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Wutbrief auf Facebook: Dieser Vater hat keine Geduld mehr mit "Blender-Mamas" auf Instagram

Markus Brandl ist genervt von den superschlanken, modisch gekleideten und gestylten Müttern, die auf Instagram permanent ihr angeblich perfektes Leben präsentieren. Auf Facebook erklärt er deutlich, was ihm daran nicht passt.

Eine Frau fotografiert ihre Familie für einen Instagram-Post.

Frauen, die ihren Alltag und ihre Familie auf Instagram immer im besten Licht darstellen – auf die hat ein Vater gar keine Lust

Picture Alliance

Dieser Vater ist sauer. "Mir platzt der Kragen", beginnt Markus Brandl seinen Wutbrief auf Facebook. "Der Sommer rückt näher und näher – für euch beginnt bald die wichtigste Zeit des Jahres. Besonders dann könnt ihr eure Follower an der Nase rumführen. Doch ihr richtet noch viel mehr Schaden an", schreibt er.

Dem Kölner Soziologen geht es um jene , die ihren Familien-Alltag permanent auf Instagram präsentieren. Aber nicht realistisch – mit Chaos in der Wohnung, Schwangerschaftsstreifen an der Hüfte und Babykotze auf der Schulter – sondern immerzu perfekt. Wobei es "perfekt" natürlich nicht gibt. An den entsprechenden Fotos ist vieles gefaket, um die Frauen und ihr Leben ins vorteilhafteste Licht zu rücken. "Blender-Mamas" nennt Markus Brandl solche Mütter.

Liebe Blender-Mamas auf Instagram, mir platzt der Kragen! Der Sommer rückt näher und näher – für euch beginnt bald die...

Gepostet von Markus Brandl am Donnerstag, 29. März 2018

Am meisten nervt den jungen Vater, wenn die modelgleichen Gestalten im Netz propagieren, dass jede Frau direkt nach der Geburt wieder superschlank und durchtrainiert aussehen könne (und das unheimlich wichtig wäre). "Verstehe die Frauen einfach nicht, die nach der Geburt Gewichtsprobleme haben. #ProblemzonenSindNurEinGerücht. Bewegung und gute Ernährung. Mehr braucht ihr nicht", zitiert er genervt ein solches Posting.

Die Fake-Fotos setzen andere Mütter unter Druck

Solche platten Sprüche setzen frischgebackene Mütter natürlich enorm unter Druck. Wer nicht mit überirdischen Genen gesegnet ist oder die Photoshop-Tricksereien auf direkt erspähen kann, kann nachdenklich werden – stimmt bei einem selbst etwas nicht, wenn der Post-Schwangerschafts-Bauch sich nicht direkt in ein Sixpack verwandelt?

"Ähnliche Beiträge sind auf Instagram mittlerweile Standard", schimpft Brandl."Sie haben das Netzwerk ruiniert. Für normale Nutzer ist es mittlerweile sehr schwer zu beurteilen, welche Motivation und welcher Hintergedanke hinter einem Beitrag überhaupt steckt."

Denn die Blender-Mamas machen sich die ganze Mühe oft nicht nur, um ihr eigenes Ego zu pushen – häufig stecken auch finanzielle Interessen dahinter. Da werden Werbe-Deals mit Windelfirmen, Herstellern von Kindermöbeln und -spielzeug oder Modeketten abgeschlossen. Die Werbung aber wird möglichst gut verschleiert, in den glanzvollen Lifestyle-Bildern.

"Löscht eure Accounts", fordert der Vater

Markus Brandl hat auf solch oberflächliche Spielchen keine Lust mehr. "Hört auf, anderen Müttern einzureden, sie müssten, um etwas wert zu sein, eine perfekte Figur haben. Löscht eure Accounts, dann habt ihr mehr Zeit für eure Kinder, und andere Mütter sind glücklicher", ist der wütende Ratschlag des genervten Vaters. Hat er Recht?

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wt