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Verteidigungsministerin Entscheidung von AKK: Zunächst keine weiblichen Dienstgrade bei der Bundeswehr

Soldatinnen der Bundeswehr von hinten
In der Bundeswehr dienen mehr als 22.500 Soldatinnen
© Ralf Hirschberger / DPA
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will sich vorerst nicht näher mit weiblichen Dienstgraden bei der Bundeswehr beschäftigen. Es gebe wichtigere Themen – so sehen es auch andere Verteidigungspolitiker.

Werden Frauen bei der Bundeswehr bald mit "Feldwebelin" oder "Oberstleutnantin" angesprochen? Die Diskussion schwelt seit der vergangenen Woche, als die "Welt" über einen entsprechenden Vorschlag im Verteidigungsministerium berichtet hatte. Danach sollten binnen eines Jahres weibliche Dienstgrade bei der Truppe eingeführt werden.

Doch zu dieser Änderung wird es vorerst nicht kommen. Peter Tauber (CDU), Staatssekretär im Verteidigungsministerium, twitterte, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe "mit dem Haushalt, Rüstungsprojekten und Ausrüstungsfragen, dem Irak-Mandat, der Operation im Mittelmeer gerade viele wichtige Themen in Bearbeitung".

Laut "Spiegel" hatte Tauber zuvor schon im Verteidigungsausschuss bekanntgegeben, dass die Ministerin das Thema zunächst nicht weiter verfolgen werde. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: "Sie wird sich der Frage der Dienstgradbezeichnungen zu gegebener Zeit widmen", so Tauber auf seinem Twitter-Account.

FDP: "Bundeswehr hat andere Sorgen"

In dieser Legislaturperiode wird die Änderung der Dienstgradbezeichnungen für Soldatinnen damit kaum noch umzusetzen sein. Der Vorschlag, der Kramp-Karrenbauer Anfang der Woche vorgelegt wurde, sah ein umfassendes Genderkonzept vor. Laut "Welt"-Bericht sollte es zwar keine Hauptfrau und keine Oberstin geben, dafür sollten aber Dienstgrade wie Feldwebelin, Bootsfrau oder Oberstleutnantin eingeführt werden. Das Papier sei von Staatssekretär Gerd Hoofe sowie zwei Abteilungsleitern abgesegnet worden, so die Zeitung.

Die Frauen im Verteidigungsausschuss des Bundestags sehen die Pläne eher skeptisch. Es sei ihr völlig egal, ob es weibliche Dienstgradbezeichnungen gebe, wurde die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, in der "Welt" zitiert: "Ich glaube aber, dass die Bundeswehr andere Sorgen hat."

Auch der Bundeswehrverband sprach sich gegen weibliche Dienstgrade aus. "Wenn unsere Kameradinnen mehrheitlich Dienstgrade mit einer weiblichen Endung wollten, wäre das sicher eine gute Idee, tatsächlich kennen wir als Verband allerdings fast nur Frauen, die eine solche Änderung ablehnen", sagte Verbandschef André Wüstner dem "Spiegel". Die Debatte lenke von den echten Problemen ab – moderne Ausrüstung und die Verbesserung der Einsatzbereitschaft. Der Verbandschef kritisierte: "Wer auch immer im Ministerium jetzt eine solche Gender-Debatte lostritt, erweckt in der Truppe den Eindruck, endgültig jeglichen Bezug zu den von Mangelverwaltung geplagten Soldaten verloren zu haben."

Quellen:Peter Tauber auf Twitter / "Spiegel" / "Welt"

epp / mit DPA

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