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Tausende Flugausfälle: Streik bringt die Lufthansa in Bedrängnis

Die Piloten der Lufthansa erhöhen am dritten Streiktag den Druck auf ihren Arbeitgeber. Die Vereinigung Cockpit wolle die Lufthansa "nicht mit Samthandschuhen anfassen" und wartet derzeit auf ein "verhandlungsfähiges Angebot".

Der Lufthansa-Streik hält an, was viele Flüge ausfällen lässt

Der Streik der Lufthansa-Piloten lässt vielerorts die Flugzeuge unbewegt, wie hier am Frankfurter Flughafen

Ein Ende des Streiks der Lufthansa-Piloten ist nicht in Sicht. Dies teilte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Jörg Handwerg in Frankfurt mit. Am dritten Streiktag erklärte er: "Es gibt kein vorher festgelegtes Enddatum für den Streik."

Erst wenn seitens der Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot vorliege, könnte der am Mittwoch begonnene Arbeitskampf beendet werden. Dies sei das ausgerufene Streikziel der Gewerkschaftsmitglieder. "Die Kollegen erwarten, dass wir die Lufthansa nicht mit Samthandschuhen anfassen."

Am Freitag fallen wegen des Streiks erneut 830 Lufthansa-Flüge aus. Betroffen seien alle innerdeutschen und Europaflüge mit zusammen mehr als 100.000 Reisenden, teilte Lufthansa mit. Die Langstreckenflüge würden hingegen "nahezu planmäßig" starten. Vereinzelt könnten aber noch Verbindungen wegen des vorherigen Streiktages ausfallen. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti würden nicht bestreikt.

Streik auch am Samstag: Lufthansa stellt Sonderflugplan auf

Auch am Samstag wollen die Piloten streiken. Es seien alle Langstreckenverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen, hatte die Gewerkschaft am Donnerstagabend mitgeteilt. Lufthansa wollte bis zum Mittag erneut einen Sonderflugplan aufstellen. An den drei bisherigen Streiktagen waren mehr als 315.000 Passagiere von 2618 Flugausfällen betroffen.

Die Lufthansa forderte die Piloten zu einer Schlichtung auf. Schon jetzt zahle die Airline ihren Piloten mehr als bei anderen Fluggesellschaften üblich. Das Management sei für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wolle den Konzern zukunftsfähig aufstellen, sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister am Donnerstag.

Demonstration am 30. November in Frankfurt

Im bis April 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Handwerg bestätigte, dass die VC für kommenden Mittwoch (30. November) eine Demonstration am Frankfurter Flughafen angemeldet hat. Das sei vorsorglich geschehen. Es gebe den Wunsch der Mitglieder, Einigkeit zu demonstrieren, wenn das zu diesem Zeitpunkt noch notwendig sein sollte. Ob bis zum Mittwoch gestreikt werde, stehe nicht fest, sondern hänge vom weiteren Verhalten der Lufthansa ab.

mrk / DPA