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Ärzte ohne Grenzen: Rund hundert Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst

Es ist wohl Schlimmes zu befürchten: Bei der Überquerung des Mittelmeers sind Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zufolge womöglich erneut dutzende Flüchtlinge ums Leben gekommen. Rund 100 Menschen würden derzeit noch vermisst. 

Aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge (Archivbild)

Allein in 2016 kamen im Mittelmeer weit mehr als 4000 Flüchtlinge ums Leben - etwa 167.000 konnten gerettet werden (Archivbild)

Im Mittelmeer hat sich womöglich wieder eine Flüchtlingstragödie ereignet: Wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Donnerstag via Twitter mitteilte, würden derzeit etwa 100 Menschen vermisst, die in einem Schlauchboot von Libyen aus in Richtung Italien gestartet waren. Die Hilfsorganisation geht demnach von dutzenden Todesopfern aus. Insgesamt seien von dem Boot mit 130 Insassen nur 27 Flüchtlinge gerettet worden.

Laut MSF nahm das Hilfsschiff "Bourbon Argos" 27 Männer an Bord. Diese hätten berichtet, dass sie in einem mit 130 Menschen besetzten Schlauchboot unterwegs waren. Sie seien die einzigen Überlebenden. Zunächst wurden sieben Leichen aus dem Meer geborgen. "Diese Tragödie ist unerträglich", erklärte die Hilfsorganisation.

2016 bereits 4500 Menschen im Mittelmeer ertrunken

Erst am Montag und Dienstag waren nach Berichten Überlebender bei zwei Bootsunglücken im Mittelmeer bis zu 240 Flüchtlinge ertrunken. Sollte sich die Zahl der Verunglückten bestätigen, starben in diesem Jahr dem UNHCR zufolge bereits mehr als 4500 Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Mehr als 3200 Menschen wurden seit Samstag von überfüllten und nicht seetauglichen Booten gerettet. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums wurden in diesem Jahr mehr als 167.000 Flüchtlinge von Booten gerettet und nach Italien gebracht. Im ganzen Jahr 2015 waren es demnach 153.000 Menschen. 2014 lag die Zahl bei 170.000.

Flüchtlingsboot im Mittelmeer: Die Glücklichen überleben diese Überfahrt - die anderen bleiben tot auf dem Boot liegen
Eng zusammengepfercht sitzen die Menschen auf viel zu kleinen Booten. Am Montag waren vor der libyschen Küste mehr als 6000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden.

Eng zusammengepfercht sitzen die Menschen auf viel zu kleinen Booten. Am Montag waren vor der libyschen Küste mehr als 6000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden.


mod / AFP