Die Veränderungen im Energiebereich würden "Jahre dauern", sagte Birol der Zeitung. Bestimmte Technologien würden sich aber schneller weiterentwickeln als andere - etwa Solar- und Windenergie, wo Anlagen "sehr schnell" installiert werden könnten. "Es wird sehr schnell, innerhalb weniger Monate, auf erneuerbare Energien zurückgegriffen werden." Zudem werde die Krise auch "den Schwung zugunsten der Kernenergie, einschließlich kleiner modularer Reaktoren, wiederbeleben". Aktuell aber müssten die Staaten Energie "so vorsichtig wie möglich" nutzen, sparen und die Effizienz verbessern, riet Birol.
Denn "dieser Krieg legt eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahm", betonte Birol - die Straße von Hormus. Betroffen seien Lieferungen nicht nur von Öl und Gas, sondern auch von Düngemitteln, Petrochemikalien, Helium und vielem mehr. Der IEA-Direktor warnte vor einem "schwarzen April": "Der März war sehr schwierig, aber der April wird noch viel schlimmer", wenn die Straße von Hormus de facto geschlossen bleibe. Im Krieg seien zudem bereits 65 Energieanlagen angegriffen und beschädigt worden, ein Drittel davon schwer oder sehr schwer, fügte Birol hinzu. Sie wieder instandzusetzen, werde sehr lange dauern.