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"Schmerz. Schmerz. Schmerz.": Aviciis Ex-Manager nach Kritik der Fans: "Ich hätte mir eine Kugel für ihn eingefangen"

Er hat ihn entdeckt und zum Weltstar gemacht: Arash "Ash" Pournouri war der gnadenlose Motor hinter der Karriere von Avicii - weshalb er zuletzt bei dessen Fans heftig in die Kritik geraten war. Jetzt meldet er sich anlässlich des Todes seines früheren Schützlings zu Wort.

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Mit Bestürzung haben Kollegen und Fans des schwedischen DJs und Produzenten Avicii auf den Tod des 28-Jährigen reagiert. "Mir fehlen die Worte", schrieb zum Beispiel der deutsche DJ Felix Jaehn bei Twitter. Der Franzose David Guetta twitterte, die Welt habe einen unglaublich talentierten Musiker verloren. Auch Madonna bekundete ihre Trauer - wie auch Hunderttausende Fans in den Sozialen Netzwerken.

Tim Bergling, wie Avicii mit bürgerlichem Namen hieß, war am vergangenen Freitag in Maskat, der Hauptstadt des Oman, tot aufgefunden worden. In die Trauer um den Musiker mischt sich bei den Fans des Musikers aber auch Kritik - und die richtet sich gegen seinen langjährigen Manager Arash "Ash" Pournouri. Grund dafür ist die schonungslose BBC-Dokumentation "True Stories" (die zurzeit auch bei Netflix zu sehen ist).

Manager von Avicii: "Er wird tot umfallen"

Das Biopic zeichnet den Aufstieg Aviciis zu einem der erfolgreichsten Stars der Gegenwart nach. Immer an der Seite des jungen Schweden: sein Entdecker, Förderer und Manager Pournouri, der ihn über Jahre kreuz und quer über den Globus von Gig zu Gig jagt. "Tim wird das nicht überleben", sagt der 36-Jährige irgendwann mitten im Erfolgsrausch. "Die ganzen Interviews, die Touren durch die Radiostationen, all das ... er wird tot umfallen."

Tatsächlich scheint Avicii diese Sorge irgendwann auch zu überkommen, denn 2016 zieht er sich vom Tourleben zurück. In "True Stories" wird deutlich, dass Pournouri seinem Schützling den Ausstieg erschwert, dessen Sorgen teilweise nicht so recht ernst zu nehmen scheint. Dem Zuschauer erscheint es jedenfalls nur folgerichtig, dass der Star-DJ sich bald darauf von seinem langjährigen Begleiter trennt.

Viele Fans diskutierten deshalb schon vor Aviciis Tod in den sozialen Netzwerken über den Erfolgsdruck, den Pournouri ausübte und in welchen Zusammenhang dieser mit den gesundheitlichen Problemen und der Alkoholsucht des Superstars stand. Zu den Vorwürfen hat Pournouri nicht öffentlich Stellung bezogen, aber vor zwei Tagen veröffentlichte er auf seiner Facebook-Seite ein privates Statement zu Aviciis Tod, das er zumindest in Teilen auch bei Instagram teilte.

"Ich hätte mir eine Kugel für dich eingefangen"

Pournouri schreibt: "Schock. Trauer. Zorn. Wut. Apathie. Verzweiflung. Elend. Schmerz. Schmerz. Schmerz." Er wisse nicht mal, wie man dieses Gefühl nennt: "Du warst meine Familie. Mein Bruder. Mein Freund. Mein Verbündeter. Teil meines Herzens." Er habe niemals so eine tiefe Traurigkeit empfunden. Er könne sich auch nicht erinnern, wann er das letzte Mal geweint hätte, aber nun seien seine Augen geschwollen von den Tränen. Er habe es noch nicht wirklich akzeptiert und könne auch nicht glauben, dass es wahr ist.

"Du warst wunderschön", so Pournouri weiter. "Du warst pures Talent. Du warst einer in einer Milliarde." Trotzdem könne er nicht aufhören darüber nachzudenken, dass er ihn vielleicht hätte retten können. Dass er ihn hätte schützen können vor Hatern, Drohungen, schlechten Beziehungen, Dunkelheit und Krankheit: "Was auch immer passiert ist, ich hätte mir eine Kugel für dich eingefangen."

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tim