US-Präsident "Brauche kein internationales Recht", sagt Trump – und fordert erneut Grönland

US-Präsident Donald Trump auf einer Bühne, hinter ihm USA-Flaggen
US-Präsident Donald Trump sieht sich nur seiner Moral verpflichtet, sagt er
© Kevin Lamarque / REUTERS
Donald Trump hat der "New York Times" ein bemerkenswertes Interview gegeben: Darin sprach der US-Präsident über seinen Sinn für Moral, Grönland, nukleare Abrüstung – und P. Diddy.

US-Präsident Donald Trump sieht sich in der Außenpolitik nur seinem eigenen Gewissen verpflichtet. "Ich brauche kein internationales Recht", sagte er in einem Interview der "New York Times". Er habe nicht vor, Leuten zu schaden.

Journalisten der Zeitung stellten Trump die Frage, ob es Einschränkungen für seine weltweite Macht gebe. Es sei nur eine Sache, erwiderte der US-Präsident der "New York Times" zufolge: "Mein eigener Sinn für Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich stoppen kann."

Auf Nachhaken der Journalisten sagte Trump dann zwar auch, dass die US-Regierung sich an internationales Recht halten müsse. Aber: "Es hängt davon ab, was die Definition von internationalem Recht ist", schränkte er ein.

Donald Trump: USA sollen Grönland besitzen

Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatspräsidenten Nicolás Maduro durch das US-Militär stellen in den USA unter anderem Kongressmitglieder die Rechtmäßigkeit der Aktion in Venezuela in Frage. Trump zeigt zudem verstärkt Interesse an dem zum Königreich Dänemark gehörenden Grönland - und das Weiße Haus sorgte für Aufsehen mit der Feststellung, dass ihm als Oberbefehlshaber dabei der Einsatz des US-Militärs "jederzeit als Option" zur Verfügung stehe.

In dem Interview der "New York Times" bekräftigte Trump, dass die USA aus seiner Sicht Grönland besitzen müssten – weil dies "psychologisch notwendig für den Erfolg" sei. Trump begründet das Interesse an Grönland mit der nationalen Sicherheit der USA sowie den Naturschätzen der Insel.

Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela sind die Ängste bei westlichen Partnern der USA gewachsen, dass Trump seine Drohungen über eine Einnahme des rohstoffreichen und geostrategisch günstig gelegenen Grönlands in die Tat umsetzen könnte.

Trump über Vertrag zur nuklearen Abrüstung: "Werden besseres Abkommen machen"

In dem Interview ging es auch um den 2010 zwischen den USA und Russland geschlossenen Vertrag zur nuklearen Abrüstung, der im kommenden Monat ausläuft. Diesbezüglich gab sich Trump gelassen. "Wenn er ausläuft, läuft er aus", sagte er.

"Wir werden einfach ein besseres Abkommen machen", erklärte Trump weiter. Laut der Zeitung beharrte Trump in dem Gespräch darauf, dass China in ein künftiges Abkommen einbezogen wird.

Bereits im vergangenen Monat war Trump auf den Vertrag angesprochen worden. Auf den Hinweis eines Reporters, dass Russland erklärt habe, es sei unmöglich, den Abrüstungsvertrag rechtzeitig vor dessen Auslaufen neu auszuhandeln, antwortete er damals, ihm sei etwas anderes gesagt worden. Der Vertrag sieht eine Reduzierung der Atomsprengköpfe und der Trägersysteme vor und wurde 2021 letztmalig um fünf Jahre verlängert. 

Trump: Sean "Diddy" Combs bat um Begnadigung

Auch der wegen Sexualstraftaten verurteilte US-Rapper Sean "Diddy" Combs war Interview-Thema: Dieser habe ihn um eine Begnadigung gebeten, sagte Trump. Die Anfrage habe ihn per Brief erreicht. Er habe aber nicht vor, der Bitte nachzukommen, erklärte Trump.

Combs – auch bekannt als P. Diddy – war im Oktober in Zusammenhang mit Prostitution zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zwei Monaten sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Seine Anwälte haben Berufung eingelegt. Combs war im September 2024 wegen mutmaßlicher Sexualstraftaten in New York festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Haft. Die Staatsanwaltschaft hat ihm vorgeworfen, über Jahre hinweg Frauen missbraucht, bedroht und genötigt zu haben, seine sexuellen Wünsche zu erfüllen.

Trump begnadigte in den vergangenen Monaten unter anderem mehrere wegen Wirtschaftsverbrechen verurteilte Unternehmer.

DPA · AFP
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