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Tracy Morgan US-Komiker streitet sich mit Walmart über tödlichen Unfall


Im Juni rammte ein Walmart-Transporter die Limousine von US-Comedy-Star Tracy Morgan. Ein Insasse starb dabei. Jetzt wirft die Supermarktkette Morgan vor, eine Teilschuld an der Tragödie zu tragen.
Von Frank Siering, Los Angeles

Die Unfallmeldung im Juni schockierte Hollywood. "30 Rock"-Star Tracy Morgan wurde mit Freunden in einer Limousine von einem Truck der Supermarkt-Kette Walmart auf dem Highway in New Jersey gerammt. Dabei starb Morgans Freund James McNair, Morgan selbst wurde mit schweren Verletzungen für kurze Zeit in ein künstliches Koma versetzt. Nach Wochen der Rehabilitation kämpft sich der 45-jährige Komiker heute in die Normalität zurück.

Zusammen mit drei weiteren Insassen klagte der Schauspieler gegen Walmart. Er führte unter anderem an, die Supermarktkette habe den Fahrer des Lieferwagens unter "unvernünftigen Umständen" arbeiten lassen. Dieser sei bereits 24 Stunden am Stück wach gewesen und am Steuer eingeschlafen, kurz bevor er den Unfall verursachte, argumentiert Morgan.

Vorwurf: Sie waren nicht angeschnallt

In der Stellungnahme zu der Klage, die jetzt bekannt wurde, lehnt es Walmart ab, die volle Verantwortung für den tödlichen Unfall zu übernehmen. Vielmehr versuchen die Juristen der Kette, Morgan und seinen Mitklägern die Schuld für den Auffahrunfall anzulasten.

"Walmart ist bereit, weiterhin mit Herrn Morgan und den anderen Klägern in dieser Angelegenheit zu kooperieren, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen", so Brooke Buchanan, die die Supermarkt-Kette vertritt. Doch Walmart scheint vor Gericht keine Schuld bei sich selbst zu sehen. Stattdessen wird versucht, die Kläger für "das Fehlverhalten, keinen Gurt angelegt zu haben" verantwortlich zu machen.

"Wir haben nichts falsch gemacht"

Die Supermarktkette fordert außerdem, dass die Kläger schriftlich festlegen, wieviel Geld sie verlangen und ruft das Gericht an, ein Verfahren einzuleiten. Das würde eine außergerichtliche Einigung ausschließen. Morgan zeigte sich entsetzt von der Reaktion Walmarts. Der Schauspieler meldete sich jetzt erstmals zu Wort: "Ich kann gar nicht glauben, dass Walmart mir die Schuld für den Unfall in die Schuhe schieben will", sagte er. "Meine Freunde und ich haben nichts falsch gemacht." Morgans Anwalt Benedict Morelli fügte hinzu: "Das Statement von Walmart stimmt nicht mit dem überein, was die Firma ursprünglich verlauten ließ - nämlich die Übernahme der vollen Verantwortung." Experten vermuten, dass es jetzt zu einem echten Kampf vor Gericht kommen könnte. Ein Kampf, bei dem es um Geld in Millionenhöhe geht.

Frank Siering

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