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Auftakt der Islamkonferenz: Innenminister Friedrich attackiert Salafisten

Zu Beginn der Islamkonferenz hat Innenminister Hans-Peter Friedrich die Aktivitäten radikaler Salafisten verurteilt. Zugleich würdigte er die Fortschritte der Veranstaltung.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat zum Auftakt der Islamkonferenz die Aktivitäten radikaler Salafisten scharf kritisiert. "Religionsfreiheit ist ein hohes Gut", sagte er am Donnerstag in Berlin. Es gehe aber nicht um die Verteilung des Koran. "Die Salafisten wollen nicht für eine Religion werben, sondern für eine Ideologie."

Friedrich fügte hinzu: "Wir lassen es nicht zu, dass uns die Salafisten mit ihrer Propaganda die Tagesordnung aufzwingen." Dennoch müsse ein klares Zeichen gesetzt werden. Salafisten hatten am vorigen Wochenende in deutschen Städten wieder kostenlos Koranexemplare verteilt und damit eine Debatte ausgelöst. Einige Politiker wie Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderten, das Thema auf die Tagesordnung der Islamkonferenz zu setzen.

Schwerpunkte der Konferenz in diesem Jahr sind nach Friedrichs Worten die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Integration von Muslimen auf dem Arbeitsmarkt, aber auch die Verhinderung extremistischer Gewalt. Ausdrücklich verurteilte Friedrich auch den Rechtsextremismus. "Die Botschaft muss sein: Alle Menschen in unserem Land sollen in Sicherheit und Freiheit leben können."

Das Interesse der Kommunen an dem Thema ist groß

Tuba Isik-Yigit, Theologin und Religionswissenschaftlerin, hatte zuvor gefordert, das Thema Salafisten nicht in den Vordergrund zu schieben. Sie nannte als persönliches Anliegen die Sicherheit und die Ängste von Migranten nach der Aufdeckung der rechtsextremistischen Mordserie mit zehn Toten. "Ich würde mir wünschen, dass mein Innenminister sich das zu Herzen nimmt", sagte sie.

Friedrich würdigte die Fortschritte, die die Islamkonferenz seit ihrer Gründung 2006 erzielt habe. Vor allem nannte er die Verankerung des islamischen Religionsunterrichts in den Schulen sowie die Ausbildung von Imamen. Das Interesse der Kommunen an dem Thema sei groß, Pilotprojekte in Städten wir München, Hamburg, Fürth und Erlangen seien beispielhaft. "Es bewegt sich was", sagte er.

fro/DPA / DPA