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Interview

Influencer erhebt schwere Vorwürfe: Einer der 70 Youtuber antwortet AKK: "Von ihr hätte ich etwas anderes erwartet als Populismus"

Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass die Politik Social Media größtenteils nicht begriffen hat. Nur: Was muss sie anders machen? NEON hat einem der Youtuber aus dem Rezo-Video dazu fünf Fragen gestellt. Oguz Yilmaz erhebt schwere Vorwürfe gegen AKK.

"Von AKK hätte ich etwas anderes erwartet als Populismus"

Y-Titty gehörte zu den erfolgreichsten Youtubern Deutschlands. 2015 löste sich das Trio auf. Oğuz Yilmaz war eines der Gesichter.

Oguz Yilmaz ist einer der 70 Youtuber, die kurz vor der Europa-Wahl in einem viralen Video des Youtubers Rezo dazu aufriefen, weder CDU/CSU noch die SPD zu wählen. Tatsächlich zeigte das Wahlergebnis am Sonntag, dass sich vor allem die junge Wählerschaft von den etablierten Parteien abgewendet hat. NEON hat mit Oguz Yilmaz gesprochen. Er war früher Youtuber bei Y-Titty und erzählt, was die Politik seiner Meinung nach in Sachen Youtube besser machen sollte.

NEON: Mit Blick auf die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen, den Äußerungen von einigen Unions-Politikern stellt sich die Frage: Hat die Politik Social Media überhaupt verstanden?

Yilmaz: DIE Politik ist vielleicht etwas zu pauschalisiert. Denn: Manche Parteien haben die sozialen Netzwerke durchaus verstanden. Dennoch stehen die Parteien der Großen Koalition sinnbildlich dafür, dass sie es eben nicht tun. Social Media ist keine Einbahnstraße, wo man einfach nur Pressemitteilungen veröffentlicht – und bis auf ein paar kritische Journalisten keinen Gegenwind bekommt. Mittlerweile hat dort jeder die Chance, am Diskurs teilzunehmen und Druck auszuüben. Nur will das die Union offenbar entweder nicht verstehen – oder sie sitzen es aus, wie man es von ihnen schon gewohnt ist.

Was machen die Altparteien denn falsch?

Sie geben einem das Gefühl, einen nicht ernst zu nehmen. Das fängt allein damit schon an, wie sie auf das Video von Rezo reagiert haben. Sie reden mit den jüngeren Wählern, als seien sie kleine Kinder. Nun haben sie dafür den Denkzettel bekommen – die SPD etwas mehr als die Union. Nichtsdestotrotz sollte es beiden Parteien zu denken geben, dass sie so wenig Stimmen von U30-Wählern bekommen haben.

Wie genau hätten die Union und SPD auf das Rezo-Video reagieren sollen?

Definitiv mit mehr Verständnis, als sie es getan haben. Wobei die SPD mit einem Video ja noch reagiert hat. Bei der Union hatte es den Anschein, dass sie mit der Situation komplett überfordert waren. Das ganze Hin und Her mit Amthor. Erst hieß es, da kommt ein Gegen-Video. Dann wurde das wieder dementiert. Dann gab es nur diesen öffentlichen Brief auf der Homepage. Und letztendlich hat der Generalsekretär Paul Ziemiak Rezo zum Gespräch eingeladen. Aber wie wäre es mal damit, Fehler einzugestehen?

Stattdessen hat es auf mich als Beobachter so gewirkt, dass die CDU/CSU laut eigener Aussage immer alles perfekt macht. Sie haben versucht, den Fokus der Debatte zu verschieben – indem sie nicht auf unsere Kritik eingegangen sind. Daran merkt man doch, dass es den Christdemokraten vor allem an Demut fehlt.

Im Video: Das sagt Netzpolitik-Blogger Beckedahl zu AKKs Youtuber-Kritik:

Debatte über Meinungsmache: Netz-Experte Beckedahl über AKK: "Hier wird mit zweierlei Maß bewertet"


Was hältst du denn von der Äußerung von CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, dass man darüber reden müsse, "was Regeln aus dem analogen Bereich sind – und welche Regeln auch für den digitalen Bereich gelten sollten"?

Diese Formulierung ist meiner Meinung nach eine Katastrophe. Schließlich reden wir hier über eine Frau, die Kanzlerin werden will. Von so einer Person hätte ich etwas anderes erwartet als Populismus. Nichts anderes ist das, was sie gesagt hat. Natürlich haben wir Influencer nach Artikel 5 des Grundgesetzes das Recht, unsere Meinung frei zu äußern. Und wenn wir das noch mit Fakten belegen, warum man diese Parteien nicht wählen kann, dann dürfen wir das auch.

Was müssen die Altparteien denn in Sachen Social-Media verbessern?

Zunächst einmal damit anfangen, es ernster zu nehmen. Das bedeutet allerdings nicht: Ach komm', wir setzen da jetzt einfach mal zwei Praktikanten ran. Die machen da jetzt mal witzige Youtube-Videos. Stattdessen geht es um mehr Transparenz. Die sozialen Netzwerke sind, wie eingangs erwähnt, keine Einbahnstraße. Die Altparteien müssen endlich verstehen, dass man im Netz auf Augenhöhe mit den anderen Usern ist. Deshalb geht es gerade darum, den Diskurs zu suchen – offen für Kritik zu sein. Nicht falsch verstehen: Ich meine damit jetzt nicht, dass über jedes einzelne Gesetz in Instagram-Stories abgestimmt werden soll – aber dass man zumindest mehr die Möglichkeit nutzt, die Community auch einzubinden. Das wiederum hat schließlich auch einen positiven Einfluss auf ihre Arbeit: Sie bekommen Feedback, entdecken vielleicht Themen, die den Menschen auf den Herzen liegen – und kämpfen gegen Politikverdrossenheit an. Nur: Wenn die Altparteien so weitermachen – vor allem die CDU/CSU – dann werden sie in Zukunft noch weniger Stimmen bekommen. Kurzum: Dann sehe ich schwarz – oder eben auch nicht. 

Neues "Rezo"-Video: Youtuber rufen zu Wahlboykott von Union, SPD und AfD auf
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(