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Newcomer im DFB-Trikot: Julian Brandt, der etwas andere Nationalspieler – und einer für die Startelf?

Vor dem dritten Gruppenspiel der DFB-Elf bei der Fußball-WM in Russland gegen Südkorea fordern viele Experten einen Einsatz von Julian Brandt. Wer ist dieser Typ, der so ganz anders daherkommt als seine Kollegen in der Mannschaft?

Julian Brandt

Julian Brandt hat sich bei der Fußball-WM in Russland bis jetzt als vielversprechender Joker ins Gespräch gebracht

Lukas Podolski ist nicht alleine. Der Weltmeister ist sich mit vielen Experten einig: Vor dem letzten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM bringt der Weltmeister Julian Brandt als Kandidaten für die Startelf ins Spiel. In seiner Kolumne in der "Hamburger Morgenpost" betont Poldi, dass Brandt nach seinen beiden Einwechslungen gegen Mexiko und Schweden jeweils bereits binnen weniger Minuten eine Belebung fürs deutsche Spiel war - und sowas merke sich der Bundestrainer. 

Ob Jogi Löw den gut gemeinten Ratschlag für das Spiel gegen Südkorea annimmt, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass Brandt beim Turnier in Russland bisher der spannendste Newcomer im DFB-Team ist. Gleichzeitig ist er der große Unbekannte. Wer ist der Typ, der so anders daherkommt als die meisten seiner Mitspieler?

Julian Brandt: "Ich finde das Klima angenehm"

Im Kreise der DFB-Elf hat sich Brandt jedenfalls schnell zurechtgefunden: "Ich finde das Klima relativ angenehm", so Brandt im Interview auf der Homepage des DFB. "Der Zusammenhalt ist durch das Schweden-Spiel noch mal gewachsen." Natürlich könne er aber mit einigen im Team besser als mit anderen: "Ist doch normal, dass man nicht der beste Buddy mit jedem ist." 

Und wer sind seine Freunde in der Mannschaft? "Ich verbringe viel Zeit mit Timo (Werner - Anm. d. Red.), mit Platte (Marvin Plattenhardt), mit Gore (Leon Goretzka), aber auch mit den anderen", so Brandt. "Wir machen recht viel miteinander, auch außerhalb des Platzes." Und auf dem Platz funktioniert seine Kommunikation ohnehin mit allen Kollegen, das wurde in den ersten beiden Spielen deutlich.

"Julian Brandt ist so ein Kindskopf", urteilte Reporterlegende Marcel Reif deshalb über den 22-jährigen Profi von Bayer Leverkusen. "Er macht sich überhaupt keinen Schädel. Er hat zwei Mal zehn Minuten gespielt und mehr veranstaltet als andere über 180 Minuten." Auf dem Platz sorgt Brandt also durchaus für Alarm, im Privatleben eher im Gegenteil. Weil er keine Vorliebe für teure Autos und Klamotten hegt, weil er - Sensation! - nicht einmal tätowiert ist, wird er in den Medien gerne als "Anti-Star" porträtiert.

Anti? Der Begriff ist zu negativ behaftet, schließlich befähigen seine fußballerischen Fähigkeiten ihn zweifellos zur exponierten Position. Aber Brandt ist definitiv kein gewöhnlicher Profi. Davon zeugen Antworten wie jene, die er im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" gegeben hat: "Wenn ich mir Tattoos stechen lassen würde, würde meine Mama mich wahrscheinlich umbringen."

"Ich will nicht protzen"

Im selben Interview betonte Brandt, dass er nicht zu denjenigen gehören wolle, die bei jeder Gelegenheit zeigen, dass sie sich um Geld keine Sorgen zu machen brauchen: "Ich will nicht protzen." Stattdessen wolle er sich aufs Wesentliche konzentrieren: "Das ist der Fußball."

Vielleicht bekommt er dazu gegen Südkorea seine nächste Chance. Gegen Mexiko und Schweden fiel er bereits mit gleich zwei Aluminiumtreffern jeweils kurz vor Schluss auf. "Das Positive ist, dass jeder Pfostenschuss fünf Zentimeter besser platziert war", sagt Brandt. "Der nächste sollte dann endgültig drin sein."

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