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Studie der OECD zur Familienpolitik Deutschland setzt falsche Schwerpunkte


Elterngeld, Krippenausbau und hohe Steuererleichterungen für Familien haben in Deutschland immer noch nicht zu einem deutlichen Geburtenanstieg geführt. Obwohl Deutschland einer OECD-Studie nach vergleichsweise viel Geld für die Familienförderung ausgibt, liegt die Geburtenrate unter dem internationalen Schnitt.

Deutschland nimmt bei der Familienförderung international einen Spitzenplatz ein, ohne dass dadurch die Zahl der Geburten steigt. Das ergibt der erste Vergleich zur Familienförderung, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris veröffentlichte. Insgesamt betragen die öffentlichen Ausgaben in Deutschland für Ausbildung und Familienpolitik bis zum 18. Lebensjahr des Kindes 146.000 Euro. Der OECD-Schnitt liegt bei knapp 124.000 Euro. Durch die hohe finanzielle Förderung liegt die Kinderarmutsrate in Deutschland bei 8,3 Prozent und damit deutlich unter dem OECD-Mittel von 12,7 Prozent.

Anders als andere Staaten setzt Deutschland bei der Familienförderung sehr stark auf Steuererleichterungen für Eltern. Andere Länder investieren dagegen mehr direkt in Strukturen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen. Die Betreuung der Kinder in Deutschland habe trotz des Ausbaus in den vergangenen Jahren immer noch Mängel, geht aus dem Bericht hervor.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Hermann Kues, hat die deutsche Wirtschaft nun aufgefordert, die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten. Damit reagierte der CDU-Politiker auf den neuen OECD-Familienbericht.

"Nur Familienpolitik funktioniert nicht so, dass man auf einen Knopf drückt und schon werden mehr Kinder geboren", sagte Kues am Donnerstag dem Sender MDR Info. Die Entscheidung für ein Kind habe auch etwas mit Mentalität und mit Einstellungen zu tun. Dazu komme die Akzeptanz am Arbeitsplatz, ob Kinder dort wie selbstverständlich akzeptiert und mit einkalkuliert würden. Da habe Deutschland Nachholbedarf. "Da sind auch die Unternehmen viel, viel stärker noch gefordert, als sie das bislang gewährleisten!"

AFP/DPA DPA

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