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Abkomen gegen Umweltgift: 140 Staaten einigen sich auf Reduzierung von Quecksilber

Quecksilber soll in Zukunft nur noch eingeschränkt hergestellt und genutzt werden. 140 Staaten verabschiedeten eine Konvention, die den Umgang mit dem hochgiftigen Schwermetall regeln soll.

Nach langwierigen Verhandlungen ist in Genf eine internationale Einigung zur Reduzierung der Verwendung des umweltschädlichen Metalls Quecksilber erreicht worden. Vertreter von 140 Staaten hätten sich nach einwöchigen Gesprächen auf das erste bindende Abkommen zur Einschränkung der Herstellung und des Einsatzes von Quecksilber geeinigt, teilte das Schweizer Außenministerium mit. Die Schweiz hatte gemeinsam mit Norwegen die Verhandlungen vor einem Jahrzehnt angestoßen.

Nach Angaben des Außenministeriums soll das Abkommen im Oktober im japanischen Minamata unterzeichnet werden, dessen Einwohner jahrzehntelang unter den Folgen schwerer Verseuchung der Umwelt mit Quecksilber gelitten hätten. Quecksilber wird in der Produktion von Thermometern, Schaltern und Glühbirnen, aber auch in Zahnfüllungen und Gesichtscremes verwendet. Zudem werden große Mengen des gesundheitsschädlichen Metalls bei gewissen Formen der Goldgewinnung, der Kohleverbrennung und der Zementproduktion freigesetzt.

Eine schwere Vergiftung mit Quecksilber beschädigt das Immunsystem und kann zu psychischen Störungen, dem Verlust von Zähnen und Problemen bei der Verdauung, dem Herzen und der Atmung führen. Außerdem kann es die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems schädigen und stellt eine ernste Gefahr für Föten und Kleinkinder dar. Nach UN-Angaben hat sich der Quecksilber-Anteil in den vergangenen hundert Jahren durch menschlich verursachte Emissionen in den oberen hundert Metern der Ozeane verdoppelt.

ds/AFP / AFP
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