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Neunjähriger Junge: George ist Autist – in einem rührenden Video erklärt er seinen Mitschülern, was das heißt

Der neunjährige George Yionoulis ist Autist. Weil sich das in seinem Alltag in der Schule manchmal bemerkbar macht, will er seine Mitschüler mit einem Video über sich und seine Eigenarten aufklären. Der Clip geht viral.

George Yionoulis wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Neunjähriger. Er steht auf Harry Potter und Minecraft, er zeichnet gerne und liebt es, Musik zu machen und zu tanzen. Aber George ist ein kleines bisschen anders als viele seiner Altersgenossen. Der Junge aus dem US-Bundesstaat North Carolina ist Autist. Weil sich das in seinem Alltag immer mal wieder bemerkbar macht, hat George auf Anraten seiner Lehrerin ein Video für seine Klassenkameraden gemacht, dass ihnen erklären soll, warum er sich manchmal so benimmt, wie er sich benimmt. Doch nicht nur seine Mitschüler erfahren so mehr über George. Seine Mutter hat das Video Ende 2017 auf Youtube hochgeladen, wo es rund 400.000 Menschen gesehen haben.

In dem laut "Washington Post" von George selbst konzipierten und mit Hilfe seiner Eltern bearbeiteten sechsminütigen Clip stellt sich George zunächst vor, beschreibt seine Hobbies, dazu sieht man ihn auf einer Bühne tanzen. Die Hintergrundmusik habe er selbst am Computer komponiert. Nach einer Kunstpause samt "Wait for it" sagt er "Ich habe diese Sache, die man Autismus nennt" und beginnt seine Lebensgeschichte nachzuerzählen. Die Diagnose sei ihm im Alter von zwei Jahren gestellt worden, erst mit drei Jahren habe er zu sprechen angefangen.

George Yionoulis: "Nehme Dinge zu wörtlich"

George beschreibt seine Probleme mit Augenkontakt. Viele würden oft davon ausgehen, er höre ihnen nicht zu, weil er sie nicht anschaue, was aber nicht stimmen müsse. Außerdem höre und sehe er "viele Dinge und Geräusche zur selben Zeit", was es manchmal schwierig mache, sich auf ein Geräusch oder einen Gedanken zu konzentrieren. Darum dauere es bei ihm manchmal etwas länger, bis er seinem Gegenüber antworte.

Auch habe er Probleme, Zwischentöne oder Sprachbilder zu verstehen. "Ich tendiere dazu, die Dinge, die zu mir gesagt werden, sehr wörtlich zu nehmen", beschreibt George. Wenn jemand zu ihm sage "Take a seat", könne es gut sein, dass hinterher ein Stuhl weniger im Klassenzimmer steht. "Wenn du also sehr genau bist, wenn du mit mir sprichst, ist das für alle besser."


Mitschüler sollen keine Fragen scheuen

George erklärt auch manche seiner Eigenarten. Wenn er aufgeregt sei, zappele er manchmal wild mit den Händen oder springe auf und ab. Werde er unterbrochen oder irgendetwas laufe nicht so ab, wie im Voraus geplant, werde George deutlich wütender, "als irgendwer das werden sollte", beschreibt er. Seine Mitschüler sollen sich nicht scheuen, ihn über seinen Autismus auszufragen. Das sei völlig okay, ermuntert er sie.

Nachdem das Video bei Youtube reichlich Klicks sammelte und mehrere Medien über ihn berichteten, entstand auch eine Facebook-Fanpage, auf der George regelmäßig Videos und Fotos von sich postet. Seine Mutter sagte der "Washington Post", das Video habe ihrem Sohn geholfen, genau zu sagen, was er sagen wollte, auf genau die Weise, wie er es wollte. "Wenn er all das ohne das Video hätte sagen müssen, bin ich mir nicht sicher, dass er das alles so rausbekommen hätte. Es ist das perfekte Medium für ihn."

fin