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#MeToo-Aktivistin: Oralsex mit 17-Jährigem im Hotelzimmer: Schwere Vorwürfe gegen Asia Argento

Sie war eine der ersten Frauen, die Harvey Weinstein der Vergewaltigung bezichtigten: Asia Argento. Jetzt steht die Schauspielerin selbst am Pranger. Sie soll sich 2013 an dem damals minderjährigen Schauspieler Jimmy Bennett vergangen haben.

Jimmy Bennett (2010) und Asia Argento

Jimmy Bennett (2010) und Asia Argento

AFP

380.000 Dollar. So viel soll Asia Argento ihrem 20 Jahre jüngeren Schauspieler in einer außergerichtlichen Einigung bezahlt und sich damit sein Schweigen erkauft haben. Das berichtet die Zeitung "New York Times" und beruft sich auf anonyme Quellen und Dokumente. Pikant: Die #MeToo-Aktivistin, die eine der ersten Frauen war, die dem Produzenten Harvey Weinstein Vergewaltigung vorwarf, und sich danach gegen sexualisierte Gewalt einsetzte, steht nun selbst am Pranger.

Der Fall, der jetzt in den USA für Aufsehen sorgt, soll sich 2013 in einem Hotelzimmer in Kalifornien zugetragen haben. traf dort den damals erst 17-jährigen Schauspiel-Kollegen Bennett. Sie selbst war zu diesem Zeitpunkt 37. Dann soll es in dem Hotelzimmer zu Handlungen gekommen sein, die nach kalifornischem Recht strafbar sind. Das Schutzalter für sexuelle Handlungen liegt in dem US-Bundesstaat bei 18 Jahren.

Oralsex im Hotelzimmer

In den Akten, die der " " nach eigenem Bekunden vorliegen, erhebt der Kinderstar Bennett schwere Vorwürfe gegen Argento. Sie habe ihm Alkohol gegeben. Später habe sie ihn geküsst, aufs Bett geworfen und Oralsex an ihm vorgenommen. Dann hätte sie sich auf ihn gelegt, und sie hätten Sex gehabt. Danach habe Argento den Jugendlichen gebeten, Fotos zu machen. Einige der damals entstanden Bilder liegen der "New York Times" vor und untermauern die Echtheit der Vorwürfe.

Im Anschluss an das Ereignis sei der erst 17-jährige Bennett traumatisiert gewesen. Er und Argento kannten sich seit vielen Jahren durch Dreharbeiten. Sie sei wie eine Mutter und Mentorin für Bennett gewesen, heißt es in den Dokumenten. Im Jahr 2004 spielten beide zusammen in "The Heart Is Deceitful Above All Things".  Er war damals sieben Jahre alt.

Asia Argento zahlt 380.000 Dollar und vermeidet Prozess

Nach den Ereignissen im Hotelzimmer habe er sich verwirrt, beschämt und geekelt gefühlt. Um einen Prozess und einer Anklage zu entgehen, willigte Argento anschließend in einen außergerichtlichen Vergleich ein. Der Kinderdarsteller Bennett gab an, der Vorfall habe seiner weiteren Karriere geschadet und machte Schadensersatz in Millionenhöhe geltend. Schließlich einigten beide sich im vergangenen April – wenige Wochen nach den Vorwürfen Argentos gegen - auf eine Zahlung von 380.000 Dollar.

Weder Argento noch Bennett äußerten sich bislang öffentlich zu dem Vorfall. Die Zeitung versuchte nach eigenen Angaben wiederholt vergeblich, eine Stellungnahme von Argento oder ihren Vertretern zu bekommen. Sollten die Vorwürfe gegen Argento stimmen, wäre dies ein schwerer Schlag für die #MeToo-Bewegung und eine ihrer prominentesten Fürsprecherinnen. 

Noch im Mai, also offenbar nur wenige Wochen nach der außergerichtlichen Einigung, setzte Argento sich bei den Filmfestspielen in in einer viel beachteten Rede gegen sexuelle Gewalt ein. Jetzt steht Argentos Glaubwürdigkeit infrage. Ist sie eine Heuchlerin? Diese Frage stellen sich viele, die Seite an Seite mit ihre gekämpft haben.

Rose McGowan distanziert sich

Eine bekannte Vertreterin der #MeToo-Debatte distanzierte sich bereits von Argento. "Mein Herz ist gebrochen", schrieb Rose McGowan bezogen auf die aktuellen Vorwürfe. "Ich werde meine Arbeit, mich für Opfer überall einzusetzen (von sexueller Gewalt, Anm. d. Red.), weiter fortsetzen."

mai