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"Carpool Karaoke"-Star: Nach Shitstorm: James Corden entschuldigt sich für Weinstein-Witze

Der Moderator James Corden scherzte bei einer Gala in Hollywood über den Skandal um Harvey Weinstein - vor allem die mutmaßlichen Opfer des Filmproduzenten waren davon entsetzt. Ein Detail macht die Gags besonders pikant.

James Corden

James Corden steht nach den Weinstein-Witzen in der Kritik

Picture Alliance

Eigentlich ist er der lustige dicke Typ, der mit den Promis im Auto singt. Doch gerade hat James Corden den Ärger zahlreicher Fans auf sich gezogen. Der britische Comedian moderierte am Wochenende eine Gala in Los Angeles und scherzte dort über den Skandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein. Zur Erinnerung: Dem Filmproduzenten werfen zahlreiche Frauen sexuelle Belästigung vor, manche auch Vergewaltigung. Für Corden kein Grund, nicht darüber zu lachen - schließlich ist das sein Job. Das Problem: Cordens Gags fielen extrem unsensibel und flach aus, und hatten eher die Opfer, anstatt den Täter als Zielscheibe.

"Der Abend hier in L.A. ist so wunderschön, Harvey Weinstein hat ihn schon nach oben in sein Hotelzimmer zu einer Massage geordert", scherzte Corden zum Beispiel. Oder: "Es war diese Woche seltsam zu sehen, dass Harvey Weinstein das Wasser bis zum Hals stand - fragt nur mal irgendeine der Frauen, die ihm beim Baden zugesehen haben, das ist seltsam!"

Die Witze von James Corden kamen auch beim Publikum nicht gut an

Das Publikum reagierte gemischt mit Lachern und Buh-Rufen. Doch in den sozialen Netzwerken ging es weniger höflich zu. Die Schauspielerin Asia Argento, eine der Frauen, die Weinstein Vergewaltigung vorwirft, schrieb auf Twitter: "Das Schwein und alle, die mit ihm gegrunzt haben, sollten sich schämen!"


Rose McGowan, ebenfalls eine Schauspielerin, die Weinstein vergewaltigt haben soll, prangerte auf Twitter auch das Hollywood-Publikum an, das einfach mitlachte. Außerdem gab sie einen pikanten Hinweis: "James Corden ist ein enger Freund von HW", schrieb sie. Tatsächlich kennen sich Corden und Weinstein schon länger, die beide arbeiteten mehrfach zusammen. 2013 übernahm Corden zum Beispiel die Hauptrolle im Weinstein-Film "One Chance", einer Biografie über den Castingshowgewinner Paul Potts. In diesem Licht sehen Cordens Scherz-Versuche noch unpassender aus, der Moderator sah sich deshalb gezwungen, sich öffentlich zu entschuldigen.


"Um es klarzustellen: Sexuelle Gewalt ist nicht zum Lachen. Ich wollte nicht Harveys unverzeihliches Verhalten entschuldigen, sondern den Täter und nicht die Opfer beschämen. Es tut mir wirklich leid, wenn ich jemanden verletzt habe, das war nicht meine Absicht," teilte James Corden auf Twitter mit. Der Shitstorm war aber auch dann nicht vorbei: Zahlreiche User kommentierten, dass die amerikanische Schreibweise des Wortes 'Verhalten' nahe legt, dass Cordens PR-Berater den Tweet verfasste. Und dass es dem Moderator deshalb wohl doch nicht so leid tue.

Mayim Bialik


sst