VG-Wort Pixel

Rückzug aus dem Bundestag "Das ist sehr cool von Ihnen": Politiker verschiedener Parteien drücken Respekt vor Altmaier und AKK aus

Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier
Peter Altmaier (l.) und Annegret Kramp-Karrenbauer verkünden ihren Rückzug aus dem Bundestag
© Katja Sponholz / DPA
Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier verzichten auf ihre Bundestagsmandate und lassen jüngeren CDU-Kollegen den Vortritt. Das nötigt vielen Politikern Respekt ab – über Parteigrenzen hinweg.

Zwei hochkarätige CDU-Politiker werden im nächsten Bundestag fehlen: Die 59-jährige Annegret Kramp-Karrenbauer und und der 63 Jahre alte Peter Altmaier haben den Verzicht auf ihr Mandat erklärt. Beide wollen Platz machen für jüngere Parlamentarier. Es sei wichtig, jetzt einen Generationswechsel herbeizuführen, betonte Bundeswirtschaftsminister Altmaier. "Erneuerung ist möglich, man muss sie nur wollen", fügte er hinzu.

Die amtierende Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sagte, es reiche nicht, nur zu sagen, das Land und die Partei seien wichtiger als die eigene politische Karriere. Jetzt sei eine Situation "wo man es dann auch tun muss". Beide ernteten für ihre Entscheidung Respekt über die Parteigrenzen hinaus.

Wertschätzung für Peter Altmaier und AKK aus allen Fraktionen

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schrieb auf Twitter, Altmaier und Kramp-Karrenbauer seien mit ihrer Arbeit und ihrer Haltung "ein Vorbild für die junge Generation". Auch vom bisherigen Koalitionspartner SPD kamen Respektsbekundungen. Der sozialdemokratische Europa-Staatsminister Michael Roth twitterte: "Das ist echt groß." Die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli drückte Altmaier ihren "größten Respekt" aus: "Es gibt nicht so viele, die das können." Gleichzeitig bedankte sie sich bei Kramp-Karrenbauer für ihre Arbeit. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte vor allem das Verhalten von Kramp-Karrenbauer "stilbildend".

CDU-Vorsitzender Armin Laschet kündigt Rücktritt auf Raten an

Auch Johannes Vogel, stellvertretender Vorsitzender der FDP, drückte "großen Respekt" vor der Entscheidung von Altmaier aus. Auch von den Grünen kamen wertschätzende Reaktionen. Simone Peter, ehemalige Vorsitzende der Partei, schrieb: "Da können sich andere eine Scheibe abschneiden." Katharina Fegebank, Grünen-Politikerin und Zweite Bürgermeisterin in Hamburg, twitterte an die Adresse von Altmaier und AKK: " Das muss man auch erst mal machen, Sie zeigen Größe." Und vom grünen Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz bekam Altmaier sogar ein Herz zugeschickt.

Auch über die Politik hinaus nötigte der Rückzug von Altmaier und Kramp-Karrenbauer vielen Respekt ab. So lobte Klimaaktivistin Luisa Neubauer den von ihr sonst oft kritisierten Wirtschaftsminister: "Das ist sehr cool von Ihnen." Der ehemalige Siemens-CEO Joe Kaeser schrieb: "Das ist eine Geste, an die man sich erinnern wird. Und eine Botschaft, die gehört und beherzigt werden sollte. Dass es genau zwei Spitzenpolitiker*innen sind, die die menschlich integersten in der Union waren, ist bemerkenswert."

Altmaier und Kramp-Karrenbauer hatten Direktmandate verloren 

Peter Altmaier nimmt nach 27 Jahren im Bundestag seinen Hut. Unter Angela Merkel arbeitete er als Chef des Kanzleramts sowie als Bundesumwelt- und seit 2018 als Wirtschaftsminister. Annegret Kramp-Karrenbauer zog 1998 erstmals in den Bundestag ein, wechselte aber ein Jahr später schon in das saarländische Parlament. Von 2011 bis 2018 war sie Ministerpräsidentin des Saarlands. Seit 2019 ist sie Bundesverteidigungsministerin.

Altmaier und Kramp-Karrenbauer hatten bei der jüngsten Bundestagswahl jeweils das Direktmandat in ihren Wahlkreisen verloren, waren aber über die saarländische Landesliste in den Bundestag eingezogen. Dort werden nun die saarländischen Parteifreunde Nadine Schön und Markus Uhl ihre Plätze einnehmen. Beide hatten durch das Wahldebakel der CDU ihre Mandate verloren. Altmaier und Kramp-Karrenbauer behalten ihre Ministerämter bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung.

Quellen: Peter Altmaier auf Twitter / Annegret Kramp-Karrenbauer auf Twitter / DPA

epp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker