Im Wahlkampf hatte Kast damit geworben, die Kriminalität zu bekämpfen, alle Migranten ohne gültige Papiere abzuschieben und die chilenische Wirtschaft anzukurbeln. In den meisten sozialpolitischen Themen steht Kast weiter rechts als die Mehrheit der Chilenen. Er lehnt Abtreibung, Scheidung und gleichgeschlechtliche Ehen ab.
In Kast haben die Chilenen den am weitesten rechts stehenden Präsidenten seit dem Ende der Militärdiktatur vor 36 Jahren gewählt. Der 60-Jährige, der aus seiner Bewunderung für Chiles langjährigen Militärdiktator Augusto Pinochet früher nie einen Hehl machte, hatte am Wahltag angekündigt, der "Präsident aller Chilenen" sein zu wollen.
Mit dem Amtsantritt von Kast fügt sich Chile in eine Reihe konservativer Regierungen in Lateinamerika seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus ein. Der Amtseinführung wohnten mehrere Staatschefs der Region bei, unter ihnen der argentinische Präsident Javier Milei, sein bolivianischer Kollege Rodrigo Paz und der ecuadorianische Staatschef Daniel Noboa.