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Islamkonferenz: Hoffen auf einen Neuanfang

Nachdem die Beteiligten der Islamkonferenz 2013 im Streit auseinander gegangen waren, hofft Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf einen Neuanfang. Er strebt eine Einigung bis Ende März an.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Vertreter der Muslime in Deutschland hoffen auf einen Neuanfang der Deutschen Islamkonferenz. Nach einem Treffen des Ministers mit muslimischen Verbänden sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, der Nachrichtenagentur AFP: "Ich denke, es gibt Anlass für vorsichtigen Optimismus." De Maizière strebt eine Einigung über die Zukunft der Konferenz bis Mitte März an.

"Es wurde vereinbart, dass wir gemeinsam Themen festsetzen", sagte Mazyek. Das gelte auch für die Zusammensetzung und die Form der Islamkonferenz. "Das ist doch eine positive Wendung."

Die Beteiligten der Islamkonferenz waren im vergangenen Jahr im Streit auseinander gegangen. Grund dafür war, dass der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vor allem über Sicherheitsfragen hatte sprechen wollen. Nach seinem Amtsantritt kündigte de Maizière an, er wolle die Islamkonferenz in neuer Form fortsetzen.

Als mögliche Themen der künftigen Islamkonferenz nannte Mazyek Wohlfahrt und Seelsorge. Er verwies zugleich darauf, dass Fragen der Sicherheit in anderen Foren beraten würden. Die Sicherheit der Gotteshäuser und der "Kampf gegen Extremismus jeglicher Couleur" sei auch das Anliegen des Zentralrates. Das Thema Sicherheit werde aber voraussichtlich nun nicht mehr extra auf der Islamkonferenz bearbeitet.

Bis Mitte März solle eine Verständigung über Ziele, Themen, Struktur und Aufbau der Islamkonferenz erzielt werden, erklärte de Maizière. "Damit sind wir auf einem guten Weg, um gemeinsam am Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu arbeiten."

Lob für den Vorstoß für eine neue Islamkonferenz kam von den Grünen. "Es ist gut, wenn der Bundesinnenminister die Islamkonferenz neu aufs Gleis setzt", erklärte der Grünen-Innenexperte Volker Beck. Zentrale Frage müsse die Stellung des Islam in Deutschland werden.

Demgegenüber erklärte die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen: "Die Islamkonferenz krankt bereits an der Besetzung." Die teilnehmenden Organisationen argumentierten im Namen der Gläubigen, verträten aber tatsächlich nur zehn bis 15 Prozent der Muslime in Deutschland. Es müsse um die soziale und politische Teilhabe aller hier lebenden Menschen gehen.

An der Begegnung nahmen die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), die Alevitische Gemeinde Deutschlands, der Verband der Islamischen Kulturzentren, die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland teil.

Der Islam-Experte Bülent Ucar sprach sich dafür aus, bei einer Neuausrichtung der Islamkonferenz die gleichberechtigte Anerkennung des Islams als Körperschaft des öffentlichen Rechts in den Mittelpunkt zu stellen. Dafür müssten aber auch die Bundesländer einbezogen werden, sagte der Direktor des Instituts für islamische Theologie an der Universität Osnabrück der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagsausgabe).

AFP / AFP