"Das amerikanische Kino hatte lange Zeit Angst vor ihr, weil sie eine Position einnahm, die keine Frau innehaben sollte", sagte Huppert. Streisand habe sich als erste Frau die vollständige künstlerische Kontrolle über ihr erstes Album erkämpft. Bei ihren Filmen habe sie oft in den Schnitt eingegriffen. Die US-Filmbranche sei darüber entsetzt gewesen.
Streisand bedankte sich in einer Videoansprache. "Das Kino besitzt diese magische Fähigkeit, uns miteinander zu verbinden, unsere Herzen und unseren Geist zu öffnen", sagte sie.
Streisand spielte in 19 Kinofilmen mit, führte bei drei Filmen Regie und erhielt zwei Oscars. Als erste Frau wurde sie mit einem Golden Globe für die beste Regie ausgezeichnet. Als Sängerin veröffentlichte sie 37 Studioalben.
Streisand stammt aus einer jüdischen Familie aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn und trat schon als 18-Jährige als Sängerin in Nachtclubs auf. Damals strich sie das zweite a aus ihrem Vornamen Barbara, weil sie diesen nicht mochte.
Ihr ehrgeizigstes Filmprojekt war das Drama "Yentl": Tief bewegt von einer Erzählung des Schriftstellers Isaac Bashevis Singer erwarb sie die Rechte dafür, doch der Film kam erst 20 Jahre später ins Kino. Es war die erste große US-Kinoproduktion, in der eine Frau für Regie, Produktion und Drehbuch verantwortlich zeichnete und auch noch die Hauptrolle spielte.