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Aus dem Leben einer Mutter

Teure Verantwortung: Kröten für Gummifrösche: Wie viel Taschengeld braucht mein Kind – und wie viel kann ich mir leisten?

Kinder sind das Beste, was man machen kann – aber leider auch das Teuerste. Manchmal fühlen wir Eltern uns ziemlich geschröpft von alldem. Und überhaupt: Wie viel Taschengeld ist eigentlich angebracht? Und müssen es immer die Markenschuhe sein?

Von Andrea Müller

Taschengeld

Kinder sind toll – und teuer

Getty Images

Lässt der hormonelle Vollrausch der Liebe eines frisch gebackenen Elternteils langsam nach, registrieren wir irgendwann unsere Ankunft im Nirwana der Geldvernichtungsmaschine namens Kind. In Zahlen betrachtet sind Kinder das Teuerste, was man machen kann. 

Mein Vater war Schwabe, er vertrat diese Ansicht zeitlebens unverblümt: In "seine Weiber" habe er bis zum Tag unseres Auszuges den Gegenwert eines Porsches investiert. Er beneidete seine marokkanischen Freunde, die für ihre Töchter von späteren Ehemännern in entsprechenden Fortbewegungsmitteln entlohnt wurden. Er fand es witzig, den Marokkaner nach der Anzahl der Kamele zu fragen, die er für meine Schwester und mich bekäme.

Dabei ist der Prozeß der finanziellen Ausbeutung durch Ableger schleichend. Erster Impuls: das bisschen Babybrei, die Wiege und die Windeln? Pah, nix ist gut genug für unsere kleinen Prinzen. Wenig später kommen Kitagebühren, Tagesmutter, Essensgeld, Sportvereine – und es kommt der Tag, an dem dein Pubertierender dir im Blockhaus erklärt, dass "Puty the Kid" für 5.80 Euro (Zwei Putensteaks und eine Baked Potato mit Sour Cream) nur noch Synonym für "Mama, willst du mich verarschen!" ist. Meiner futtert das Vierfache von mir und verbrennt das Achtfache.

Urlaube mit Kindern sind die beste Zeit – aber leider auch die teuerste

Auch Erwachsenenpreise für Flug- und Hotelbuchungen schlagen pünktlich zum 14. Lebensjahr zu Buche, wo ich dann heimlich den Tag ersehne, an dem er mit Rucksack und Campingtasche im Türrahmen steht und sagt: "Ciao Mama, ich bin dann mal zwei Wochen weg." Ach Spaß beiseite,  Urlaube mit den Kindern, Surfen, Sterne gucken oder Sightseeing, sind die beste Zeit im Leben. Aber leider auch die teuerste.

Vor allem in Restaurants habe ich, seit ich Mutter bin, zum ersten mal diese Rolle inne, die Männern meist schon lange vertraut ist: Ich bin die, die alles zahlt. Nicht wie früher, Hühnchensalat plus zwei Getränke, 20 Tacken, die meist irgendein Kerl übernahm. Seit ich Kinder habe, ist mein Euro nur noch 33 Cent wert.

Bevor ich Mutter war, hatte ich immer Crémant, exzellente Schokolade und Leberwurst  im Kühlschrank. Heute liegen dort möglichst im Angebot erstandene Zutaten für rund fünf warme Abendessen pro Woche, Froops, Salami und Dosenbier. Und ein paar Tüten Bio-Vollmilch, die meistens leer sind. Caspar stellt sie leer zurück in den Kühlschrank, weil der Weg zum Müll "echt zu viel verlangt" ist.

Ähnlich verfährt er mit Müslischalen und Joghurtbechern unter seinem Bett: "Mama, chill mal, ich sammle die hier und bringe sie erst runter, wenn genug zusammengekommen sind." Genug wofür, frage ich? "Bis sich das für dich lohnt. Bei einem Euro pro Gang zum Mülleimer, willst du ja nicht, dass ich jedes Ding einzeln runter bringe, oder?" Nichts gegen dazu verdientes Taschengeld, aber das erfüllt ja den Tatbestand der Erpressung.

Um mich herum hat jede Single-Mama Finanzprobleme

Meine Kinder müssen auch lernen, dass durch Oma erlernte Regeln wie "Müll rausbringen: Zwei Euro" im Haushalt einer Single-Mutter nicht praktikabel sind: Alleinerziehende gehören zur armutsgefährdetsten Gruppe Deutschlands, selbst wenn die Väter Unterhalt zahlen. In meinem Freundeskreis hat eigentlich jede Single-Mama Finanzprobleme, selbst super ausgebildete Ärztinnen oder Anwältinnen in Teil- oder Vollzeit.

Überall wird gespart. Ich zum Beispiel habe seit neuestem vor Kinobesuchen mit den Jungs im UCI Provianteinkäufe im Supermarkt eingeführt, weil der Konsum von 1- Liter-Cola-Bechern und Chili-Cheese-Nachos für 15 Euro pro Nase – plus Kinokarte – schlichtweg mein Budget sprengen. Wir packen jeweils einen Snack und ein Getränk in meine Handtasche und haben Spaß, das am Aufpasser vorbei zu schmuggeln.

Zuletzt schlug Ben vor: "Mama, wenn wir zu wenig Geld haben, zieh doch einfach was aus dem Automat." Ich erklärte, dass dieser auch nur ausspuckt, wenn er ausreichend gefüttert wird. "Also wie Omas Mops?" fragte Ben. Genau, sagte ich. Wie Omas Mops. Bens unerschütterlicher Glaube, dass immer irgendwo Geld für Gummifrösche rauskommt, ist irgendwie rührend.

In seinem Sportbeutel duldet er andererseits ausschließlich Nikes, in seinem Leben gab es bislang noch kein Gefühl des Mangels. Ich bewundere Mütter, deren Kinder keine Markennamen kennen. Auch Teenies in Luschendorf in Ostholstein oder in Oberviechtach in der Oberpfalz dürften inzwischen um den Unterschied zwischen Markenturnschuhen und Crivits aus dem Lidl-Online-Shop wissen, oder?

Meine Idee, seine Schuhe nächstens vom Taschengeld zu kaufen, stößt auf wildes Gelächter

Aber irgendwie ist es schon auch Spezialität der Elbvororte: Die Mädchen in Caspars Klasse tragen mit 14 im Gegensatz zu mir nur ECHTE UGGs und ECHTE Ray-Bans. Sie tragen keine "Billo-Fakes" – blöd seien sie aber trotzdem, meint Caspar.   

Nur bei Schuhen höre der Fake für ihn. Da aber auch die echten bei ihm nach vier Wochen immer aussehen wie aus der Kleiderkammer, schlägt das zwangsläufig irgendwann auf die elterliche Kasse. Meine Idee, seine Schuhe nächstens vom Taschengeld zu kaufen, stößt auf wildes Gelächter.

Mit Recht, denn Caspars Taschengeld reicht für Dinge wie In-App-Käufe bei Apple oder irgendwelches Fortnite-Zubehör. Sein Fast-Food außerhalb der Schule gönnt er sich vom Essensgeld, was er in der Schule spart.

Ben spart hingegen auf ein Fortbewegungsmittel. Kein Kamel, wo sollte das auch stehen, in seinem Zimmer wohnt ja schon seine Schildkröte – eher einen Maserati. Bis er den zusammengespart hat, hat er vielleicht auch eine Garage. Und wenn er gerade seine Spendierhosen anhat, geht er mit seinen vier Euro Taschengeld pro Woche in den Ein-Euro-Shop und kauft drei Rollen Hubba-Bubba. Mir bringt er dann eine lila Plastikblume oder ein Glitzer-Haargummi mit. Was mich so freut, als hätte mir jemand Diamanten geschenkt. Auch deswegen bin ich ein Riesenfan von Taschengeld.

Taschengeld gibt Kindern das Gefühl, autark zu sein

Eltern, die es nicht wissen: Es gibt offizielle Taschengeldtabellen, die aufploppen, sobald man sie googelt. Für 15-Jährige empfehlen sie rund 40 Euro pro Monat. Das gilt einheitlich für den ALG2-Empfänger bis hin zu jenen Othmarscher Eltern, die ihren Kindern in der achten Klasse goldene Kreditkarten mitgeben, um in der Mittagspause mit dem Taxi in die Hafen-City zu fahren und Blattgold-Burger zu essen.

Neulich Abend nach dem Essen beim Griechen sagte eine Freundin, Mutter eines 15-Jährigen Kumpels von Caspar, die Jungs bräuchten jetzt kein Geld für ein Nogger zum Dessert, sie hätten doch immerhin ein warmes Abendessen gehabt. Aber sie sind ein ganzes Stück für uns durch den Eisregen gegangen, um per EC-Karte Bares fürs Essen zu ziehen und haben das ohne Mucken erledigt. Obwohl ich selbst zu solchen Aussagen neige, dachte ich später, dass es falsch war, ihnen ein paar läppische, wohlverdiente Euros aufgrund des eigenen, limitierten Tagesbudgets und des permanenten Sparzwangs vorzuenthalten.

Kinder sind verdammt teuer, da ist das bisschen Taschengeld doch eh nur noch der Keks zum Espresso. Es ist pädagogisch sinnvoll, macht Kinder glücklich und gibt ihnen das Gefühl, autark zu sein.

Und sie sind eh jeden Cent wert.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(