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Mama-Burnout : Sechs Gründe, warum es Mütter heute so schwer haben wie noch nie

Mütter stehen unter enormen Druck: Der Spagat zwischen Job und Familie, dazu noch der Druck immer gut auszusehen und niemals gestresst zu wirken. Hatten Mütter es jemals so schwer wie heute?

Was ist bloß mit uns Müttern los? Warum setzen wir uns gegenseitig so unter Druck? Wir gehen der Frage auf den Grund.

Was ist bloß mit uns Müttern los? Warum setzen wir uns gegenseitig so unter Druck? Wir gehen der Frage auf den Grund.

"Wenn dein Mann von der Arbeit kommt, dann sorgst du am besten dafür, dass die Kinder im Bett sind und die Wohnung aufgeräumt." Diesen Rat bekam die Mutter einer Freundin von ihrer Mutter. Ein simples Rezept für Glückseligkeit, nicht wahr?

Wenn doch nur alles so einfach wäre wie früher. Als Mütter zuhause blieben, bis die Kinder mindestens drei Jahre alt waren und Männer nur ihre Ruhe wollten. Heute wollen die Papas ja auch noch mit den Kindern spielen, Mamas müssen sich selbst im Job verwirklichen und nebenbei haben sie noch eine harmonische Beziehung mit dem perfekten Sexleben - so zumindest die Idealvorstellung.

Es ist ganz schön schwierig, das alles im Alltag unter einen Hut zu bringen. Denn tatsächlich haben sich die Anforderungen an Mütter im Laufe der Jahre verändert. Und das macht das Leben für uns Mamas nicht unbedingt leichter.

"Wie? Du bist noch zu Hause?"

Länger als das obligatorische eine Jahr in Elternzeit gehen? Kaum möglich ohne abschätzige Kommentare anderer Mütter zu ernten. Und dann kommt auch noch das eigene Empfinden dazu, dass man ja auch schnell auf das berufliche Abstellgleis geschoben wird, wenn man zu lange zuhause bleibt. Dazu paart sich still und heimlich das Gefühl, dass einem aber auch niemand die gemeinsame Zeit mit dem Kind zurückgeben kann. Ein Cocktail aus Gewissensbissen, Verpassungsangst und Missgunst, der keiner Mutter wirklich gut tut.

So entstehen Druck und Stress

Viele Mütter verfolgt das Gefühl, nie ganz irgendwo zu sein: Nie ganz im Job, nie ganz beim Kind, nie ganz bei sich selbst. Und so entsteht das Gefühl des Gehetztseins, weil man ja eigentlich schon wieder auf dem Sprung zur nächsten Sache ist. Dass Mütter gestresst sind, ist nicht neu. Kinder wollen Aufmerksamkeit und sollen diese auch bekommen. Es sind die Anforderungen um das Kind herum, die immer schwieriger zu bewältigen sind.

Wer sich den Tagesablauf so mancher Mütter anschaut, der wird schnell verstehen, warum. Zwischen Job und Kita noch schnell eine Sporteinheit für den straffen Po nach der Schwangerschaft. Daneben noch regionales Gemüse auf dem Wochenmarkt für den selbst gemachten Brei kaufen und dann noch den Nachwuchs zum Sport, zu Freunden fahren oder eventuell auch mal einen Kaffee mit der Freundin trinken. Und noch viel wichtiger: Das alles möglichst perfekt gestylt und mit einem entspannten Lächeln auf dem Gesicht für das nächste Instagram-Selfie. Hilfe! Halt! Stopp!

Aufhören, bevor es zu spät ist

Einen offiziellen Begriff für ein Mama-Burnout gibt es noch nicht, aber viele Mütter stehen direkt davor oder sind schon mittendrin. Irgendwann wird jeder Mama mal alles zu viel. Aber hält dieser Zustand an, wird es gefährlich. Studien, wie die eines Teams der Universität in Manchester und des Institute for Social and Economic Research der britischen Essex University zeigen, dass arbeitende Mütter um 18 Prozent gestresster sind als Frauen ohne Kinder oder Männer. Mütter mit zwei Kindern sogar bis zu 40 Prozent. Die Untersuchung fand mittels elf Indikatoren für chronischen Stress, einschließlich Blutdruck und Hormonen, mit 6025 Frauen statt.

Wege aus dem Stress

Vieles wäre also viel einfacher, wenn man nicht arbeiten würde. Aber: Abgesehen davon, dass viele Mütter einfach gerne arbeiten wollen, müssen auch Frauen zum Familienunterhalt beitragen. Leider zeigt uns auch die Realität – Lohngefälle zwischen Mann und Frau sei Dank – dass es einfach immer noch viel zu wenig alternative Modelle zum vollzeitarbeitenden Papa und der Mama in Teilzeit gibt.

Wer gerade merkt, dass er an seine Grenzen kommt und den Stress kaum mehr bewältigen kann, der beginnt am besten mit der eigenen Auszeit. Wie wäre es zum Beispiel damit, erst mal eine Social-Media-Pause einzulegen? Nicht ständig "perfekten" Müttern auf sozialen Netzwerken zu begegnen, hilft schon mal.

Und auch auf den eigenen Körper zu hören, kann Sinn machen. Will ich zum Sport, weil ich die Energie dazu habe oder um einem bestimmten Körperbild zu entsprechen? Wer sich nicht danach fühlt, bleibt einfach mal Zuhause, anstatt zum Sport zu gehen. Und das bitte ohne schlechtes Gewissen.

Oder mal kurzfristig absagen: Der Tag im Büro war schon stressig und am Nachmittag geht es direkt weiter? Nein, danke! Das macht keiner Mama Spaß und den Kindern meist erst recht nicht. Sich ab und an das Recht rauszunehmen und Verabredungen kurzfristig abzusagen, ist okay.

Oft helfen schon ein paar kleine Schritte, damit der Druck nicht zu groß wird. Wer sich jetzt fragt, welche sechs Dinge Mamas am meisten stressen, der findet sie in unserer Fotostrecke.

Fanny H. 
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