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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000105342 StechusKaktus

Bin ich ein Gegner des Rechtsstaats, wenn ich mich mit den Waldbesetzern im Hambacher Forst solidarisiere?

Wir hatte hier ja kürzlich die Diskussion, um den Rechtsstaat, als ein Gericht die Kommune Bochum dazu verurteilte, Sami zurückzuholen, weil es gegen das "allgemeine Gerechtigkeitsgefühl" verstösst. Nun hat ein Gericht entschieden, dass das Abholzen des Hambacher Forsts rechtmässig ist.
Seltsam, dass es viel leichter fällt, sich mit den Demonstranten zu solidarisieren als mit den kritischen Stimmen im Fall von Sami. Woran könnte das liegen?
Antworten (15)
ing793
Letztendlich solidarisiert man sich mit dem, was man selber für richtig oder gerecht hält, egal ob nach den Buchstaben des Gesetzes gerechtfertigt oder nicht.

Die Demonstranten kämpfen für etwas Positives, den Erhalt der Umwelt und man neigt dazu, sie dabei zu unterstützen.
Dass das bedeuten würde, dass die Braunkohlekraftwerke in NRW in drei Jahren abgestellt werden müssten (nur mal als provokative Annahme), das sieht man nicht - und wenn, dann ist es weit weg.

Aber ich verstehe, dass das bei Dir so ist. Ein typisches Kennzeichen von Neoliberalismus ist das Denken in Quartalen und kurzfristigen Renditechancen. Morgen mittag? Da denke ich morgen früh drüber nach.
rayer
Hut ab ing, mehr kann man zu Stechus nicht sagen, um den Irrweg offen zu legen.
Matthew
Es ist ein Unterschied, ob sich irgend welche Bürger, ohne hoheitliche Funktion über Gesetze oder deren Interpretation durch Gerichte hinweg setzen, oder Institutionen des Rechtsstaaats selbt.
Im ersten Fall besteht der Rechtsstaat weiter, im zweiten Fall aber eben nicht.

Im übrigen wird man auch nicht zum Gegner des Rechtsstaats, wenn man z.B. als Partei gegen ein Gerichtsurteil in Berufung geht. Insofern ist die Frage eine "sophistische" Frage.
Musca
Werte Stechus, keine Judikative in irgendeiner Demokratie wird nach dem "allgemeinen Gerechtigkeitsgefühl" urteilen.
Das hoffe ich zumindest inständig.
Ansonsten hätten wir schon längst wieder die Todesstrafe, wenn ein Farbiger in Bayern eine Weißwurscht mit Messer und Gabel isst... die Liste lässt sich unendlich fortsetzen für jedes Bundesland.
Abgesehen davon, verstehe ich Deinen Vergleich, den Sinn der Frage, auch nach mehrmaligem durchlesen überhaupt nicht.
primusinterpares
Vor allem, weil hier zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte miteinander verglichen werden.
Lempel
Musca, welchen juristischen Wert schreibst du deinem »inständigen Hoffen« zu?

Und es entspricht deiner intellektuellen Leichtfertigkeit, dass du die Frage zwar nicht verstehst, sie trotzdem inständig beantwortest.
Lempel
Und du hättest also gern [Zitat] »… schon längst wieder die Todesstrafe, wenn ein Farbiger in Bayern eine Weißwurscht mit Messer und Gabel isst.«
Na ja, du zeigst wenigstens deine Gesinnung.
Tjorven
Hast du keine Familie, mit der du über solche Themen reden kannst?
Musca
gähhhhn
Hank_vH
Ja, weil deren Ansinnen zwar durchaus legitim ist, die Methoden jedoch nicht. So einfach ist das. Leicht fällt das, weil das Ansinnen als "moralisch gut" bewertet wird und der "Gegner" als "diffus böse" (Großkonzern, passt zu martialischen großen Maschinen usw). Ist derselbe Mechanismus, der Rechtsextreme fordern lässt, Flüchtlinge absaufen zu lassen - in deren Gedankenwelt funktioniert das genauso gut wie dies hier.
elfigy
nein, weil die Übertretung von Gesetzen nicht bedeutet, den Rechtsstaat nicht anzuerkennen.
Aber wer möchte, wie im Fall von Sami, dass ein Gericht das Gesetz missachtet, oder wer gutheißt, wenn eine Behörde das Urteil eines Gerichtes nicht respektiert, der missachtet den Rechtsstaat.
Das hat mit dem Begehen einer Straftat nichts gemeinsam.
Hefe
Der Hambacher Forst liegt gefährlich nahe am Kölner Speckgürtel.