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Wegen Pilgerfahrt nach Mekka: Petry keilt gegen DFB-Nationalspieler Özil

Dass die AFD dem Islam nicht besonders positiv gegenübersteht, ist bekannt. Bundessprecherin Frauke Petry greift nun Nationalspieler Mesut Özil wegen seiner Pilgerreise nach Mekka an - und gibt ihm Tipps für ein moralisches Leben.

AFD Frauke Petry Mesut Özil

AFD-Bundessprecherin Frauke Petry hat ein Problem mit Mesut Özils Pilgerreise nach Mekka.

Als Nationalspieler Mesut Özil Bilder seiner Pilgerfahrt nach Mekka bei Facebook postete, waren die Reaktionen überwältigend positiv. 2,2 Millionen Menschen haben den Post inzwischen geliket. Doch es gab zum Teil heftige Kritik, auch von der AFD. Jetzt legt AFD-Bundessprecherin Frauke Petry noch mal nach.

In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" kritisiert sie, dass Özil seine Pilgerfahrt, die nach dem islamischen Glauben zu den Pflichten jedes Muslims gehört, öffentlich zelebrieren würde. "Man könnte Özil fragen, ob er mit diesem Bekenntnis auch eine politische Aussage treffen wollte", zitiert die Zeitung Petry. Ihrer Meinung nach sei die Reise Privatsache des Fußballers - und hätte von ihm auch so behandelt werden sollen. 

Dafür zeigt Petry aber ein reges Interesse an Özils Privatleben. Sie vermutet, dass er nicht nach den strengen Regeln der Scharia lebe - schließlich trügen die Frauen, mit denen er sich zeigt, kein Kopftuch. Auch dass er bei Länderspielen die Nationalhymne nicht mitsingt, findet sie fragwürdig. Er habe schließlich eine Vorbild-Funktion für viele Kinder und Jugendliche.

AFD gegen Nationalspieler

Es ist nicht das erste Mal, dass die AFD gegen Özils Besuch in Mekka schießt. Der Landesverband Sachsen hatte Özils Posting als "antipatriotisches Signal" gesehen. AFD-Vize Alexander Gauland bezeichnete die Reise als "sehr gewöhnungsbedürftig". Gauland hatte in der vergangenen Woche auch mit einer Spitze gegen Jerome Boateng für Ärger gesorgt, indem er behauptete, Deutsche wollten lieber nicht neben einem wie ihm leben.

Auch mit dem Islam an sich geht Petry in dem Interview ins Gericht. Die Religion sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, meint die AFD-Chefin. Das liege am Koran selbst und seine Interpretationen. Es sei nicht einfach, zwischen frommen Muslimen, Radikalen und Islamisten zu differenzieren. Die AFD will daher, einmal an die Macht gekommen, von den Muslimen fordern, sich ans Grundgesetz zu halten. Petry zufolge machen sie das noch nicht ausreichend. Der Koran werde als wichtiger betrachtet. Diese Argumentation ist bei Islamkritikern sehr beliebt. Sie ignoriert aber, dass die allermeisten Muslime in Deutschland keiner solch strengen Auslegung des Islams folgen oder ihre Religion sogar gar nicht ausleben.

mma