HOME

Sexbeichte: "Ich hatte 50 sehr attraktive Frauen" - warum ein US-Richter sein Sexleben öffentlich macht

Skurrile Sexbeichte eines US-Richters: Bill O'Neill veröffentlichte auf Facebook, mit wie vielen Frauen er im Bett war, und verteidigte im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen alle "heterosexuellen Männer". Kritiker fordern seinen Rücktritt.

Bill O'Neill

Richter Bill O'Neill aus Ohio

"In den letzten fünfzig Jahren hatte ich sexuelle Beziehungen zu etwa 50 sehr attraktiven Frauen. Es begann mit einer großartigen Blonden, meine erste wahre Liebe, mit der ich leidenschaftlichen Sex auf dem Heuboden in der Scheune ihrer Eltern hatte, und endete mit einer umwerfenden Rothaarigen aus Cleveleand." Mit dieser Nachricht auf Facebook schockiert US-Richter und Gouverneurskandidat Bill O'Neill aus Ohio seine Wähler.

Der Demokrat veröffentlichte seine Sexbeichte am Freitagmorgen auf seiner Facebookseite. Der 70-Jährige, der sich im Bundesstaat Ohio um das Amt des Gouverneurs bewirbt, wollte im Zusammenhang mit der Diskussion um Missbrauchsskandale und sexuelle Belästigung in den USA ein Zeichen für "heterosexuelle Männer" setzen. O'Neill bezeichnete die Diskussion als "bundesweit verbreiteten Wahnsinn". Mit seiner Veröffentlichung wolle er verhindern, dass seine Gegner in seiner Vergangenheit nach schmutzigen Details suchen müssten.

Mit seiner Erklärung löste O'Neill einen Sturm der Entrüstung aus. Kritiker forderten seinen sofortigen Rücktritt als Richter. Die Präsidentin des Obersten Gerichts von , Maureen O'Connor, äußerte sich entsetzt. Diese "schockierende Geringschätzung gegenüber Frauen" untergrabe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz, schrieb sie nach Angaben der Website cleveland.com.

O'Neills Äußerungen lösen heftige Kritik aus

O'Neills Äußerung wird als Freifahrtsschein für die sexuelle Belästigung von Frauen gewertet. Der Vorsitzende der Demokraten in Ohio, David Pepper, verurteilte O'Neills Kommentar. Es gebe eine ernsthafte Diskussion um sexuelle Belästigung im Land und es gehe um Missbrauch und nicht darum, was zwei Menschen im Bett miteinander machten.

Richter O'Neill steht auch deshalb in der Kritik, weil er explizit seinen demokratischen Parteifreund, Senator Al Franken, verteidigte. Franken steht im Verdacht der sexuellen Nötigung, nachdem Sportmoderatorin und Ex-Model Leeann Tweeden in dieser Woche ein Bild von 2006 veröffentlicht hatte. Darauf ist zu sehen, wie Franken sie im Schlaf in einem Militärflugzeug an den Brüsten begrapscht. Sie warf dem Politiker außerdem vor, sie ohne ihr Einverständnis geküsst zu haben. Franken hatte sich bei ihr entschuldigt, sieht sich aber dennoch einer Untersuchung des US-Senats ausgesetzt.

Richter verteidigt sich

Inzwischen hat O'Neill seinen umstrittenen Facebook-Eintrag gelöscht. Gegenüber der Zeitung "Washington Post" wollte er sich nicht zu dem Vorfall äußern. In einem weiteren Kommentar verteidigte er seine Haltung jedoch. "An alle scheinheiligen Richter da draußen, die meinen Rücktritt fordern", schrieb O'Neill am Freitagabend. "Ich habe als Richter sexuelle Belästigung verfolgt, … bevor Ihr geboren wart."


Themen in diesem Artikel