HOME

Prêt-á-Porter-Schauen: Süße Kylie sieht sexy Wintermode

Popsängerin Kylie Minogue mit lässiger Hochsteckfrisur stahl den Models bei den Pariser Prêt-á-Porter-Schauen im wahrsten Sinne des Wortes die Show. Und das Wintermode durchaus sexy sein kann, beweist die stern.de-Fotostrecke

Der Zenit scheint noch nicht erreicht. Seit ein paar Saisons gilt Paris wieder als unangefochtene Hauptstadt der Mode, und der Hype dauerte auch kurz vor Schluss der Prêt-á-Porter-Schauen der Damenkollektionen für Herbst/Winter 2007/8 am Sonntag an. Teilweise waren die Defilees - wie etwa bei Saint Laurent am Donnerstag - so voll, dass empfindlichere Gemüter Platzangst bekommen mussten. Die Luft stand auch, als Kylie Minogue sich am Samstag einen Weg durch die Fotografenmenge bei Chloé bahnte. Während dann zu Beginn der Schau alle anderen sich nervös Wind zufächelten, blieb sie cool und plauderte kichernd mit ihrer Sitznachbarin. Der Popstar, dessen Haar nach einer Chemotherapie nun wieder so lang ist, dass es für eine lässige Hochsteckfrisur reicht, hat schon anderes erlebt.

Trotz des Rummels mit einem Mammutprogramm von rund 90 Defilees und zahlreichen Extra-Präsentationen in acht Tagen fehlt Paris der Wegweiser, der Super-Designer, der wie Miuccia Prada in Mailand die Mode in eine allgemein gültige neue Richtung führt. Einige glaubten diesmal, dass Hussein Chalayan so ein neuer Leitstern werden könnte, andere sahen ihn in Riccardo Tisci von Givenchy, wieder andere in Stefano Pilati von Saint Laurent. Und auch auf die Chloé-Schau mit dem neuen, von Marni kommenden Designer Paulo Melim Andersson, wurde wie auf die Erlösung gewartet.

Allein diese kam nicht. Der Neue zeigte viele hübsche Entwürfe, kastige Lederkleider in Ziegelrot mit verspielten Details, Fell- Blousons und Hosenröcke, doch gelang ihm nicht der große Wurf. Kreisförmige Plättchen, Steine und Spiegel, Batik-Drucke und Plissierungen gab es bei Chloé auch schon vorher. "Ich wollte eine natürliche Frau skizzieren, ohne jegliche Künstlichkeit und Dramatik", hatte Paulo Melim Andersson zu seiner Schau gesagt. Vielleicht geriet ihm deswegen das Ganze allzu harmlos.

Jean Paul Gaultier wagte bei Hermès diesmal mehr als in den vergangenen Saisons. Heraus kam ein gelungener Mix aus Reiter-Look und Motorradkluft, Herrensmoking und femininer Eleganz. Die schwarzen Biker-Lederjacken mit passenden Kappen, die umbrafarbenen Blazermäntel aus Echsenleder, die Tweedkostüme mit Bleistiftrock und goldglänzenden Lurex-Roben wirken so umwerfend edel, dass auch nicht der kleinste Verdacht von Vulgarität bei dieser eigenwilligen Mischung entsteht.

Bei Kenzo gab es spanische Inspirationen, viel Rot und Schwarz mit Mustermix, große Torero-Hüte und Reiter-Look. Clou der Schau war allerdings mehr als die Kollektion eine Tango-Einlage, bei der die Tänzer lebensgroße Puppen über den Laufsteg schoben.

Am Besten kommen wahrscheinlich in dieser Saison die stilleren Designer davon, die sich auf perfekt gemachte Entwürfe konzentrieren. Der Australier Martin Grant zeigte am Samstag so entspannte wie tadellose Outfits mit hinreißenden, hellgrauen Marlene-Hosen zu silbrigen Blusen, weichen Cape-Jacken mit Kapuze und leicht oval geschnittenen Tageskleidern aus geprägter Seide. Die Farben: Schwarz, Lila, Creme und Grau. Und wenn die Stil-Sonderausgabe des gerade aktuellen Time-Magazine Recht hat, die einen Trend zu bewusstem, eher zurückgenommenem Konsum voraussagt, dann hält Martin Grant gerade einen Mode-Joker in der Hand.

DPA / DPA