Für den Einsatz habe Deutschland einen hohen Preis bezahlt, bekräftigte Pistorius, 59 Soldaten und drei Polizisten seien dabei getötet worden. Viele Verletzte litten bis heute, ebenso wie deren Angehörige. " Ich verspreche ihnen: Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten", fuhr Pistorius fort. "Ganz egal, von wem das in Frage gestellt wird."
Damit bezog er sich auf Trump: Der US-Präsident hatte am Freitag die Bedeutung der Truppen aus Nato-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz zu schmälern versucht. "Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben", sagte er über andere Nato-Mitglieder im Sender Fox News. "Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front." Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass die Nato den USA nicht zu Hilfe kommen würde, falls sie darum gebeten würde.
Auch Dänemark hatte entsetzt auf Trumps Äußerungen reagiert. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnete es als "inakzeptabel, dass der US-Präsident das Engagement der verbündeten Soldaten in Afghanistan in Frage stellt". Dänemark sei im internationalen Afghanistan-Einsatz eines der Nato-Länder mit den höchsten Verlusten gewesen, betonte die Regierungschefin. Auch der dänische Veteranenverband erklärte, ihm fehlten die Worte.
Das Eingreifen der Nato in Afghanistan nach dem 11. September 2001 markiert das erste und einzige Mal, dass die Nato den Bündnisfall gemäß Artikel 5 ausgerufen hatte. Der Einsatz, an dem sich auch die Bundeswehr beteiligt hatte, endete 2021 mit einem chaotischen Abzug nach dem Vorrücken der radikalislamischen Taliban.