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Meinung

Vorwürfe gegen #MeToo-Aktivistin: Asia Argento soll einen 17-Jährigen missbraucht haben – warum lacht Ihr darüber?

Asia Argento soll einen minderjährigen Schauspielkollegen sexuell missbraucht haben. Doch statt Anteilnahme und Mitgefühl findet man im Netz extrem viel Spott und Verharmlosung. Unser Autor fragt sich, warum.

Jimmy Bennett (2010) und Asia Argento

Jimmy Bennett (2010) und Asia Argento

AFP

Asia Argento soll sich an ihrem Schauspielkollegen Jimmy Bennett vergangen haben. Der Vorwurf: 2013 soll die damals 37-Jährige dem damals 17 Jahre alten Jungen in einem Hotelzimmer erst Alkohol gegeben haben, ihn dann geküsst, sich oral an ihm vergangen und anschließend Sex mit ihm gehabt haben. Besonders brisant an den Vorwürfen: Erst vor wenigen Monaten war Argento zum Gesicht der #MeToo-Bewegung geworden. Mehrfach hatte sie öffentlich auf sexuellen Missbrauch aufmerksam gemacht und der Bewegung damit einen enormen Auftrieb verschafft. Nun steht die Schauspielerin selbst am Pranger. Weltweit wurde über die Missbrauchsvorwürfe, die Asia Argento mittlerweile öffentlich zurückgewiesen hat, berichtet. Doch der ganz große Aufschrei blieb irgendwie aus – liegt es daran, dass das Opfer männlich ist? 

"Da träumt jeder 17-jährige Heterosexuelle von"

Als Social-Media-Redakteure moderieren wir in unserem Team täglich tausende Facebook-Kommentare von NEON und stern. Und je mehr Kommentare ich zu unseren Artikeln über die Vorwürfe gegen Argento lese, desto mehr brodelt es in mir. Das Problem? Viele Kommentatoren sehen in dem angeblichen sexuellen Missbrauch kein Problem. Ganz im Gegenteil – sie verharmlosen die Gewalttat und machen sich ganz offen über die Vorwürfe lustig. Hier ein paar drastische (anonymisierte) Beispiele. Die folgenden Kommentare wurden übrigens von Männern und Frauen verfasst: 

  • "Sie hat ihn zu gar nix gezwungen, hat ihm einen geblasen und ihn geritten < so wäre ich seinerzeit mit 17 auch gern von einer scharfen Braut wie ihr 'traumatisiert' worden (...) der Kleine hat ja jetzt wohl alles, was er sich wünschen kann: Kohle, Publicity - und ja, von Asia Argento einen geblasen bekommen. #plsmetoo"
  • "Ich wurde mit 14 von einer 19 jährigen entjungfert. Leider keine Milf (...)"
  • "Die jungen Typen stehen momentan voll auf ü 40 Frauen"
  • "Oh je, der arme Bub ist jetzt bestimmt für's ganze Leben traumatisiert 😂😂😂"
  • "Wo ist das Problem?"
  • "Schwere Vorwürfe? Da träumt jeder 17jährige Heterosexuelle von."
  • "Der arme Junge hat Oralsex bekommen.."
  • "Zur Not hätte er ja gehen können 😎 wenn es ihm zu bunt geworden wäre.."

Für viele User scheint es offenkundig unvorstellbar, dass ein minderjähriger Mann von einer erwachsenen Frau vergewaltigt werden kann. So fragt ein User allen Ernstes, wo überhaupt das Problem sei. Ein Anderer schreibt, dass der Jung-Schauspieler zur Not doch einfach hätte gehen können. An all diejenigen, die sich über diesen angeblichen Missbrauchsvorfall lustig machen: Auch Männer können Opfer von sexueller Gewalt durch Frauen werden. Und Beispiele dafür gibt es viele. Sie reichen von großen Fällen wie dem sexuellen Missbrauch im irakischen Gefängnis Abu Ghraib durch US-Soldatinnen über die zahlreichen Geschichten von Lehrerinnen, die Sex mit Schülern hatten, bis hin zum jüngsten Fall aus den USA, wo eine 19-Jährige ihren Ex-Freund mit einer Machete bedroht und zum Sex gezwungen haben soll. Statistisch gesehen kommt es zwar deutlich seltener vor – das Bundeskriminalamt hat in 2015 für Deutschland bei 2436 Betroffenen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung 26 Männer registriert – doch trotzdem gibt es sexuelle Gewalt durch Frauen an Männern. Nur, weil etwas deutlich seltener vorkommt, heißt es noch lange nicht, dass es das gar nicht gibt.

"Der Körper kann physisch erregt werden, ohne dass man psychisch angeregt ist"

Anfang Juli hat NEON bereits ausführlich über sexuelle Gewalt an Männern berichtet und in dem Rahmen mit Iris Hannig, die als Psychotherapeutin bei der Opferhilfe Hamburg arbeitet, gesprochen. Sie sagt, dass es für Männer aufgrund des gängigen Gesellschaftsbildes vom starken Mann besonders schwierig sei, sich als Opfer einer Vergewaltigung zu outen. Auch deshalb dürfte die Dunkelziffer von sexueller Gewalt an Männern deutlich höher als die offiziell registrierte sein. Vor allem die Angst vor Hohn und Unverständnis anderer Männer trage viel dazu bei. Außerdem würde die Thematik oft von anderen Männern heruntergespielt oder sogar als "vergnügliche sexuelle Fantasie" dargestellt. Ein kurzer Blick in die weiter oben gezeigten Facebook-Kommentare reicht aus, um diesen traurigen Umstand zu bestätigen. 

Häufig führt auch die Annahme, dass Männer doch schließlich eine Erektion bräuchten, wenn sie von Frauen sexuell missbraucht würden, zu Unverständnis. Hat ein Mann eine Erektion, so die Annahme, wolle er auch Sex. Doch ganz so einfach ist es nicht. Dazu Psychotherapeutin Hannig: "Der Körper kann physisch erregt werden, ohne dass man psychisch angeregt ist. Wenn der Mann mechanisch stimuliert wird, kann es zu einer Erektion kommen." Auch in Stress- oder Angstsituationen kann ein Mann also eine Erektion bekommen. 

So könnte es auch bei Asia Argento und ihrem Schauspielkollegen Jimmy Bennett abgelaufen sein. Wenn nun also Bennett fünf Jahre nach dem angeblichen Missbrauch durch Argento von bleibenden, psychischen Schäden berichtet, sollte man das sehr ernst nehmen und auf keinen Fall darüber lachen!

Vor einer blauen Wand mit "Golden Globe Awards"-Logos hält Oprah Winfrey ihre Trophäe in die Kameras

 

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.