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Kinder in Armut: Wie großartig Tiere als Therapeuten arbeiten

Der 13-jährige Anton* ist das erste Mal auf der Kinder-Ranch des Kinder- und Jugendwerks "Die Arche" in Brandenburg. Wie er finden hier viele Kinder vor allem eins: Zuflucht und Tiere, um die sie sich kümmern können.

Von Denise Wachter

Sich um Tiere kümmern,  sie versorgen und Verantwortung übernehmen.  Vor allem für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ist diese Art der Fürsorge heilsam. 

Sich um Tiere kümmern,  sie versorgen und Verantwortung übernehmen.  Vor allem für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ist diese Art der Fürsorge heilsam. 

Gitarre spielen, vielleicht mal Rockstar werden - das war der Traum des 13-jährigen Anton*. Doch seine Familie hatte kein Geld, um ihm ein Instrument zu kaufen. In der Kinder-Ranch in Brandenburg fand sich eine Förderin, die ihm diesen Wunsch erfüllen wollte. Sie gab das Geld der Mutter. Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Denn die Mutter verprasste das Geld für sich. Für Anton blieb nichts.

Kinderarmut ist trauriger Alltag in Deutschland. Täglich strömen mehrere Tausend Kinder in die Einrichtungen der "Arche". Hier bekommen sie Unterstützung bei den Hausaufgaben - und eine warme Mahlzeit. 40 Prozent der Kinder, deren Eltern Hartz IV beziehen, gehen ohne Frühstück in die Schule. Sie lernen mit knurrendem Magen. Und bleiben oftmals auf der Strecke, weil die Kinder das nicht mehr aufholen.

Hunde, Katzen, Kaninchen, Pferde, Hühner - die Kinder-Ranch der Arche in Brandenburg ist ein turbulenter Bauernhof für Kids.

Hunde, Katzen, Kaninchen, Pferde, Hühner - die Kinder-Ranch der Arche in Brandenburg ist ein turbulenter Bauernhof für Kids.

Körperkontakt, Liebe, das, was die Kinder von zu Hause nicht kennen

Seit über 20 Jahren kümmert sich das Kinder- und Jugendwerk "Die Arche" um die bedürftigen Kinder der Republik. Waren die ersten Einrichtungen nur in den Ballungsgebieten Deutschlands zu finden, ist die Arche nun in Brandenburg angekommen. Auf der Kinder-Ranch können die Kinder sich um Hühner, Schafe und Gänse kümmern, auf Ponys reiten - oder den Tieren einfach etwas erzählen. So wie Anton. Der berichtet einem Hund von seinem Tag, das Tier guckt ihn aus treuen Augen an und hört zu. Diese Aufmerksamkeit bekommt er zu Hause nicht. Der Umgang mit den Tieren solle den Kindern helfen, sich emotional zu erholen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken, so die Arche-Verantwortlichen. Hier finden die Kinder, das was sie suchen: Körperkontakt, Liebe, das, was sie von Zuhause nicht bekommen.

Die Arche finanziert sich zu 100 Prozent aus Spenden. Seit über 12 Jahren unterstützen treue Spender der Stiftung stern die Arche. Ohne sie gäbe es diesen wichtigen Anlaufpunkt für Kinder nicht.

*Name von der Redaktion geändert

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