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Interview

Foto sorgt für Lacher: Er verstellt sich auch nicht für Merkel – das sagt Ijad Madisch zu seinem gefeierten Auftritt

Kurze Hose, Sneaker, T-Shirt und Superman-Cap – für sein lockeres Outfit beim Fototermin mit Angela Merkel wird Ijad Madisch, Mitglied im neuen Digitalrat, gerade im Netz gefeiert. Wir haben mit ihm über seinen mutigen Auftritt gesprochen.

Mutig oder gewagt – so könnte man seinen Auftritt wohl gut beschreiben. Ijad Madisch, Geschäftsführer von "ResearchGate", ist Mitglied des neuen Digitalrats der Bundesregierung. Und als keine Geringere als Kanzlerin nach der ersten Arbeitssitzung des Rats im Bundeskanzleramt zum Fototermin lud, stellte sich Madisch direkt in die erste Reihe. Doch das war natürlich nicht der Aufreger. Sein extrem lockeres Outfit hat dagegen viele Menschen zum Schmunzeln gebracht. Er trug nämlich kurze Hose, knallrote Sneaker, ein apricot-farbenes T-Shirt und eine blaue Schirmmütze mit Superman-Logo. Nicht die gewöhnlichste Kleiderwahl für ein Treffen mit der Kanzlerin.

Das Foto, das ihn mit den anderen Mitgliedern des Digitalrats zeigt und das Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter verbreitete, wird im Netz gerade gefeiert.

Warum hat er das ungewöhnliche Outfit gewählt? Und was hat die Kanzlerin dazu gesagt? Wir haben mit Madisch über seinen Auftritt und seine Rolle im neuen Digitalrat gesprochen.

Ijad, kannst du dich bitte kurz vorstellen: Wer bist du und was machst du überhaupt?

Ich bin Ijad Madisch, Mitgründer und CEO von ResearchGate, einem professionellen Netzwerk für Wissenschaftler mit 15 Millionen Mitgliedern weltweit. 

Warum bist du im neuen  und was erhoffst du dir davon?

Meine Mitgliedschaft im Digitalrat ist eine politische Premiere für mich. Ich habe großen Respekt vor Politikern, weil ich allein in unserem Unternehmen sehe, wie schwierig es ist, ein paar hundert Leute glücklich zu machen. Und Politiker kümmern sich um Millionen. Aber wer etwas ändern will, der muss auch anpacken und deswegen mache ich beim Digitalrat mit. Ich möchte gemeinsam mit Stephanie Kaiser und den anderen Mitgliedern des Digitalrats helfen, das Mindset in Deutschland zum Gründertum zu ändern. Viele hält die Angst vor dem Scheitern vom Gründen ab. Das müssen wir ändern, denn man lernt vor allem aus Fehlern. 

Madisch zum Digitalrat: "Ich verstelle und verkleide mich nicht"

Für dein lockeres wirst du im Netz gefeiert. Warum hast du das Outfit gewählt?

Ich habe das Outfit gewählt, weil es in Berlin heute 30 Grad warm war und die Kappe, weil Superhelden die Welt retten und davon bin ich Fan. Ich verstelle und verkleide mich nicht.

Was haben Angela Merkel und die anderen Mitglieder des Digitalrats zu deinem Outfit gesagt?

Angela Merkel kennt meine Outfits schon. Sie hat dazu nichts gesagt. Als sie zuletzt bei ResearchGate zu Besuch war, habe ich auch schon eine Mütze getragen. Da war es kalt. Ich glaube im Digitalrat ist allen klar, dass es nicht um meine Hose geht, sondern darum, Deutschland für die Digitalisierung fit zu machen. Einige Mitglieder haben mich heute positiv auf mein Outfit angesprochen. Sie fanden es erfrischend. Denen war vielleicht auch warm in ihren Anzügen. Mal sehen, was sie nächstes Mal anhaben. Dann hätte ich schon eine Kleinigkeit geändert.

"Ich will Veränderung mit anschieben und das hört lange nicht bei der Hose auf"

Was sagst du zu den zahlreichen Netzreaktionen auf das Foto beziehungsweise deinen Style?

Ich freue mich über die Netzreaktionen. Sie machen deutlich, dass heute im Digitalrat Welten aufeinander geprallt sind – und dass das den Leuten gefällt. Ich will Veränderung mit anschieben und das hört lange nicht bei der Hose auf.

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