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Hans-Peter Friedrich zum Stinkefinger: "Mir geht es bei dem ganzen linken Pack genauso"

In der Diskussion um Sigmar Gabriels Stinkefinger ist CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich dem SPD-Chef scheinbar zur Seite gesprungen - mit einem zweifelhaften Tweet.

Hans-Peter Friedrich

CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich hat sich mit einem denkwürdigen Tweet in die Debatte um Sigmar Gabriels "Stinkefinger" eingeschaltet.

Darf ein deutscher Vizekanzler pöbelnden Demonstranten den Stinkefinger zeigen? Sigmar Gabriels Geste gegenüber einigen Neonazis vor zwei Wochen in Salzgitter sorgte für eine muntere Debatte. Viele Menschen äußerten Verständnis für den SPD-Chef, der als "Volksverräter" beschimpft worden war. Auf der anderen Seite musste er heftige Kritik einstecken, weil diese Geste der Würde seines Amtes nicht angemessen sei.

Gabriel selbst ist mit sich im Reinen. "Ich habe nur einen Fehler gemacht: Ich habe nicht beide Hände benutzt", sagte der Vizekanzler im ZDF-Sommerinterview. Auch die Partei hatte sich hinter ihren Chef gestellt: "Natürlich hält auch Sigmar Gabriel die Geste nicht für eine angemessene Form der Alltagskommunikation. Aber die war mit brüllenden und offenbar gewaltbereiten Neonazis auch nicht möglich", hieß es in einer Mail aus der SPD-Zentrale.

Hans-Peter Friedrich springt Sigmar Gabriel bei

Nun bekam der Sozialdemokrat überraschend Unterstützung aus der CSU. Vermutlich dürfte Gabriel auf diese Art Schützenhilfe gerne verzichtet haben. Denn der frühere Innenminister verband seine Solidaritätsbekundung mit einem Seitenhieb gegen Gabriel: "Ich kann ihn verstehen", schrieb Friedrich auf Twitter. "Mir geht es bei dem ganzen linken Pack genauso."


Ein gleich in mehrfacher Hinsicht zweifelhafter Tweet. Zum einen unterstreicht der konservative Politiker eine in der CSU weit verbreitete Ansicht, "linke" Demonstranten seien genau so abzulehnen wie Rechtsextremisten. Zum anderen gibt der Franke Gabriel selbst eine Watschn mit. Denn es war der SPD-Chef, der den Begriff "Pack" vor einem Jahr in die Politik eingeführt hatte. Mit diesem Wort titulierte Gabriel damals Angreifer auf ein Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau.

So gesehen ist der Tweet nicht im Geringsten als Unterstützung des Bundeswirtschaftsministers zu verstehen - sondern im Gegenteil als einzige Stichelei gegen Gabriel.

Gabriel zeigt Nazis den Finger
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