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Reisetipps Deutschland, Teil 4 Zum Reinspringen schön


Für den Fall, dass der Sommer doch noch kommt: Die Reise-Experten von "Geo Saison" geben Tipps zum Baden in den Bayerischen Alpen. Und als Kontrast: eine Bootstour in der Haupttadt.
Von Dirk Lehmann und Jörg Spaniol

Zur Berg-Badeanstalt in Bayern
Sie will hier nicht baden. Das drückt ihr ganzer kleiner Körper aus, eine Fußspitze bohrt im Boden, die Finger nesteln am Träger des gepunkteten Bikinis, der Blick ist nach unten gerichtet. "Warum nicht?" Wir sind extra mit dem Auto hinaufgefahren über eine sich auf den Hausberg von Garmisch-Partenkirchen windende Straße.

Uns dreien - meinen Töchtern Judith, Benita und mir - hat es sofort gefallen, wie der Rießersee in die Landschaft eingebettet liegt, umgeben von Bäumen und Bergen, blau-graue Zacken vor hellblauem Himmel. Wir haben Eintrittskarten gekauft und sind durch das Drehkreuz der Badeanstalt gegangen. Während über den Schwimmbädern unten in der Stadt eine Wolke aus Gekreisch und Sonnenöl schwebt, ist hier wenig los. Wir haben unsere Decke ausgebreitet, die Kinder liefen zum Wasser. "Wir schwimmen zur Insel", riefen sie und meinten das in der Mitte des Sees ankernde Floß.

Jetzt steht das fünfjährige Mädchen vor mir. "Da sind riesige Fische im Wasser." Sie zeigt mir die Karpfen: Mit wedelnden Flossen stehen sie im tiefklaren See. Erst als wir drei uns an den Händen fassen und mit lautem Brüllen hineinrennen, kann sich Benita überwinden. Nach wenigen Sekunden scheint die Angst vor den Fischen vergessen, und ich schleiche mich aus dem kalten Wasser.

Einkehren

Rießersee Hotel: Liegt direkt am See, schöne Terrasse, sehr gute Kasspatzn, Zimmer mit Marmorbädern, grandioser Blick. Garmisch-Partenkirchen, Riess 5, Tel. 08821-75 80, www.riessersee-hotel.de; DZ/F ab 149 Euro.

Badeanstalt:

Es gibt einen Kiosk (leckere Holundersaftschorle), Umkleidekabinen, Duschen und auf dem See einen Ponton. Eintritt: Erw. 4 Euro Kinder 2 Euro.

Berlin per Boot

Oben spielt Berlin Hauptstadt, mit Clubs, Kunst und urbanem Galopp auf breiten Straßen. Unten aber trödelt es vor sich hin - in flüssigem Aggregatzustand. Die Stadt hat rund 200 Kilometer schiffbare Wasserstraßen, und die erschließen eine Parallelwelt, die wir mit dem Kajak erkunden.

Das Wasser-Berlin überrascht jeden, der das Asphalt-Berlin kennt. Mit heiterer Niedlichkeit an seinen Rändern, "Havelfreude" und "Einigkeit" heißen da Kleingartenanlagen, als "Bürgerablage" lockt ein Badestrand. So paddeln wir von Spandau in Richtung Innenstadt anfangs durch überraschend heile Natur, oft reicht der Blick bis zum Grund. Dann gilt es, den Industriegürtel von Berlin-Moabit zu durchdringen: Kraftwerke, Schrottplätze, Frachthäfen.

Schließlich donnert die S-Bahn über unsere Köpfe hinweg, und zwischen Bäumen erkennen wir die Siegessäule. Eine Stadtrundfahrt über blaue Flächen und Linien: Havel, Wannsee, Spree, Teltowkanal, eine abenteuerliche Berlin-Erkundung mit Gaskocher und Campingzelt.

Bootsverleih

Kanu-Connection: Berlin, Soltauer Str. 26–30, Tel. 030-612 26 86, www.kanu-connection.de; Zweierkajak ab 30 Euro pro Tag.


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