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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000062326 loyal

Impfung bei jungen Frauen

Diese Stern Seite ist ein Programmiertechnisches Desaster. Über Handy geht hier gar nix bei mir.
Egal. Die Frage.
Was haltet ihr von diesen neuen Impfungen gegen hpv Viren bei jungen Frauen?
Ich kann im Netz nichts positives darüber finden. Die Frauenärztin will das meiner Tochter unbedingt aufdrücken. Irgendeiner eine fundierte Meinung?
Gruß
loyal
Antworten (24)
Matthew
Das hört sich zumindest so an, als könnte man darüber nachdenken.
loyal
Verwirrung tritt in mein schmales Gesicht. Was hört sich so an als könnte man darüber nachdenken?
Das Netz sagt, es gibt mehr Nach- als Vorteile. Warum wird es dann aber so vehement angepriesen?
Soviel zu fundierten Meinungen ;)
Dorfdepp
Zur medizinischen Frage kann ich nichts sagen (wo ist denn eigentlich Amos?). Wohl aber zum "aufdrücken". Das geht gar nicht. Da stehen wohl merkantile Interessen im Vordergrund, mit unabhängiger ärztlicher Beratung hat das nichts mehr zu tun.
loyal
Ja. Sie insistiert jetzt schon über ein Jahr. Scheint gerade Mode zu sein...
Matthew
Hinter dem "Das" verbarg sich ein Link auf den Wikipedia-Artikel über HPV.
Hier nochmal im Klartext: https://de.wikipedia.org/wiki/Humane_Papillomviren.
Nun kann man auch bei Wikipedia natürlich Intressengesteuerte Informationen einbringen. Das unterscheidet allerdings Wikipedia von keiner anderen Fundstelle im Internet.
Schau Dir am besten auch die Diskussionsseite zu dem Artikel an. Da kommen dann nochmal verschiedene Meinungen, etwas weniger gefiltert, zu Wort.

Dann könnte man die Ärztin natürlich noch direkt fragen, ob sie an einer Studie teilnimmt. Das könnte dann bedeuten, dass sie ein eigenes Interesse daran haben könnte, möglichst viele Patientinnen von einer Impfung zu überzeugen.

Wie in so vielen Fällen, haben Viele eine begründbare Meinung, aber nicht zwingend die Gleiche und es dürfte schwierig sein eine wirklich objektive Meinung dazu zu bekommen.

Aber vielleicht meldet sich ja einer unserer Mediziner noch dazu.
loyal
Entschuldige, die Verlinkung habe ich nicht gesehen.
Ja, ich habe mich ja jetzt schon ein bisschen schlau gemacht, viel positives habe ich wie gesagt nicht finden können.
Für mich ist das gerade irgendwie "neumodischer Scheiss".
Aber, wie gesagt, es gibt etliche Stimmen die mich verteufeln, weil ich so ein bissche gegen diesen Impf mich bis ich umfalle Mist bin.
moonlady123456
Diese Impfung ist nicht neu. Das war sie vor ca. 15 Jahren.
Damals bekam ich ein Infoschreiben unserer Krankenkasse, die kurz erklärte, daß diese Impfung für junge Mädchen zu empfehlen sei, da manche dieser Viren später zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Da diese Krebsart zu denen gehört, die oft so spät erkannt werden, daß man kaum etwas sinnvolles mehr dagegen unternehmen kann, sprach ich mit meiner Frauenärztin darüber, die auch zu den Beführwortern der Impfung gehörte. Um es kurz zu machen, unsere Tochter bekam diese Impfung, und ich hoffe, ich habe ihr damit etwas Gutes getan. Man muß nicht alles ausprobieren denke ich, und als Mann kann man über Gebärmutterhalskrebs leicht reden, ausbaden müssen die Folgen schließlich die Kinder.
loyal
Ja, das ist ja mein Problem. Ich bin kein Impf-Freund, will aber natürlich meiner Tochter nicht schaden. Allerdings scheint es doch Nebenwirkungen zu geben. Tja, was tun, sprach Zeus.
hphersel
Machen wir es kurz (es ist schon spät und ich bin müde):

Es gibt weit über 100 verschiedene Formen des HPV. Davon sind etwa 40 durch Sexualkontakte übertragbar und potentiell gefährlich. Die Impfung schützt aber nur gegen die zwei häufigsten Formen. Das bietet zwar immerhin einen gewissen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, aber keinen vollständigen. Leider wird aber genau das behauptet. Somit geht die größte Gefahr davon aus, dass die geimpften Frauen denken, ihnen könne nichts mehr passieren. Das ist aber definitiv falsch.
DerDoofe
Eine sehr kluge Antwort, moonlady. Es fehlt jedoch an der logischen Schlussfolgerung: Wenn die Impfung vor 15 Jahren neu war, dann ist eine viel zu kurze Zeit verstrichen, als dass die Langzeitfolgen abzusehen sind. Deshalb hat loyal heute das gleiche Problem, wie du es vor 15 Jahren für dich selbst lösen musstest: Welche Entscheidung ist die beste für meine Tochter?

In 50 Jahren, also zu der Zeit, in der die heute geimpften Mädchen das durchschnittliche Lebenserwartungsalter erreichen, werden wir die Antwort erfahren.

Bis dahin sind alle Diskussionen unwissenschaftlich, spekulativ, unseriös.
ing793
Wer einigermaßen sicher sein will, dass in solchen Fragen keine wirtschaftlichen Interessen auftauchen, dem stehen zwei Kriterien zur Verfügung:
1) zahlt es die Krankenkasse??
Wenn es die KK nicht zahlt, dann ist es in der Regel medizinisch nicht sinnvoll.
Die hpv-Impfung aber wird von der Kasse bezahlt. Das ist zwar noch kein belastbares Kriterium, aber immerhin ein Indiz.
2) empfiehlt es die STIKO?
Die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut ist in meinen Augen ziemlich unverdächtig, Profitinteressen zu vertreten.
Sie empfiehlt die Impfung uneingeschränkt für Mädchen im Alter von 9-14 Jahren. Die schlimmsten Nebenwirkungen sind Rötung der Einstichstelle (huch!) und gelegentliche kurzzeitige Übelkeit.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg bescheinigt der Impfung eine signifikante Senkung der Krebsrate in diesem Bereich.

Mich würde wirklich interessieren, wo Du gesucht hast, wenn Du "im Netz nichts positives darüber" gefunden hast.
bh_roth
In Österreich wird diese Impfung überall empfohlen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dort alle an einer Studie teilnehmen, also vielleicht wirtschaftliche Interessen dahinter stehen.
Skorti
Zum Teil super Anmerkungen.

"Die Impfung schützt aber nur gegen die zwei häufigsten Formen."
Ja, aber gegen die 2 Typen, die für 70% der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind.

"... Schutz vor Gebärmutterhalskrebs, aber keinen vollständigen. Leider wird aber genau das behauptet."
Nein, dass behauptet sicher keiner. Nur einen vollständigen Schutz gegen die von den Typen ausgelösten Krebserkrankungen.

"Allerdings scheint es doch Nebenwirkungen zu geben."
Tscha, ein paar Tage Kopfschmerzen ist sicher ein zu hoher Preis für einen Schutz gegen eine Krebserkrankung.
Es gibt in Deutschland ja nur 13 Fälle unter 100.000 Frauen im Jahr. Ich will mal die Wahrscheinlichkeit über die Jahre hochrechnen, da bleibt mal noch unter 1%, durch HPV-Viren verursacht, also nur ein halbes Prozent.
Die kriegt man durch Strahlen- und Chemotherapie in den Griff.
Dafür sollte man wirklich keinen Juckreiz in Kauf nehmen.
Cordelier
Jeder der Impfungen bei Kindern, gerade die Grundimpfungen und die Späteren denen verweigert aus welchen Gründen auch immer, macht sich meiner Meinung nach der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig.

Impfen ist dafür da a) um das Kind zu schützen und b) den Erreger auszurotten.

Bei Polio war es fast geschafft, die Erde war nahezu Polio frei, aber durch Impfgegner gerade im afrikanischen Raum ist der Erreger wieder auf dem Vormasch.

Keuchhusten war ausgerottet und nun liegt ein Freund von mir mit Tuberkolose im KH.

Impfen ist so unglaublich wichtig das daran, an einer generellen gesetzlichen Impfpflicht kein weg dran vorbeigeht wenn wir die Seuchen ausrotten wollen.
rayer
Coredlier
Bitte vor dem Antworten die Frage lesen. Ein paar Informationen sind an Dir vorbei gelaufen.
Cordelier
Ja rayer, das ist richtig, es ging nur um HPV, aber, so hab ich das interpretiert, um das Impfen an sich.
bin da vllt mal wieder ein wenig ausschweifend gewesen aber am Thema impfen generell nicht vorbei.
hphersel
Ing: Sporry, aber deine Aussagen stimmen nicht:
Nur weil die KK nicht zahlt, heißt es nicht, dass eine Maßnahme nicht sinnvoll ist. Beispiel: Brille bei Erwachsenen.
Zur Aussage über die StIKo kann ich ebenfalls nur den Kopf schütteln. Die StIKo hat noch nie eine impfung abgelehnt, und längst nicht alle Impfungen sind immer sinnvoll.
hphersel
Coredlier: Keuchhusten und Tb sind verschiedene Krankheiten, die durch verschiedene Erreger ausgelöst werden.
hphersel
Skorti: Die Aussage, mit der diese Impfung in den Medien "verkauft" wird, lautet doch: "Die Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs" und nicht "die Impfung schützt nur maximal 70% der Geimpften".
Zu viele Frauen - nämlich 30% der Geimpften - glauben zu Unrecht, sie können durch die Impfung keinen Gebärmutterhalskrebs mehr bekommen.
Cordelier
Ja hp, auch das ist richtig, Der Kollege/Freund ist mit Verdacht auf Keuchhusten eingeliefert worden. Alle Anzeichen deuten darauf, aber er hatte auf dem Röntgenbild verdächtige Anzeichen, und ein Test hat dann TB diagnostiziert. Nun ist er im KH isoliert.
Skorti
@hphersel
Die Formulierung:
"Die Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs"
bedeutet NICHT 100% Schutz vor dieser Krebsart.
Die 70% Reduzierung halte ich schon für einen Schutz.

Händewaschen schützt vor Ansteckungen
heißt nicht, wer sich die Hände wäscht wird nie Krank.

Der Sicherheitsgurt schützt ihr Leben heißt nicht, dass beim Autofahren nie wieder jemand stirbt.

Eine dicke Jacke schützt vorm Erfrieren, gilt auch nur zeitlich und in Abhängigkeit der Temperaturen.
Skorti
Auch die Aussage von Ing gilt im Großen und Ganzen:

Was die KK zahlt ist auch medizinisch sinnvoll.
Was die KK nicht zahlt meistens nicht.

Eine Brille ist "medizinisch" nicht sinnvoll.
Abgesehen, dass man sich blaue Flecken spart wird das Auge durch die Brille nicht geheilt und durch eine vorab getragene Brille wird eine Fehlsicht nicht verhindert.
moonlady123456
Langsam aber sicher bekomme ich den Eindruck, die Entscheidung, ob Impfen oder nicht (gegen die HpV-Viren) sollte komplett der Tochter und ihrer Mutter überlassen werden.Loyal sollte sich bei seiner Einstellung dazu besser komplett `raushalten!
Früher hieß es schließlich auch noch, Kinder sollten bitte alle Kinderkrankheiten durchmachen, das würde das Immunsystem trainieren. Später kam der Verdacht auf, bestimmte Kinderkrankheiten können für Jungen ohne Impfung zu späterer Sterilität führen. Mir ist die Historie relativ gleichgültig, meine Kid`s wurden geimpft wie es dem damaligen Stand der Medizin entsprach, basta. Und wenn ich meine Tochter EVENTUELL vor Gebärmutterhalskrebs bewahren kann, dann mache ich das. Ich hoffe, loyal sieht das irgendwann ähnlich.
ing793
@hphersel: das ist natürlich eine echte Katastrophe, wenn sich 30% der geimpften fälschlich als immun gegen diese Form des Krebses empfinden. Natürlich nur für die o,13 Promille dieser Gruppe, die dennoch erkranken.
Für die restlichen 99,87% bedeutet es schlicht ein sicheres Gefühl, dass sie zumindest faktisch zu recht haben.

Alle Kritik, die ich finden konnte, richtet sich gegen die unsichere Wirtschaftlichkeit der Impfung. Behandlungskosten von ca. 120 Mio Euro im Jahr stünden Impfkosten von ca. 170 Mio Euro gegenüber, wenn flächendeckend alle Mädchen geimpft würden (Stand ca. 2005).
Lasse ich wirklich eher ein paar am Krebs verrecken, als die höheren Impfkosten zu akzeptieren?
Und natürlich wird die fehlende Langzeiterfahrung kritisiert. Naja, schwierig bei der relativ kurzen Geschichte des Impfstoffes.

Über Dein Kopfschütteln zu meiner Aussage bezüglich der Empfehlungen des RKI gestatte ich mir wiederum ein genauso unbegründetes Kopfschütteln. Das RKI spricht zu sinnvollen Impfungen eine Empfehlung aus, aus seiner Sicht nicht sinnvolle Imfungen werden großzügig ignoriert.
Mir persönlich wären auch keine Impfungen bekannt, die so schädlich sind, dass man sie ausdrücklich ablehnen sollte (wobei ich zugebe, dass das kein Maßstab ist).