Tödlicher Unfall mit Reisebus auf A9: Fahrer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der vor zwei Jahren auf der A9 verunglückte Bus
Der vor zwei Jahren auf der A9 verunglückte Bus
© AFP
Zwei Jahre nach einem Reisebusunfall mit vier Toten auf der Autobahn 9 bei Leipzig ist der Fahrer zu einer Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Eilenburg sprach den geständigen Angeklagten am Freitag der fahrlässigen Tötung in vier Fällen und der fahrlässigen Körperverletzung in 25 Fällen schuldig. 

Bei dem Unfall Ende März 2024 starben vier Frauen im Alter von 19 bis 47 Jahren. Die Opfer stammten aus Deutschland, Polen, Indonesien und der Ukraine. Weitere 46 Businsassen wurden verletzt. Der Flixbus war im Linienverkehr auf dem Weg von Berlin nach Zürich in der Schweiz. Er kam kurz vor dem Schkeuditzer Kreuz bei Leipzig von der Autobahn ab und kippte auf die Seite.

Unfallursache war dem Urteil zufolge eine kurzzeitige Unachtsamkeit des Fahrers, der dadurch bei einer gesicherten Geschwindigkeit von 94 km/h die Gewalt über sein Fahrzeug verlor. Der Reisebus sei auf den rechten Fahrstreifen über den Standstreifen von der Fahrbahn abgekommen, mit Bäumen kollidiert und auf die rechte Fahrzeugseite gestürzt. Die vier Frauen kamen ums Leben, mindestens 25 Menschen wurden teilweise sehr schwer verletzt.

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht das Geständnis des bislang nicht vorbestraften Mannes sowie sein aufrichtiges Bedauern. Zu seinen Lasten wertete das Gericht die schweren Folgen des Unglücks.

Der Bus wies laut Gutachten zum Unfallzeitpunkt keine technischen Mängel auf. Es gab demnach auch keine Hinweise darauf, dass die Fahrtüchtigkeit des Busfahrers aufgrund des Konsums von Alkohol, Betäubungsmitteln oder Medikamenten beeinträchtigt war.

Der Prozess wurde aus Platzgründen in Räumlichkeiten des Amtsgerichts Leipzig verhandelt. 

hex/ran

AFP