"Wir sind unendlich viele, in jedem Winkel der Erde, die nicht länger wollen, dass die Gewalt das Gesetz ist. Die wissen, was das Wort 'Recht' wirklich bedeutet", heißt es in dem auf der Webseite von Artists for Palestine veröffentlichten Brief.
Albanese hatte bei einer Konferenz des katarischen Fernsehsenders Al-Dschasira gesagt: "Die Tatsache, dass die meisten Länder der Welt Israel nicht stoppen, sondern ihm politische Ausreden, politischen Schutz sowie wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung geliefert haben, ist eine Herausforderung. Wir, die keine großen Summen an finanziellem Kapital, Algorithmen und Waffen kontrollieren, wir sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben."
Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs, Johann Wadephul (CDU) und Jean-Noël Barrot, hatten daraufhin ihren Rücktritt gefordert. Auch der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, distanzierte sich von Albanese. "Wir stimmen nicht mit vielem überein, was sie sagt", erklärte er am Donnerstag.
Albanese ist Juristin und seit Mai 2022 UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten. Sie wurde vom Menschenrechtsrat mit Hauptsitz in Genf ernannt. In dieser Funktion spricht sie nicht für die Vereinten Nationen selbst.
Albanese hatte die israelische Militäroffensive im Gazastreifen wiederholt scharf kritisiert und gilt deshalb in Israel als unerwünschte Person. Sie nannte den durch den Überfall der radikalislamischen Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel ausgelösten Krieg etwa eine "staatlich organisierte, erzwungene Vertreibung und Ersetzung der Palästinenser". Auch die USA warfen der Juristin Antisemitismus und Anti-Israelismus vor und verhängten Sanktionen gegen sie.