreisepass. Bei allen Ausweisdokumenten ist auf deren Gültigkeit zu achten - und darauf, dass diese auch nicht während des Auslandsaufenthalts abläuft. Für die Durchreise oder den Aufenthalt in bestimmten Staaten wird zudem ein Visum benötigt.

Übrigens: Ein deutsches Auto in einem EU-Land benötigt das D-Schild am Auto nicht mehr, wenn das Fahrzeug ein Euro-Kennzeichen aufweist. Die darin integrierten Nationalitätszeichen gelten europaweit als Kennzeichen des Zulassungsstaates. Bei Reisen außerhalb der EU muss allerdings nach wie vor ein großes D-Schild im Format 11,5 Zentimeter mal 17,5 Zentimeter am Fahrzeug mitgeführt werden. Lediglich in der Schweiz wird das kleine "D" im Euro-Kennzeichen akzeptiert.

Mit dem Autozug verreisen?

Bei der Urlaubsreise schrecken weite Entfernungen oftmals ab. Wer nicht ins Flugzeug steigen oder quälend lange Autofahrten erleben möchte, kann aber den Autozug nutzen. Benzinsparender, umweltfreundlicher und meist schneller als die Autofahrt bietet ein Zugabteil Bewegungs- und Schlafmöglichkeiten, trotzdem bleibt man mit dem eigenen Fahrzeug am Urlaubsort mobil.

Platz an Bord finden prinzipiell alle Pkw und Motorräder, die auch im normalen Straßenverkehr zugelassen sind. Nur die Fahrzeugabmessungen schränken die Mitnahme ein: In der Länge dürfen 5,30 Meter, in der Breite 2,05 Meter und in der Höhe 1,58 Meter nicht überschritten werden. Zudem sind maximal neun Sitze und eine Bodenfreiheit von mindestens zehn Zentimetern Voraussetzung. Für einzelne Pkw sind allerdings weitere Sondervorschriften zu berücksichtigen, eine frühzeitige Information empfiehlt sich daher. Normale Anhänger sind transportabel, wenn sie mit Kupplung nicht länger als fünf Meter sind. Caravans können hingegen gar nicht mitgenommen werden.

Bei den Reisezielen offenbart sich dem Zugfahrer gerade gen Süden eine überraschende Vielfalt. Orte wie München, das französische Avignon oder Triest in Italien locken zum Verbleiben, sie können aber auch als Etappe zur Weiterfahrt genutzt werden. Richtung Norden endet dagegen die Fahrt spätestens in Hamburg, von dort müssen dann die Küsten von Nord- und Ostsee oder die skandinavischen Staaten mit dem Auto oder per Fähre angefahren werden.

Die Preise für den Autotransport per Zug richten sich nach Reiseziel, Fahrttermin, Passgierzahl und Autogröße. Ein Preisfinder steht auf der Internet-Seite www.autozug.de bereit. Zu den Stoßzeiten am Ferienbeginn können Plätze allerdings schnell knapp werden.

Welcher Führerschein für welches Land?

Ob grau, rosa oder im Scheckkartenformat: Der deutsche Führerschein hat viele Gesichter. Alle Varianten besitzen im EU-Ausland ihre Gültigkeit. Das gilt selbst für die Fahrerlaubnis der ehemaligen DDR. Allerdings kann es passieren, dass die Polizei einiger EU-Staaten bei Kontrollen die EU-Führerscheinkarte verlangt. Fehlt sie, wird oft ein Bußgeld erhoben. Zu unrecht, denn dabei ist die Rechtslage eindeutig.

Nach der EU-Führerscheinrichtlinie 91/439/EWG haben sich die Mitgliedstaaten verpflichtet, die von ihnen ausgestellte Fahrerlaubnis gegenseitig anzuerkennen. Freundlich und guten Gewissens kann dies daher dem Ordnungshüter erklärt werden. Um Missverständnisse zu vermeiden, kann die EU-Entscheidung im Handgepäck mitgenommen werden, am besten in Deutsch und der jeweiligen Landessprache. Erhältlich ist das Dokument bei vielen Verbraucherzentralen, Versicherungen oder auf der Internet-Seite des ADAC (www.adac.de).

Außerhalb Europas hängt die Gültigkeit der alten Führerscheine von den jeweiligen diplomatischen Vereinbarungen ab. In den USA wird die deutsche und die EU-Fahrerlaubnis rein rechtlich lediglich geduldet. Gar nicht anerkannt wird in den USA der DDR-Führerschein. Um Ärger bei Kontrollen oder beim Mieten eines Wagens zu vermeiden, kann man bei der Führerscheinstelle einen deutschen internationalen Führerschein beantragen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein gültiger EU-Führerschein im Scheckkartenformat. Denn die Behörden sind verpflichtet, die Ausstellung des internationalen Führerscheins im zentralen Flensburger Verkehrsregister zu speichern. Dafür wird allerdings eine mit dem EU-Führerschein zugeteilte Führscheinscheinnummer einer EU-Fahrerlaubnis nötig. Wichtig: Internationale Führerscheine gelten im Inland nicht als gültige Fahrausweise.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Erholung

Ein gelungener Start in den Urlaub mit dem Kraftfahrzeug erfordert eine gründliche Vorbereitung. Kilometerlange Blechlawinen und langwierige Wartezeiten im Stau lassen sich so vermeiden. Wer es sich erlauben kann, sollte seine Abfahrtszeiten flexibel an die Verkehrslage anpassen und Alternativrouten bereits vor Fahrtantritt ins Auge fassen. Mit vielen Pausen und eventuellen Zwischenübernachtungen an sehenswerten Orten oder am Weg liegenden Stränden beginnt die Erholung bereits während der Fahrt. So kann in verschiedenen Orten beispielsweise Station zum Schwimmen oder dem Besuch eines streckennahen Freizeitparks gemacht werden.

Zielgerichtet an den Urlaubsort gelangen Reisende mit dem Navigationssystem, dennoch sollte auch eine konventionelle Straßenkarte mitgenommen werden. Denn wenn das Navi ausfällt oder die CD oder DVD nicht mehr gelesen werden kann, bleibt man so unabhängig. Sie geben so auch einen guten Überblick über alle Routen. Viele Navis werden nur mit einer Deutschlandkarte ausgeliefert; das Straßennetz des Urlaubslandes muss dann entweder zugekauft oder vorübergehend freigeschaltet werden.

Aktualität ist bei Straßenatlanten entscheidend, um auch neue Verbindungsstrecken auf den Karten zu finden. Beim Kauf ist deshalb auf den Ausgaben-Jahrgang zu achten. Zudem sollte bedacht werden, dass für die Anreise andere Karten als für Ausflüge am Urlaubsort nötig werden. Wer also von Hamburg nach Rimini oder an das Nordkap aufbricht, der braucht für das Einteilen der Tages-Etappen eine Übersichtskarte mit dem Maßstab 1:1 000 000 oder kleiner, um noch eine größere Übersicht zu haben. Für eindrucksvolle Rundfahrten auf Nebenstraßen am Urlaubsort ist eine viel größere Detailvielfalt empfehlenswert; am besten eignet sich eine Generalstabskarte im Maßstab 1:200 000. Gute Karten zeigen bereits Straßen an, die noch im Bau sind, und nennen das voraussichtliche Datum der Fertigstellung. Ein Qualitätsmerkmal ist auch die Übersichtlichkeit. Ortsnamen müssen sich unmissverständlich zuordnen lassen.

Neben dem Weg ist der Zeitpunkt des Urlaubs entscheidend. Feiertage im Ausland werden bei der Planung meist ignoriert. Durch sie können aber Schwierigkeiten auftreten, wenn man beispielsweise unvorbereitet vor geschlossenen Geschäften und Tankstellen steht. Das ist in vielen Ländern am 15. August der Fall. So feiern Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Polen, Portugal, Slowenien und Spanien dann Mariä Himmelfahrt.

Eine kleine Übersicht über weitere Feiertage im Jahr 2009:

Belgien:

11. Juli (Fest der flämischen Kulturgemeinde), 21. Juli (Nationalfeiertag), 20. September (Fest der wallonischen Kulturgemeinde), 27. September (Fest der frankophonen Kulturgemeinde)

Bulgarien:

6. September (Tag der Wiedervereinigung), 22. September (Unabhängigkeitstag)

Dänemark:

5. Juni (Verfassungstag)

England, Wales und Nordirland:

31. August (Summer Bank Holiday)

Frankreich:

14. Juli (Nationalfeiertag)

Griechenland:

28. Oktober (Nationalfeiertag)

Irland:

3. August (August Bank Holiday), 26. Oktober (October Bank Holiday)

Kroatien:

11. Juni (Fronleichnam), 22.Juni (Antifaschismustag), 25. Juni und 5. August (Nationalfeiertage), 8. Oktober (Unabhängigkeitstag

Österreich:

11. Juni (Fronleichnam), 26. Oktober (Nationalfeiertag)

Portugal:

10. Juni (Nationalfeiertag), 11. Juni (Fronleichnam), 5. Oktober (Tag der Republik

Schottland:

3. August (Summer Bank Holiday)

Schweden:

6. Juni (Nationalfeiertag), 19. und 20. Juni (Midsommardage)

Schweiz:

11. Juni (Fronleichnam), 1. August (Bundesfeiertag)

Slowakei:

29. August (Jahrestag des Aufstandes), 1. September (Tag der Verfassung), 15. September (Mariä Sieben Leiden)

Slowenien:

25. Juni (Tag der Staatlichkeit), 31. Oktober (Reformationstag)

Spanien:

12. Oktober (Nationalfeiertag

Tschechien:

5. Juli (Gedenktag der Slawischen Glaubensapostel), 6. Juli (Verbrennung von Jan Huus), 28. September (Tag der Staatlichkeit) und 28. Oktober (Nationalfeiertag

Türkei:

30. August (Tag des Sieges), 28. und 29. Oktober (Tag der Republik

Ungarn:

20. August (Tag der Verfassung) und 23. Oktober (Tag der Republik)

Sicher fahren mit Caravan und Reisemobil

Für eine sichere Urlaubsreise mit dem Caravan oder Wohnmobil sind eine umsichtige Fahrweise und ausreichend Praxiserfahrung unbedingt notwendig. Das Fahrverhalten eines Gespanns oder eines Reisemobils unterscheidet sich vom Pkw; die Größenverhältnisse werden von Fahrneulingen oftmals unterschätzt.

Freizeitfahrzeuge sind länger und schwerer als gewöhnliche Pkw. Zum Beschleunigen benötigt man also mehr Zeit, was vor allem beim Überholvorgang berücksichtigt werden muss. Der höhere Schwerpunkt von Wohnmobilen und Caravans lässt zudem nur geringe Kurvengeschwindigkeiten zu und erschwert ein schnelles Ausweichen bei plötzlich auftretenden Hindernissen. Darüber hinaus verlängert sich der Bremsweg. Bei der Fahrt mit dem Gespann bergab sind niedrige Gänge zu wählen, um die Bremskraft des Motors zu nutzen. Damit wird vermieden, dass die Bremsen überfordert werden. Bei der Streckenplanung für die Urlaubsreise ist besonders auf Alpenpässe zu achten, die zu steil für das Gespann sind.

Problematisch für Campingfahrzeuge und -anhänger kann außerdem Wind werden: Da sowohl das Reisemobil als auch das Gespann eine große Angriffsfläche bieten, geraten die Fahrzeuge bei starkem Seitenwind leichter ins Wanken und driften zur Seite ab. Bei hohen Geschwindigkeiten können Wohnanhänger ins Pendeln geraten und sich aufschaukeln. Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollten Fahrer die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung beachten. Diese liegt beim Gespann normalerweise bei 80 km/h, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen auch bei 100 km/h. Spezielle Sicherheitssysteme für das Gespann tragen zudem zu einer stabilen Fahrt bei.

Um die Sicherheit beim Fahren zu erhöhen, darf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht überschritten werden. Bei Wohnanhängern ist nach dem Packen die Stützlast zu überprüfen, also das Gewicht, das auf die Anhängevorrichtung des Zugfahrzeugs und damit direkt auf dessen Hinterachse wirkt. Von den Herstellern sind bestimmte Minimal- und Maximalwerte vorgeben, wobei sich die Höchstlast optimal auf die Fahrstabilität auswirkt. Beim Beladen müssen die Fahrer zudem beachten, dass schwere Gegenstände in Bodennähe zwischen den Achsen verstaut werden. Rutschmatten verhindern in Schränken und anderen Stauräumen zu viel Bewegung.

Während der Fahrt ist der Aufenthalt im Caravan tabu, Passagiere reisen vorne im Zugfahrzeug mit. Im Wohnmobil dürfen Mitreisende auf Sitzen mit Gurten Platz nehmen. Eine Benutzung quer zur Fahrtrichtung eingebauter Sitze ist allerdings untersagt. Kinder brauchen wie im Pkw ein passendes Rückhaltesystem. Beim Abbiegen und Einparken müssen die Fahrer an die Außenmaße ihres Gefährts denken. Ein größerer Bogen und stärkerer Lenkradeinschlag wird regelmäßig erforderlich. Beim Fahren mit dem Wohnanhänger ist vor allem das Rückwärtsfahren schwierig. Zu bedenken ist, dass der Hänger beim Einschlagen des Lenkrads in die entgegengesetzte Richtung lenkt.

Da Übung den Meister macht, empfiehlt sich gerade für Neulinge ein Sicherheitstraining. Dabei lernen die Fahrer unter anderem das richtige Ausweichen und Bremsen, ohne große Risiken einzugehen. Zudem gewinnt man Fahrpraxis. Verschiedene Automobilclubs und Hersteller von Freizeitfahrzeugen bieten entsprechende Kurse an.

Mietwagen im Urlaub

Schlechten Service und Sicherheitsmängel am Auto müssen Urlauber in Europa häufig beim Anmieten eines Mietwagens befürchten. Das hat ein Test des ADAC ergeben. Die Kritikpunkte reichen von unhöflicher Behandlung, ungenauen Angaben zum Versicherungsschutz und der Prämie bis hin zu Mängeln an Fahrwerk, Lenkung und Bremsen.

Geprüft wurden 60 Anbieter in sieben beliebten Reiseländern wie Spanien, Griechenland oder Türkei. Mehr als die Hälfte aller Kandidaten kassierten schlechte Noten. Zwölf Leihautos waren wegen erheblicher Mängel nicht mehr fit für den Straßenverkehr, fünf von insgesamt sieben getesteten Geländewagen hatten Mängel an Fahrwerk, Lenkung und Bremsen. Der Rest der Fahrzeuge war überwiegend in technisch einwandfreiem Zustand.

Beim Service gab es 26 Mal die Note "bedenklich", elf Mal sogar "mangelhaft". Hier wurden vor allem eine Fließbandabfertigung und fehlende Fahrzeugeinweisungen beanstandet. Schlecht bestellt war es auch um die Ausrüstung und Insassensicherheit. Airbags für den Beifahrer oder Sicherheitsgurte auf der Rücksitzbank waren Mangelware, in nur 14 Fahrzeugen fand sich ein Verbandkasten. 40 Prozent aller Stationen mussten zudem beim Kindersitz passen. Testsieger wurde der Autovermieter National auf Kos in Griechenland. Die rote Laterne ging an die Station von Europcar im griechischen Thira auf Santorin.

Die Experten raten Urlaubern, nach Möglichkeit von Deutschland aus in Ruhe einen Wagen für den Urlaub zu buchen. Dann könne man auch Preise vergleichen und die Bedingungen studieren. Bei Streitigkeiten sei die eigenen Rechtsposition außerdem stärker als bei einer Anmietung zu den ortsüblichen Bedingungen. Wer spontan einen Wagen für einen Ausflug sucht, sollte Zeit mitbringen und das Auto prüfen. Stellt man gravierende Mängel fest und ist kein anderer Wagen vorhanden, sucht man besser den nächsten Vermieter auf. Haftpflicht und Vollkasko mit geringer Selbstbeteiligung sind unverzichtbar. Und: Auf keinen Fall sollte man etwas in einer Sprache unterschreiben, die man nicht versteht.

Autopanne im Urlaubsland

Bei Autopannen oder Unfälle im Ausland müssen die Reisenden die Regeln des jeweiligen Landes beachten. In Polen und Rumänien beispielsweise ist der Betroffene bei einem Unfall in jedem Fall verpflichtet, die Polizei hinzuzuholen.

Im Pannenfall muss in den meisten Ländern eine Warnweste angelegt werden. Die richtige Weste ist am europäischen Kontrollzeichen EN 471 zu erkennen und sollte immer an Bord des Autos sein. In einzelnen Staaten wie Norwegen, Österreich, Portugal und in der Slowakei muss die reflektierende Weste zudem gezeigt werden, wenn dies von den Ordnungshütern verlangt wird. Verstöße gegen die Mitführpflicht werden teilweise mit hohen Bußgeldern geahndet, in Portugal drohen bis zu 600 Euro.

Wie in Deutschland ist das Aufstellen eines Warndreieckes auch im Ausland Pflicht. Es sollte daher nicht unter dem Gepäck im Kofferraum liegen, sondern am besten unter dem Beifahrersitz seinen Platz finden. So ist es im Notfall direkt griff- und einsatzbereit. Auch Ersatzglühbirnen für Scheinwerfer und Heckleuchten gehören ins Handschuhfach. Denn das Fahren mit defekten Beleuchtungseinrichtungen ist verboten. In Spanien ist es sogar Pflicht, einen vollständigen Satz Reservebirnen mitzuführen.

Wenn die Landessprache nicht beherrscht wird, ist es ratsam, sich einen kleinen Sprachführer zuzulegen, um wenigstens nach der nächsten Werkstatt oder Polizeistation fragen zu können. Für weitere Hilfe bei Autopannen im europäischen Ausland bieten unter anderem verschiedene Prüforganisationen und Automobilclubs Schutzbriefe an. Diese Angebote enthalten unter anderem Pannenhilfe, Abschleppen und Bergung des Autos nach einem Unfall.

Pausieren für die Sicherheit

Wer auf der Urlaubsfahrt mit dem Pkw regelmäßig Pausen einlegt, vermindert sein Unfallrisiko. Sowohl für den Fahrer als auch für die Passagiere kann bereits eine kurze Unterbrechung erholsam und stärkend sein. Die Beine vertreten, vor allem aber Recken und Strecken macht fit für die kommenden Kilometer. Untersuchungen haben ergeben, dass frische Luft und Muskeldehnung den stärksten Weckeffekt haben. Leichte Lockerungsübungen oder kurze Spaziergänge regen den Kreislauf an und schützen vor Müdigkeit.

Ein kleiner Snack während der Pause ist vor allem für den Fahrer empfehlenswert. Schwere Kost und große Essensmengen können hingegen schaden, da sich bei zu starker Sättigung das Unfallrisiko durch die auftretende Müdigkeit erheblich erhöht. Natürlich ist auch darauf zu achten, dass gerade bei Fahrten an heißen Sommertagen der Flüssigkeitshaushalt des Körpers stimmt. In Kühlboxen bleiben Getränke, belegte Brote und Obst auch auf langen Fahrten in den Süden frisch und appetitlich. Die praktischen Boxen können während der Fahrt über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt werden oder bleiben durch gefrorene Wasserakkus lange Zeit kühl. Die Pausen-Mahlzeit, im Rahmen eines Picknicks auf der grünen Wiese zu sich genommen, hebt außerdem die Stimmung aller Reisenden.

Eine Grundausrüstung an Spielen für den Urlaub wissen besonders Kinder zu schätzen. Mit Murmeln zum Klickern sowie Pflasterkreide, Gummi- und Springseilen bringt man auf dem Rastplatz Bewegung in die Familie. Eine Runde Boccia entspannt und macht auch mitfahrenden Großeltern Spaß. Für die italienische Spielart des Boule braucht man acht bunte Kunststoffkugeln, die nur mit Wasser gefüllt und deshalb auch für Kinder besser geeignet sind als die französischen Pendants aus schwerem Metall.

Bei einer Rast sollten Fahrer und Passagiere auch einen Gang zur Toilette machen. Denn wenn die Blase beispielsweise im Stau drückt, wird die Fahr- und Wartezeit zur Tortur: Gereiztheit, Ungeduld und Stress sind die Folge, das Fahrverhalten kann zunehmend aggressiv, rasant und gefährlich werden. Eine frühzeitige Benutzung des stillen Örtchens schafft Abhilfe.

Benjamin Palm/mid / MID

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