ESC-Boykott: Spanien, Irland und Slowenien wollen Wettbewerb nicht übertragen

Der israelische ESC-Teilnehmer Noam Bettan
Der israelische ESC-Teilnehmer Noam Bettan
© AFP

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Spanien, Irland und Slowenien weiten ihren Boykott des Eurovision Song Contest (ESC) wegen der Teilnahme Israels aus: Die öffentlichen Rundfunkanstalten der drei Länder teilten am Montag mit, dass sie den diesjährigen Wettbewerb in Wien nicht übertragen werden. Die 70. Ausgabe des ESC in Wien beginnt am Dienstag mit den ersten Halbfinale, das zweite Halbfinale ist am Donnerstag. Das Finale findet am Samstag statt.

Die slowenische Sendergruppe RTV erklärte, dass anstelle des "Eurovisions-Zirkusses" in den kommenden zehn Tagen "das nationale Fernsehprogramm durch die thematische Sendereihe 'Stimmen Palästinas' bereichert" werden solle. Der irische Rundfunk RTE will zum ESC-Finale eine Folge der beliebten Comedy-Serie "Father Ted" aus den 90er Jahren wiederholen, in der zwei Priester ein Lied für einen internationalen Musikwettbewerb schreiben. Zum Halbfinale am Donnerstag soll eine Sendung mit dem ESC-Gewinner von 1993, Niamh Kavanagh, gezeigt werden.

Die spanische Rundfunkanstalt RTVE hatte bereits Anfang Mai angekündigt, sie feiere ihr 70-jähriges Bestehen und damit die millionenfache Ausstrahlung von Liedern von tausenden Künstlern mit einer Spezialausgabe der Sendung "La Casa de la Musica", ohne indes den ESC zu erwähnen. RTVE betonte aber, der Tag der Ausstrahlung falle auf ein für Europa besonderes Datum, der 16. Mai sei der "Internationale Tag des friedlichen Zusammenlebens".

Neben den drei Ländern boykottieren auch Island und die Niederlande den diesjährigen ESC. Damit nehmen mit 35 Beiträgen so wenige Länder an dem Wettbewerb teil wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Auch mehr als tausend Künstler oder Bands wie Peter Gabriel und Massive Attack riefen zum Boykott auf. Begründet wird dies mit Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas am 7. Oktober 2023. 

Rund um den Wettbewerb sind sowohl pro-palästinensische als auch pro-israelische Demonstrationen in Wien geplant. Am Sonntag fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen eine erste Demo gegen die Teilnahme Israels statt. Hunderte Polizisten sollen bis zum ESC-Finale am kommenden Samstag für Sicherheit sorgen.

Für Deutschland tritt Sarah Engels mit ihrem Song "Fire" an. Die 33-Jährige wurde 2011 als Zweitplatzierte der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" bekannt.

Vergangenes Jahr hatte der österreichische Countertenor JJ mit seinem Song "Wasted Love" den ESC gewonnen und den diesjährigen Wettbewerb damit in die Alpenrepublik geholt.

AFP