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Magazin: Die verkaufte Kindheit

Legale Kinderarbeit: In Bolivien schließen sich Kinder Gewerkschaften an, um nicht ausgebeutet zu werden.

In Bolivien dürfen schon Zehnjährige arbeiten. Viele der Kinder sind stolz auf ihre Jobs und kämpfen in Kindergewerkschaften für ihre Rechte. Doch andere schuften weiterhin illegal in Minen, auf Feldern oder auf der Straße.

Als erstes Land der Welt hat Bolivien im vergangenen Jahr Kinderarbeit legalisiert – und damit den Protest von UNICEF und anderen Kinderschutzorganisationen auf sich gezogen. Ab dem zehnten Lebensjahr dürfen Kinder selbstständig arbeiten, ab zwölf Jahren auch als Angestellte, allerdings nur bis zu sechs Stunden am Tag und solange sie weiter zur Schule gehen. Außerdem benötigen sie die Erlaubnis der Eltern. Verboten sind Nachtarbeit und besonders schwere Arbeit – in Bergwerken, auf Mülldeponien, auf dem Feld.

Die Begründung der Regierung lautet: Kinderarbeit ist in Bolivien ein Teil des Lebens, viele Familien sind auf die Einkünfte ihrer Söhne und Töchter angewiesen. Mit klaren Regeln könne man die Kinder besser vor Ausbeutung schützen. Außerdem, so argumentieren die Befürworter, gehört die Hilfe der Kinder in Familien immer schon zur indianischen Kultur. Ein Verbot dieser Tradition sei ein sehr europäischer Gedanke.

In der neuen Ausgabe von Nido erzählen Jorge (12, Minenarbeiter), Sara (9, Limettenverkäuferin), Bismar Gomez (14, Ansager), Roselin (13, Teigtaschenverkäuferin), William (13, Popcornverkäufer), Eloy (8, Kaugummiverkäufer) sowie Alan und Fredi (13 und 9, Schuhputzer) von ihrer Arbeit.

Nido #4 2015 ist ab Freitag, 20. März am Kiosk erhältlich!

Die Titelthemen der neuen Ausgabe im Überblick

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