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#DerAndereOsten: Mehr als Nazis und leere Dörfer – Twitter-User zeigen die positiven Seiten Ostdeutschlands

Der Osten Deutschlands macht durch Fremdenfeindlichkeit und Rassismus Schlagzeilen. Doch es geht auch anders. Unter dem Hashtag #DerAndereOsten sammeln Twitterer ihre schönen Erfahrungen in den neuen Bundesländern.

Ein Schild mit der Aufschrift "Ostritz an der Neiße findet Nazis nicht gut"

Auch im Osten Deutschlands steht die Mehrheit immer noch gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

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In marschieren AfD-Anhänger und Neonazis durch die Stadt und machen Jagd auf Ausländer. Die Polizei ist überfordert, die Politik scheinbar ebenso. Wenig später kommt es auch in Köthen nach dem Tod eines 22-Jährigen zu einem fremdenfeindlichen Auflauf. Es ist nicht das erste Mal, dass ein schlechtes Licht auf den Osten Deutschlands fällt.

Der Osten hat ein Imageproblem – und das schon länger. Städte wie Heidenau oder Ostritz, die eigentlich kaum jemandem im Rest der Republik ein Begriff waren, sind durch rassistische Übergriffe und -Festivals zu unrühmlicher Bekanntheit gelangt. 

Doch jenseits von "Sachsen-Bashing"gibt es auch noch einen anderen Blick auf die neuen Bundesländer. Um die positiven Seiten ins Zentrum zu rücken, hat Stefan Krabbes auf Twitter den Hashtag #DerAndereOsten initiiert. 

 "Es gibt so viele Schätze, die der Osten zu bieten hat", schreibt er auf seiner Website: "#DerAndereOsten hält für alle Überraschungen, Erholung, Spaß und Kultur bereit! Im anderen Osten darf sich jeder eingeladen fühlen und ist jeder willkommen!"

#DerAndereOsten kann auch schön sein

Viele andere Twitterer gingen auf seine Aktion ein, sehr schnell landete der Hashtag in den Trends des Netzwerks und prägte die Diskussion über die Lage in Ostdeutschland mit. Eine positive Geschichte nach der anderen findet sich auf Twitter – und viele von ihnen zeichnen ein ganz anderes Bild als die Szenen, die in den vergangenen Tagen im Fernsehen zu sehen waren. Egal, ob es um gesellschaftspolitische Themen geht oder einfach nur um das alltägliche Miteinander.

Ein neues Verständnis zwischen Ost- und Westdeutschland

Stefan Krabbes hat einen Ost-West-Konflikt ausgemacht, der auch zu großen Teilen darauf zurückgeht, dass sich Ost- und Westdeutsche auch 28 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch fremd sind: "Wir müssen einander ernst nehmen und endlich vorurteilsfrei begegnen! Zusammen haben wir viel einzubringen in unsere Republik." Deshalb möchte er, dass die Menschen aus dem Osten selbstbewusster werden, um dem Rest Deutschlands und der Welt die schönen Seiten ihrer Heimat zu präsentieren.

Die von ihm ins Leben gerufene Twitter-Aktion könnte ein erster Schritt dorthin sein. Twitterer aus dem Osten Deutschlands fühlen sich ernstgenommen. Andere, die noch nie in den Städten der ehemaligen DDR waren, bekommen eine neue Perspektive. Ein User schreibt: "#DerAndereOsten ist gar nicht der andere Osten, sondern der wirkliche Osten."

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