Die mehrtägige Pilgerfahrt fällt in eine Phase widersprüchlicher Signale aus Washington über eine mögliche Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs. Seit April gilt eine brüchige Waffenruhe in dem Konflikt, in dem der Iran auch mit den USA verbündete Golfstaaten wie Saudi-Arabien angegriffen hat.
Die Behörden in Riad waren bemüht, den Pilgern aus aller Welt - auch aus dem Iran - trotz des Konflikts eine unbeschwerte Wallfahrt zu ermöglichen. Zugleich demonstrierte Saudi-Arabien seine Verteidigungsbereitschaft: In einem vom Verteidigungsministerium in Onlinediensten veröffentlichten Video waren Flugabwehrbatterien in einem Vorort von Mekka zu sehen. Laut dem dazu geposteten Text sollen sie "die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gäste sicherstellen."
Der Hadsch und andere Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten im Land sind für Saudi-Arabien auch ein milliardenschweres Geschäft. Offiziellen Angaben zufolge sind in diesem Jahr sogar mehr Gläubige aus dem Ausland nach Mekka gereist als 2025. "Ich habe mir mein ganzes Leben lang gewünscht, die Pilgerfahrt zu machen, 40, 50 Jahre lang. Jetzt ist mein Traum wahr geworden", sagte der 68-jährige Dschreisch Mohammed aus Marokko.
Viele Pilger hofften auf ein Ende des Krieges. "Der Iran-Krieg hat die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen. Niemand möchte Kriege oder anderen Ländern oder Menschen Leid zufügen", sagte der Ägypter Mohammed Tschahada der Nachrichtenagentur AFP, während er durch die Große Moschee ging.
Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilzunehmen.