Die 87-jährige Friedman sprach anlässlich der Bundestags-Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Die 1938 nahe Danzig geborene Jüdin wurde im Alter von fünf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in Polen deportiert. Sie überlebte und ist heute eine der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust.
Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron betreibt Friedman einen TikTok-Kanal, auf dem sie in kurzen Videos die Erinnerung an die Shoah bei Jugendlichen wach hält. Dem Kanal folgen mehr als 500.000 Menschen. Sie nutze ihre Zeit, um andere über die damaligen Geschehnisse aufzuklären, insbesondere die jüngere Generation, sagte Friedman im Bundestag. "Ich werde damit bis zu meinem Tod weitermachen."
Vor Friedman warnte bereits Parlamentspräsidentin Julia Klöckner (CDU) vor einem wieder "gesellschaftsfähig" werdenden Antisemitismus. "Als Deutsche tragen wir alle eine besondere Verantwortung, dem wieder aufgekommenen Hass auf Juden entgegenzutreten", betonte Klöckner in ihrer Rede.