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Ultramarathon-Läuferin Sophie Power: 172 Kilometer, 43 Stunden und nebenbei stillt sie noch ihren Sohn

Die Britin Sophie Power ist passionierte Ultramarathon-Läuferin und zweifache Mutter. Die 36-Jährige absolvierte eines der härtesten Rennen der Welt - und schaffte es trotzdem, nebenbei ihren Sohn zu stillen.

Sophie Power stillt ihren drei Monate alten Sohn Cormac

Sophie Power stillt ihren drei Monate alten Sohn Cormac

Die Britin Sophie Power gehört wahrscheinlich zu den fittesten Frauen der Welt. Als Kind sei sie total unsportlich gewesen, sagte die 36-Jährige vor zwei Jahren in einem Interview. Doch sie habe sich immer gern draußen aufgehalten. 2009 entdeckte Power dann das Laufen für sich - und perfektionierte es bis ins Extrem. Sie ist inzwischen Ultramarathon-Läuferin und nimmt regelmäßig an Wettbewerben weltweit teil. Auch zwei Schwangerschaften hinderten sie nicht an der Ausübung ihrer Leidenschaft.

Anfang September absolvierte Power den Ultra-Trail du Mont-Blanc, einer der anspruchsvollsten Bergmarathons der Welt. Die 172 Kilometer lange Strecke führt rund um die Mont-Blanc-Gebirgsgruppe, die Teilnehmer müssen mehr als 10.000 Höhenmeter überwinden. Das Zeitlimit liegt bei 46,5 Stunden.

Sophie Power brauchte 43 Stunden und 33 Minuten

Ultramarathon-Läuferin Sophie Power

Ultramarathon-Läuferin Sophie Power

Power schaffte es nach 43 Stunden und 33 Minuten ins Ziel, zwei Nächte lang schlief sie nur 20 Minuten. Allein das ist schon bemerkenswert. Doch die 36-Jährige stillte zusätzlich bei Kilometer 80 im Alpen-Ort Courmayeur ihren drei Monate alten Sohn Cormac. Ein Foto zeigt Power, wie sie ihr Baby an der linken Brust anlegt, und rechts Milch abpumpt. Neben ihr liegen erschöpfte Läufer. 

"Ich habe mich wirklich gequält. Normalerweise füttere ich Cormac alle drei Stunden, aber ich habe 16 Stunden gebraucht, bis ich in Courmayeur ankam", sagte Power dem Portal "Runner's World". Zwischendurch habe sie ihre Brüste immer wieder mit der Hand ausgestrichen. Zudem traf sie an jeder Verpflegungsstation ihren Ehemann, der ihr eine Milchpumpe reichte. So konnte Power zwischendurch Milch in eine Flasche pumpen, die ihr Mann dann dem kleinen Cormac gab.

Sophie Power wollte bereits 2014 teilnehmen

Nicht nur für Power selbst, auch für die Organisatoren des Ultramarathons ist die erfolgreiche Teilnahme der Britin ein starkes Signal. Denn die 36-Jährige hatte bereits 2014 einen Startplatz ergattert, doch dann wurde sie mit ihrem ersten Sohn Donnacha schwanger.

Auf ihre Anfrage, ob sie ihre Teilnahme einfach um ein Jahr verschieben könnte, so wie das bei verletzen Athleten möglich ist, lautete die Antwort der Organisatoren: Eine Schwangerschaft sei anders als eine Verletzung frei gewählt. Mit anderen Worten: Power verlor ihren Startplatz.

Umso schöner, dass Sophie Power nun das Ziel erreichte. Die letzten Meter legte sie gemeinsam mit ihren Söhnen Donnacha und Cormac zurück. "Es hat eine Weile gedauert, aber wahrscheinlich war ich noch immer die schnellste Mutter eines drei Monate alten Babys", twitterte die Britin.

jum
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